SENDETERMIN Mi, 22.07.15 | 19:45 Uhr | Das Erste

Spinat aufwärmen

Vince Ebert
Was steckt hinter dem Glauben, dass man Spinat nicht wieder aufwärmen darf? | Bild: ARD / Felix Grünschloß

Herr Walter aus Zwickau fragt: Ist es gefährlich, wiederaufgewärmten Spinat zu essen? Davor hat mich meine Oma auch immer gewarnt. "Bub, tu des net!" Und in den 1950ern war das wirklich so. Da kamen Säuglinge mit Sauerstoffmangel und bläulichem Gesicht ins Krankenhaus, weil sie aufgewärmten Spinatbrei gegessen hatten. Nach der Blutabnahme war klar: Nitritvergiftung! Das Blut dunkelbraun und nicht hellrot. Doch wie kam das Nitrit in den Spinat? Durch’s Aufwärmen? Für Sie mach ich die Probe aufs Exempel.

Schauen wir mal. Hmmm … kein Nitrit. Doch was, wenn der Spinat seit vorgestern nicht im Kühlschrank, sondern bei Raumtemperatur herumgestanden hat? Hah – Nitrit! Da ist es! Schon nach zwei Tagen bei schlechter Kühlung taucht es im Spinat auf. Bis zu 400 Milligramm können pro Kilo Spinat entstehen.

Was man dagegen tun kann

Ist das giftig? Für Babys schon! Denn erst nach rund sechs Monaten bildet unser Körper ein Schutzenzym, das reduziert den nitritgeschädigten Blutfarbstoff, sodass uns kleinere Mengen Nitrit nichts anhaben können.

Und trotzdem: Wie kommt das Nitrit in den Spinat? Sie ahnen wahrscheinlich schon, wer mal wieder dahinter steckt: Bakterien. Für die ist zimmerwarmer Spinat so eine Art All-incluse-Urlaub. Die futtern nämlich das Nitrat, das im Spinat reichlich enthalten ist und scheiden Nitrit aus. Und das nicht zu knapp. Was Sie dagegen tun können? Kühlen Sie ihren Spinat gut. Das verhindert die Vermehrung von Bakterien.

Erstausstrahlung: 05.03.2014

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Mi, 22.07.15 | 19:45 Uhr
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