SENDETERMIN Do, 03.05.18 | 22:45 Uhr | Das Erste

Nuhr im Ersten

PlayDieter Nuhr im Ersten.
Die Sendung vom 3. Mai 2018 | Video verfügbar bis 03.05.2019 | Bild: rbb

Gäste: Ingo Appelt, Johann König, Thomas Maurer, Torsten Sträter

Thomas Maurer wurde in der Tat geboren und ist seit 1988 mit bisher 16 Programmen hauptberuflich Solokabarettist - und als solcher in Österreich doch recht berühmt. Ganz aktuell beschäftigt er sich mit der Zukunft: seine, unsere, Deutschlands, Österreichs? Egal. Die Themen werden jedenfalls nie versiegen.

Johann König ist der Poet unter den Komikern, der Meister des ausschweifenden Minimalismus, erzählt in seiner unverwechselbaren Art schüchtern-charmant und mit brüchiger Stimme Geschichten aus seinem sonderlichen Leben.

Ingo Appelt garantiert messerscharfe Beobachtungen, brillanten Wortwitz, sowie freche und verschmitzte Pointen. Als "Enfant terrible der Comedy" wird er gerne ins kommerzielle, wie ins öffentliche Fernsehen eingeladen. In seinem runderneuerten Programm "Besser ist besser!" zeigt Ingo Appelt den modernen Weg zu einem besseren Leben.

Torsten Sträter 
Bei ihm ist Idiotie nicht nur ein leeres Wort. Er erzählt von gebrochenen Menschen und sonderbaren Begebenheiten, aber er lotet auch die stillen Nuancen des Miteinanders aus. Und das alles mit einer angenehmen Stimme.

Thomas Maurer

Thomas Maurer
Thomas Maurer | Bild: thomasmaurer.at / Lukas Beck

Kurzbiografie

1967

  • geboren in Wien

1988

  • erster Erfolg beim Talentwettbewerb "Sprungbrett" im Kabarett Niedermair

1989

  • 1. Soloprogramm "Unterm Farkas hätt‘s des net geben"

1990

  • Programm mit Josef Hader "Die Zwei"
  • 2. Soloprogramm "Bis Dorthinaus"

1991

  • Verleihung des "Salzburger Stier" für "Bis Dorthinaus"
  • Programm mit Leo Lukas und Karl F.Kratzl "Eine Reise ins Glück"
  • 3. Soloprogramm "Placebo Forte"

1992

  • Programm mit Texten von Alfred Polgar und Egon Friedell "Soldatenleben im Frieden"

1993

  • Programm mit Leo Lukas "Servus Hong Kong"
  • 4. Soloprogramm "Sputnik"

1994

  • Eigene ORF Produktion "Das Tier und wir"/"Wien den Wienern"

1995

  • 5. Soloprogramm "Dschungel"
  • Programm mit Josef Hader und Leo Lukas "Jam-Session"
  • 6. Soloprogramm "Freibier"
  • ab November Kolumnist bei der Tageszeitung "Kurier"

1996

  • 7. Soloprogramm "Unter uns"

1998

  • 8. Soloprogramm "Intensivdamisch"

2000

  • Programm mit Florian Scheuba "Zwei echte Österreicher"
  • Buchpräsentation "Das Hirn muß einen Saumagen haben", Czernin-Verlag

2001

  • Deutscher Kleinkunstpreis, Mainz für "Zwei echte Österreicher"
  • 9. Soloprogramm "Stinknormal"

2003

  • 10. Soloprogramm "Die neue Selbständigkeit"
  • "Karl 2003" für "Die neue Selbständigkeit"
  • "Nestroy - Spezialpreis" für besondere Leistungen im Theaterbereich für "Die neue Selbständigkeit"
  • Programm mit Florian Scheuba "Anleitung zur politischen Unmündigkeit"

2004

  • Präsentation der Literatursendung "Lesen mit Thomas Maurer" im ORF

2005

  • 11. Soloprogramm: "Menschenfreund"
  • Darsteller bei "Was gibt es Neues"
  • Hauptrolle im Theaterstück "Der Kameramörder", Buch Thomas Glavinic

