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Warum gibt es kein Perpetuum mobile?

Vince Ebert
Mit den Hauptsätzen der Thermodynamik kann man leider nicht verhandeln. | Bild: ARD / Felix Grünschloß

Herr Mertens aus Berlin schreibt: Warum gibt es kein Perpetuum mobile? Und der Physiker denkt beim Perpetuum Mobile sofort ein abgeschlossenes System, in das man nur einmal Energie reinsteckt und das dann permanent in Bewegung bleibt, also permanent Arbeit verrichtet. Das wäre ziemlich cool, oder?

Diesen Trinkvogel soll Albert Einstein selbst entwickelt haben. Hier unten befindet sich eine Flüssigkeit mit einem niedrigen Siedepunkt, die verdampft schon bei 35 Grad Celsius. Dadurch neigt sich der Vogel nach vorne, taucht in das Wasser, das Wasser kühlt das Gas ab, es kondensiert, und der Vogel richtet sich wieder auf. Und dann beginnt das Ganze von neuem. Scheinbar endlos.

Was gegen ein Perpetuum mobile spricht

Klingt super, ist aber kein Perpetuum mobile, denn erstens muss man permanent von außen Wärme zuführen und zweitens funktioniert das Ganze nicht in einem abgeschlossenen System. Wenn der Vogel in das Wasser taucht, verdunstet ein Teil des Wassers und das führt dazu, dass die Luftfeuchtigkeit hier drinnen bei 100 Prozent liegt. Und dann ist Schluss – Feierabend! Schuld daran? – Der erste Hauptsatz der Thermodynamik. Der besagt, dass man unterschiedliche Energieformen zwar in einander umwandeln kann, aber man kann nicht mehr Energie rausholen als man reingesteckt hat.

Doch es kommt noch schlimmer. Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik besagt: Mit der Zeit verwandelt sich alle nützliche Energie in eine nutzlose Energieform, der sogenannten Entropie. Beispiel: Kugelpendler. Nach und nach geht sämtliche Bewegungsenergie durch Reibung und Wärme verloren.

Tja, wieder nichts mit der ewigen Bewegung. Aber mit den Hauptsätzen der Thermodynamik kann man eben nicht verhandeln.

Erstausstrahlung: 09.04.2014

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