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Hüpfend schneller lernen

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Hüpfend schneller lernen | Video verfügbar bis 14.11.2020 | Bild: ARD / Henning Rohm

Anlässlich der ARD Themenwoche haben wir uns bei "Wissen vor acht – Zukunft" mit Konzepten zur "Bildung in der Zukunft" auseinandergesetzt. An dieser Stelle noch ein zusätzlicher Gedankenanstoß zu unserem Beitrag "Hüpfend schneller lernen".

Grundsätzlich ist die Kombination von Bewegung und Lernen ja nicht neu. Sie lässt sich neben digitalen Anwendungen auch immer noch erfolgreich mit analogen Bewegungsspielen einsetzen.

Bewegung erfüllt beim Lernen im Wesentlichen zwei Funktionen. Zum einen steigert sie als unterstützendes Element die Konzentrationsfähigkeit. Zum anderen hilft Bewegung aber auch bei der Erschließung von Lerninhalten – wie die Größe eines Raumes durch das Abschreiten zu messen oder zentrifugale Kräfte zu spüren.

Schule muss dabei nicht unbedingt digitale Hilfsmittel einsetzen, um Bewegung in den Unterricht zu integrieren. Lehrer haben viele Möglichkeiten, mehr Bewegung in den Unterricht einzuflechten. Bewegungspausen können - so paradox das klingt - wieder Ruhe in den Unterricht bringen, indem, wenn z.B. nach der Beendigung einer Gruppenarbeit die Konzentration aufgebraucht ist, Bewegungsspiele angeboten werden. Die Kinder dürfen z.B. jonglieren, etwas durch den Raum balancieren, sich gegenseitig den Rücken abklopfen oder einen Ball durch den Klassenraum werfen. Eine weitere Methode ist es, Arbeitsaufträge mit Bewegung zu verknüpfen. Aufgaben an unterschiedlichen Stationen lassen einen so durch das Klassenzimmer oder die Schule gehen, z.B. der Rechenspaziergang. Hier gibt es eine Route, auf der mehrere Aufgaben verteilt wurden. Sobald die Kinder eine Aufgabe gelöst haben, dürfen sie den Weg auf der Route fortsetzen, bis sie am Ziel angekommen sind. Außerdem kann man Lerninhalte mit Bewegung vermitteln, so können Maßeinheiten durch Fußlängen oder Armlängen zum Messen helfen. Geschwindigkeit kann durch Laufen erfahren werden, weil die Verbindung zwischen dem Lauf und dem Zeitstoppen unmittelbar verknüpft ist.

Das Konzept der "Bewegten Schule" geht im Wesentlichen auf den Schweizer Urs Illi zurück, der in den 80er Jahren für diesen Ansatz plädiert hat. In der Philipps Universität in Marburg ist eine Studie durchgeführt worden, die die Entwicklung von Bewegung, Spiel und Sport in der Ganztagsschule beleuchtet hat. Die Studie bestätigt, dass dieser Ansatz den Kindern ganzheitlich zu Gute kommt und - egal ob mit analogen oder digitalen Bewegungsimpulsen – zu besseren Lernergebnissen führt.

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