2007

  • Autor und Darsteller von "Die4da"
  • Buchpräsentation "Im Wendekreis der Wende", Czernin-Verlag
  • Kabarettistische Lesung: "Papiertiger"

2008

  • Autor und Darsteller von "Die4da" 2. Staffel
  • Romy 2008: Bestes Buch "Die4da"
  • Thomas Maurer Kurzbiografie

2009

  • 10. März Premiere mit dem Programm "Àodìlì" im Posthof, Linz
  • "Österreichischer Kabarettpreis für Àodíli"
  • Mitgestalter beim Ö1 Satiremagazin "Welt Ahoi"

2010

  • Drehbuch für "Wie man leben soll" von T.Glavinic mit D.Schalko

2011

  • "Da bin ich jetzt supernackt", Vorlesung d. Telefonprotokolle im Audimax mit Palfrader u. Scheuba
  • März Premiere mit dem Programm "Out of the dark" im Stadtsaal, Wien
  • November Premiere "Wir Staatskünstler" im Theater Rabenhof, Wien

2012

  • "Wir Staatskünstler" 1. u. 2. Staffel für ORF

2013

  • Oktober Premiere mit dem Programm "Neues Programm" im Stadtsaal, Wien
  • Jahresrückblick mit "Wir Staatskünstler" im Burgtheater

2014

  • Autor und Darsteller in der ORF Staffel "Bösterreich" (Prod.: Superfilm)
  • Darsteller im Film "Ausstieg rechts" (Höller/Wenger)
  • Darsteller bei "Copstories" / Bertel Scherer, gebhardt productions
  • Jahresrückblick mit "Wir Staatskünstler" im Rabenhof

2015

  • ab April Kolumnist bei "Vormagazin"
  • Darsteller bei "Copstories" / Bertel Scherer, gebhardt productions
  • Darsteller bei "Soko Donau" / Herbert Petrovic, satel film
  • November Premiere mit dem Programm "Der Tolerator" im Stadtsaal, Wien
  • Jahresrückblick mit "Wir Staatskünstler" im Rabenhof

2016

  • Deutscher Kleinkunstpreis 2016 - Sparte Kabarett für "Der Tolerator"
  • Österreichischer Kabarettpreis 2016 für "Der Tolerator"
  • "Warum Wein" - 7-teilige Dokumentation für ORF 3
  • "Maurer ab Hof" - Texte aus eigenem Anbau
  • Erster Platz in der Kategorie "Satiriker/Humoristen" bei der ExtraDienst- Journalistenwahl (Kolumnen im VOR-Magazin)
  • Darsteller bei "Wie tickst du?" - ORF 1 - Gebhardt Production

2017

  • Halbjahresrückblick mit "Wir Staatskünstler" im Rabenhof
  • Jänner Premiere im Rabenhof "Blutsbrüder" -Armin Wolf, Thomas Glavinic, Thomas Maurer, Guido Tartarotti
  • November Premiere Posthof, Dezember Wien Stadtsaal "Zukunft"
  • 17. Soloprogramm
  • Juni Halbjahresrückblick mit "Wir Staatskünstler" im Rabenhof
  • Dezember Jahresrückblick mit "Wir Staatskünstler" im Rabenhof

Johann König

Johann König
Johann König | Bild: dpa

Johann König ist der Poet unter den Komikern. Seit 1998 spielt sich der mehrfach ausgezeichnete Künstler (u.a. Deutscher Comedypreis, Bayerischer Kabarettpreis, Publikumspreis "Die Wühlmäuse") in die Herzen einer immer größer werdenden Fangemeinde.

Neben seinen Live-Auftritten war er bereits häufiger Gast in TV- Sendungen wie "Die Große Quatsch Variety Show" oder "100 Jahre Heinz Erhardt". Zudem kennt man ihn als langjährigen Nachbarn von Christine Westermann und Götz Alsmann in der TV-WG "Zimmer frei".

