SENDETERMIN Do, 06.11.14 | 23:00 Uhr | Das Erste

Die Gäste der Sendung am 06.11.2014

Dieter Nuhr
Dieter Nuhr freut sich auf seine Gäste. | Bild: rbb / Thomas Ernst

In seiner Sendung am 06.11.2014 begrüßt Dieter Nuhr: Enissa Amani, Ingo Appelt, Florian Schroeder und Torsten Sträter.

Die Wahlkölnerin Enissa Amani, deren Vater lieber aus dem Kommunistischen Manifest als aus Benjamin Blümchen vorlas, wurde im Iran geboren, wuchs aber in Frankfurt auf. Enissa sagt über sich selbst, sie sei eine Tussi. Umso überraschter ist dann der Zuschauer, wenn die Iranerin plötzlich mit durchaus intelligentem Witz und Selbstironie die Bühnen erobert!

Ingo Appelt – als "Enfant terrible der Comedy" gerne ins kommerzielle, wie ins öffentliche Fernsehen eingeladen,  tourt er seit den 80er Jahren erfolgreich durch die Republik. Mit seinem  Programm „Frauen sind Göttinnen – Wir können nur noch beten!“, das auch  als "Messe des schwarzen Humors" beschrieben wird, setzt Ingo Appelt seine Erfolgstournee fort.

Florian Schroeder zeichnet sich durch eine erfreuliche Respektlosigkeit aus und nimmt kein Blatt vor den Mund. Scharfzüngig und hintersinnig kommentiert er das tagespolitische Geschehen. Dabei parodiert er die prominenten Persönlichkeiten unbeschreiblich gekonnt.

Bei Torsten Sträter ist Idiotie nicht nur ein leeres Wort. Er erzählt von gebrochenen Menschen und Hunden, der Spargelsaison, dem Leben vor dem Tod im Ruhrgebiet und anderen sonderbaren Begebenheiten

Enissa Amani

Enissa Amani
Enissa Amani | Bild: Jean-Paul-Philippe

Die Wahlkölnerin, deren Vater lieber aus dem Kommunistischen Manifest als aus Benjamin Blümchen vorlas, wurde im Iran geboren, wuchs aber in Frankfurt auf.

Enissa sagt über sich selbst, sie sei eine Tussi. Umso überraschter ist dann der Zuschauer, wenn die Iranerin plötzlich mit durchaus intelligentem Witz und SelbstIronie die Bühnen erobert!

Zwar ist die hübsche Comedienne und Moderatorin noch nicht lange im Comedy-Zirkus dabei, überzeugt aber bereits mit toller Präsenz und schlagfertigen Standups.

Enissa wurde bereits für den "Prix Pantheon 2014″ nominiert und ist ein Teil der "RebellComedy". Im TV sah und sieht man sie u.a. bei "TV total", "Nuhr im Ersten", den "StandUpMigranten" und bei "NightWash".

Enissa arbeitet zurzeit an Ihrem Soloprogramm "Zwischen Chanel und Che Guevara", welches in 2015 Premiere feiert.

Ingo Appelt

Ingo Appelt
Ingo Appelt | Bild: Peter Schaffrath

1967 in Essen geboren beginnt Ingo Appelt 1982 nach der Schule eine Ausbildung zum Maschinenschlosser. Wie im "Pütt" verbreitet, schlägt Ingos Herz schon bald links und Ende der 1980er Jahre hat er seinen ersten Auftritt bei der Jugendkonferenz der IG Metall, der 1990 in die erste Tournee mündet: mit dem Programm "Heiter Be-Sinnlich" tourt Ingo durch die Republik.

1991 folgt der Zivildienst, Ingo intensiviert nebenbei seine Auftrittstätigkeit. 1993 stehen bereits 130 Gastspiele mit dem Programm "Wir sterben und Sie machen Witze" in seinem Kalender, 240 Gigs sind es in 1994 – außerdem wird das Fernsehen auf Ingo aufmerksam: er ist bei "RTL Samstag Nacht", der "RTL Nachtshow" und bei "Late Night mit Thomas Gottschalk" (RTL) ein gerngesehener Gast.

