SENDETERMIN Mo, 25.11.13 | 19:45 Uhr | Das Erste

Intelligentes Licht gegen Crash!

Anja Reschke, im HG Adrian Pflug
Wie können Wildunfälle auf nächtlichen Landstraßen vermieden werden? | Bild: ARD/Pro in space

Ein neu entwickeltes Fahrerassistenzsystem markiert Personen und Tiere am Straßenrand durch Lichtkegel und macht sie so deutlich früher erkennbar. In Zukunft sollte es so mehr Sicherheit auf unseren Straßen geben.

Wenn ein Hirsch in der Dämmerung plötzlich im Scheinwerferkegel auftaucht, kann das schnell zum Alptraum für Mensch und Tier werden. Denn weder durch Licht noch durch Lärm lässt sich ein Hirsch davon abhalten, plötzlich vor ein Auto zu springen. Natürlich gibt es in Autos der Oberklasse bereits Assistenzsysteme mit Infrarotkameras, die eine solche Begegnung in einem Display anzeigen und den Fahrer so warnen. Das heißt aber noch lange nicht, dass der Fahrer auch der Kollision entgehen kann. Denn während man das Tier noch auf dem Display "bewundert" hat es sich weiterbewegt und ist vielleicht schon längst auf die Straße gesprungen.

Forscher am Karlsruher Institut für Technologie haben dieses System optimiert: Benötigt wird wieder eine Infrarotkamera, diese erkennt, was draußen in der Dunkelheit unterwegs ist. Zusätzlich wird jetzt aber jedes Bild von einem leistungsstarken Computer analysiert. Jetzt kann genau unterschieden werden, ob im Wald ein Mensch, Tier oder nur ein Auto mit noch warmem Motor steht. Sobald der Computer die Gefahrenquelle erkannt hat, analysiert er, in welche Richtung sich diese bewegt. Erst wenn er einen möglichen Kollisionskurs wahrnimmt, fokussiert ein beweglicher Front-Scheinwerfer mit sehr hellem LED-Licht den sich bewegenden Hirschen und leuchtet ihn blinkend an. Dadurch kann der Autofahrer die Gefahr rechtzeitig erkennen und hat ein paar Sekunden mehr Zeit zum Reagieren! Sekunden, die über Leben und Tod entscheiden. In wenigen Jahren sollte diese Erfindung serienreif sein und so gerade in der Nacht und zur Winterzeit zahlreichen Unfällen vorbeugen!

Unser Experte:
Marko H. Hörter, Institut für Mess- u. Regelungstechnik, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Erstausstrahlung: 04.03.2013