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Werden Messer in der Spülmaschine stumpf?

Vince Ebert
Je feiner die Klinge angeschliffen ist, umso mehr Druck können Sie mit einem Messer aufbauen.  | Bild: ARD / Kai Schulz

Scharfe Messer sind Chefsache. Das Spülen darf dann gerne die Maschine übernehmen. Oder spült man Kochmesser doch lieber mit der Hand? Das fragt auch Herr Schulten aus Memmingen. Sein Verdacht: "Werden Messer in der Spülmaschine stumpf?". Ob ein Messer scharf ist oder stumpf, das liegt nicht so sehr an der Marke oder am Preis, sondern an der Physik oder – anders gesagt – an der Geometrie der Schneide.

Je feiner die Klinge angeschliffen ist, desto kleiner der Schneidewinkel also ist, umso mehr Druck können Sie mit einem Messer aufbauen. Das ist so ein bisschen wie mit den Pfennigabsätzen von High Heels. Weil hier das gesamte Körpergewicht auf einen relativ kleinen Punkt konzentriert ist, bekommen Sie damit gleich Löcher ins Parkett, viel leichter als mit Wanderschuhen. Selbst wenn die Trägerin oder der Träger relativ zierlich ist.

Ist die Klinge also extrem schlank, können Sie damit ohne viel Kraftaufwand und vor allem ohne das Gewebe zu zerquetschen schneiden. Wer oder was sollte in ihrer Spülmaschine in der Lage sein, Ihre Klinge zu verbreitern? Die Taps! Sie enthalten Säuren, Laugen und Salze. Und die reagieren hervorragend mit Metallen; so auch mit der Eisenschneide meines Messers. Sie lassen das Metall rosten. Das sieht ganz hübsch aus, aber Rost hat eine größere, aufgerautere Oberfläche. Und genau dasselbe passiert mit Ihrem Messer in der Maschine. Beim Spülen wird die Schneide immer poröser und breiter und dadurch schneidet sie schlechter. Das gilt übrigens auch für korrosionsfreie Messer. Die sind nicht ganz rostfrei, sondern nur rostträge.

Also: wer seine Messer liebt, der spült selbst und am besten sofort. Denn die Klinge wird schon angegriffen, wenn sie salzige oder saure Speisen nur berührt.

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