1996 ist Zeit für ein neues Programm. "Der Abräumer" macht seinem Namen alle Ehre und so lassen auch weitere TV-Highlights nicht auf sich warten. 1999 genießt Ingo geradezu ein Popstar-Image: er tritt bei der Echo-Verleihung auf und Marius Müller-Westernhagen lädt ihn als Supporting Act für die Abschiedstournee ein – das beschert Ingo einen Stadion-Auftritt vor 750.000 Zuschauern. Das hat auch Auswirkungen auf Ingos eigene Tournee: jeweils 120.000 Zuschauer sehen Ingos "Wet Side Tour" in 1999 und 2000. In 2000 erhält Ingo auch seine eigene Fernsehshow: "Die Ingo Appelt Show" geht bei ProSieben auf Sendung. Nach einem "ersten offiziellen Babyjahr" in 2001 startet Ingo 2002 und 2003 mit seinem neuen Programm "Superstar" wieder voll auf der Bühne durch. 2005 läuft das Programm "Superstar" mit zwei Highlights aus: die CD zur Tour wird veröffentlicht und ProSieben strahlt einen Live-Mitschnitt der Show aus. Aber Ingo gönnt sich keine Pause: schon im Herbst 2005 tourt er wieder – mit dem neuen Programm "Retter der Nation". 2006 vergeht kaum ein Tag, an dem Ingo nicht mit seinem neuen Programm auf der Bühne steht. Überdies nimmt er sich wieder Zeit für Gastauftritte.

Ende 2008 steht der programmatische Titel für das erste Buch, Hörbuch und des nächsten Tourprogramms fest: "Männer muss man schlagen!". 2009 und 2010 wird die "Männer muss man schlagen!-Tour” erfolgreich fortgesetzt und Ingo ist im Kinofilm: "Morgen, ihr Luschen! Der Ausbilder-Schmidt-Film" auf der Leinwand zu sehen. Seit 2010 ist Ingo auch regelmäßig im Satire Gipfel zu Gast. 2011 beginnt mit neuen Folgen des Quatsch Comedy Club – und es geht wieder auf die Bühne. Das Motto: "Frauen sind Göttinnen – Wir können nur noch beten!" Halleluja! Mit mehr als 85 Auftritten legt die als "Messe des schwarzen Humors”-beschriebene Tournee einen fulminanten Start hin, bei dem die Zuschauer kaum aus dem Lachen herauskommen: überall zahlreiche Zugaben und euphorische Resonanz etwa bei Facebook bezeugen das eindrucksvoll.

Florian Schroeder

Florian Schroeder
Florian Schroeder | Bild: rbb

Die Liste seiner Erfolge ist lang, die seiner Opfer länger. Kabarettist Florian Schroeder zeichnet sich durch eine erfreuliche Respektlosigkeit aus und nimmt kein Blatt vor den Mund. Scharfzüngig und -sinnig kommentiert er das tagespolitische Geschehen. Dabei macht er auch Gebrauch von seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten als Parodist.

Florian Schroeder wurde 1979 in Lörrach geboren. Schon während seiner Schulzeit war er als Reporter und Moderator für Radio FR1 (heute baden.fm) tätig. Nach Abitur und Zivildienst begann er im Jahr 2000 ein Studium der Germanistik und Philosophie in Freiburg. Währenddessen moderierte er zeitweise für DASDING und SWR3. Außerdem war Florian Schroeder vier Jahre lang Ensemblemitglied des Kabarettquartetts "Heinz!", einer Heinz-Erhardt- Revue. Im Fernsehen moderierte er auf 3sat und ist seit Mai 2014 Moderator der "Spätschicht" im SWR.

Seit September 2014 ist Florian mit seinem aktuellen Programm "Entscheidet Euch!" auf Tour.

Schroeder erhielt mehrere Kabarettpreise, darunter den ffn Comedy Award oder den silbernen Stuttgarter Besen. Er ist besonders bekannt für sein Talent als Parodist, für das er Stimme, Gestik und Mimik gekonnt einsetzt.

Torsten Sträter

Torsten Sträter
Torsten Sträter | Bild: susannebuhr.de

Geb. 1966 in Dortmund
Autor und Slam-Poet, Kolumnist, Satiriker, Komiker und Vorleser.
Konfektionsgröße: 54
Schuhgröße: 42
Haar: Graubraun
Augen: Blau
Religion: Nix da

Geboren im Ruhrgebiet mit den üblichen Parametern: Gestrickte Pullis, samstags Daktari, danach Badewanne. Später in den Achtzigern dann Zuwendung zur Gothic-Szene, aber ohne rechten Ehrgeiz, eigentlich nur wegen der schwarzen Mäntel. 900 Dosen Haarlack später dann Ausbildung zum Herrenschneider. Geringster Auszubildendenlohn überhaupt, aber irgendwie reicht's … und heute spart man ja, wenn man sich die Hose selbst kürzt. Literatur-Fokus damals: Stephen King. Heinz Erhard. Ephraim Kishon.

