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Das Wort zum Jahresbeginn: "Segenszuträglichkeit"

PlayBenedikt Welter
Das Wort zum Jahresbeginn | Bild: SR

Einen guten späten Abend verehrte Damen und Herren!

Und: "Prosit Neujahr"! So haben Sie es heute schon oft gehört und vielleicht auch gesagt: "Prosit" oder "Prost Neujahr"! Und diesen Gruß haben sie vermutlich auch ausgetauscht, ohne dass die Gläser klingen mussten.

Aber "Prosit Neujahr" – das ist mehr als ein Gruß, mit dem die Leute sich in den ersten Tagen eines Neuen Jahres grüßen.

Da steckt mehr drin. Für die Sprachliebhaber: dritte Person Singular Konjunktiv Präsens aktiv des lateinischen Verbs "prodesse": "es möge nützen" oder "es möge zuträglich sein".

Es ist also viel mehr als ein Trinkspruch oder gar eine Animation zum Trinken – dieses "Prosit Neujahr"! Wir wünschen einander ein zuträgliches Neues Jahr. Für mich ist das: ein Wort der Hoffnung, zugesagt einem anderen Menschen oder mir selbst.

Ja, "Prosit Neujahr": das kann ich Menschen zusprechen, die mir lieb und vertraut sind – und wildfremden Menschen auch – ob ich auf einer größeren Silvesterfeier bin, auf einem Platz oder im Saal, ob ich neu Zugezogene in meiner Straße treffe. "Prosit Neujahr" kann ich mir auch selbst zusprechen, wenn ich still und allein in dieses Jahr 2020 hinübergegangen bin.

"Es möge zuträglich" sein: dieses neue Jahr und alles, was werden wird.

Wenn ich "Prosit Neujahr" sage, teile ich eine Hoffnung mit jemand anderem oder mit vielen anderen; und wir teilen einen Segen miteinander, wir segnen und lassen uns segnen!

Und Segnen ist eine wirklich tolle Sache; heute haben wir das im Gottesdienst gehört und gelesen:

"Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERR lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der HERR wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden." Diesen Segen soll der Priester Aaron den Israelitinnen und Israeliten zusprechen. Das ist so etwas wie das biblische "Prosit"!

Viel Ungewisses und manches Unangenehme wird das Jahr 2020 auch bereithalten; und sicher auch viel Schönes… Darauf und darin soll Gottes Segen sein. Damit es zuträglich wird und zuträglich bleibt.

Nicht alle Menschen begehen den 1. Januar als ihr Neujahrsfest. Aber dennoch haben weltweit Menschen den Wechsel vom 31. Dezember auf den heutigen Tag gefeiert. Als Christ feiere ich heute den achten Tag von Weihnachten; als Christ möchte ich dem neuen Jahr den Weihnachts-Segen weitergeben. "Prosit Neujahr" soll die Welt umspannen: es möge ein zuträgliches Jahr werden – Ihnen  und dir auch und der ganzen Welt.

Ich darf einen Segen erwarten für dieses unbekannte Jahr. Ja, ich darf sogar selbst zu einem Segen werden. Das ist doch kein schlechter Anfang. Und "Prosit" – es möge zuträglich sein: das kann ich natürlich über den Neujahrstag hinaus immer weiter sagen: Anderen Menschen, vertrauten oder fremden; und mir selbst auch – dieses Jahr sogar 366 Tage lang.

Ich wünsche Ihnen ein segenszuträgliches Jahr 2020. Prosit Neujahr.

Sendetermin

Mi., 01.01.20 | 23:35 Uhr
Das Erste

Produktion

Saarländischer Rundfunk
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DasErste