Die Neunziger sind von völliger Orientierungslosigkeit geprägt: Sakko zur Lederhose, nur eine Herdplatte, wechselnde Damenbekanntschaften, aber immer am Arbeiten. Außerdem ziehe ich oft um. Kerouac-artige Unruhe und Nichtsesshaftigkeit. Habe statistisch in jeder vierten Wohnung im Dortmunder Norden gehaust. Immer dabei: mein Sekretär. Möbel, nicht Mann. Einschneidenstes Erlebnis: Bekifft in Jurassic Park.

Das neue Jahrtausend: Hatte mir eigentlich nix vorgenommen, wegen Milleniumuntergang. Findet dann doch alles statt. Planlos bis 2002. 2004 lese ich einen so schlechten Thriller (markiger FBI-Mann, sexy israelische Agentinnen mit permanent aufplatzender Bluse, Mafiosi, die andere beim Nudelessen erschießen), das ich selbst mit dem Schreiben beginne. Erste Geschichte kapitaler Käse, aber ein Anfang ist gemacht. Werde Vater. Wunderbar.

2005: Ein Kleinverlag verlegt mein erstes Buch, "Jacks Gutenacht-Geschichten". Verkauft sich so gut, dass zwei Folgebände erscheinen und der Verlag eine Postkarte in die Bücher legt, die irritiert hinterfragt, WER ZUM GEIER die ganzen Bücher kauft. Erste Lesung direkt im Haus des Buches, Leipzig. Schiebe ein Humorbuch namens "Brainspam" hinterher. Es ist nicht so richtig gut. Dafür aber grauenhaft lektoriert. Werde damit zum Begründer einer Humorform, die darauf fußt, versehentlich ganze Sätze wegzulassen.

2008. Ein Kollege lädt mich ein, meine Texte in einer Dortmunder Hafenkneipe vorzutragen. Da wäre Poetry Slam. Mache ich. Nach zwanzig Minuten des Vortragens packt er mich am Ärmel. Ich müsse zum Ende kommen. Sage ihm, ich hätte noch 17 Din-A-4 Seiten, dann wäre ich durch. Er erklärt mir das Poetry Slam-Konzept: 6-7 Minuten Vortragszeit, keine Hilfsmittel oder Gesänge, danach gibt das Publikum Zensuren. Aha. Macht aber Spaß. Ich bleibe dabei und arbeite mich hoch.

NRW-Poetry-Slam-Champion 2009
NRW-Poetry-Slam-Champion 2010
NRW-Poetry-Slam-Champion 2012

Gewinner der FRITZ NACHT DER TALENTE, Admiralspalast Berlin, 2010
Gewinner des Jahresfinales Bunker Slam, Hamburg, 2011

Beginne mit Sololesungen (hoher Anteil freie Erzählung). Es läuft. Mal kommen fünf Zuschauer, mal acht … aber es werden nach und nach mehr.

2011 erscheint im Carlsen Verlag Hamburg "Der David ist dem Goliath sein Tod". Der WDR erklärt es zum lustigsten Buch 2011. Die Schlagzahl nimmt zu. Auftritte so ziemlich überall, mal in Mixed Shows, mal solo, mal mit Künstlern wie Horst Evers und Fritz Eckenga.

2012 erscheint "Selbstbeherrschung umständehalber abzugeben", erneut im Carlsen Verlag. Dezember 2012: Gewinner des Passauer Scharfrichterbeils 2012. Wunderschönes Beil, übrigens.

Ich bin jetzt eher Ende als Mitte 40, fühle mich aber gut. Ich darf die Republik bereisen, Geschichten erzählen, lästern, vorlesen. Bin genau im richtigen Alter. War ich aber schon immer.

Weitere Zahlen:
Peinlichster Auftritt: 2010 vor 1200 völlig schockierten Bankern.
Lächerlichstes Bühnenoutfit: Lilafarbenes Oberhemd (inzwischen vergraben).
Tritt meist mit Mütze auf. Und in schwarz.
Teuerste Mütze: Armani Exchange, 100 Euro.
Billigste: 3 Euro, Flohmarkt (Neuware).
Keine Bahncard 100. Führerschein.
Schulbildung: Realschule.

Seit 2008 über 300 Bühnenauftritte – Poetry Slams, Lesebühnen, Solo-Shows.

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