In seiner unverwechselbaren Art erzählt Johann König schüchtern-charmant und mit brüchiger Stimme Geschichten aus seinem sonderlichen Leben. Dabei wirkt er zunächst leicht entrückt, um dann dem Publikum mit seiner Betrachtung der kleinen Danebenheiten des Lebens zu zeigen, dass er es faustdick hinter den Ohren hat.

Johann Königs Markenzeichen sind seine "stacheligen" Gedichte und Erzählungen, nachzulesen in seinem erstem Buch "Gestammelte Werke" (2009). Mit seinem Buch "Der Königsweg: Triumph der Langeweile" (2010) stellt Johann König den Lesern einen Weggefährten zur Seite, um die Längen des Lebens mit Wonne zu genießen. Im März 2016 erschien sein neues Buch, in dem Johann König sich unseren ach so lieben Kindern widmet und deren Auswirkungen auf unser Leben: "Kinder sind was Wunderbares – Das muss man sich nur IMMER WIEDER sagen".

Zwischen 2003 und 2005 tourte der Meister des ausschweifenden Minimalismus mit seinem Soloprogramm "Ohne Proben nach oben" durch Deutschland, veröffentlichte seine Live-CD "Och nöö." sowie seinen Cologne-Song "Mein Veedel". Von 2006 bis 2011 war der Comedian mit den Folgeprogrammen "Johann König eskaliert" und "Total Bock auf Remmi Demmi" (ausgezeichnet mit dem Deutschen Comedypreis 2010 in der Kategorie "Bestes TV-Soloprogramm") bundesweit in ausverkauften Häusern unterwegs. 2012 betreibt König mit der Veröffentlichung seines Songs "Ich hab' Burn-out" Burnout Prophylaxe, fungiert als Gastgeber von "Johann König & Konsorten" und steht bei einigen wenigen exklusiven Live-Terminen auf der Bühne. Von Januar 2013 bis März 2015 war er mit seinem vierten Soloprogramm "Feuer im Haus ist teuer, geh raus!" bundesweit zu sehen. Sein Live-Spektakel "Milchbrötchenrechnung" startete im Oktober 2015.

Ingo Appelt

Ingo Appelt
Ingo Appelt | Bild: Peter Schaffrath

1967 in Essen geboren beginnt Ingo Appelt 1982 nach der Schule eine Ausbildung zum Maschinenschlosser. Wie im "Pütt" verbreitet, schlägt Ingos Herz schon bald links und Ende der 1980er Jahre hat er seinen ersten Auftritt bei der Jugendkonferenz der IG Metall, der 1990 in die erste Tournee mündet: mit dem Programm "Heiter Be-Sinnlich" tourt Ingo durch die Republik.

1991 folgt der Zivildienst, Ingo intensiviert nebenbei seine Auftrittstätigkeit. 1993 stehen bereits 130 Gastspiele mit dem Programm "Wir sterben und Sie machen Witze" in seinem Kalender, 240 Gigs sind es in 1994 – außerdem wird das Fernsehen auf Ingo aufmerksam: er ist bei "RTL Samstag Nacht", der "RTL Nachtshow" und bei "Late Night mit Thomas Gottschalk" (RTL) ein gerngesehener Gast.

1996 ist Zeit für ein neues Programm. "Der Abräumer" macht seinem Namen alle Ehre und so lassen auch weitere TV-Highlights nicht auf sich warten. 1999 genießt Ingo geradezu ein Popstar-Image: er tritt bei der Echo-Verleihung auf und Marius Müller-Westernhagen lädt ihn als Supporting-Act für die Abschiedstournee ein – das beschert Ingo einen Stadion-Auftritt vor 750.000 Zuschauern. Das hat auch Auswirkungen auf Ingos eigene Tournee: jeweils 120.000 Zuschauer sehen Ingos "Wet Side Tour" in 1999 und 2000. In 2000 erhält Ingo auch seine eigene Fernsehshow: "Die Ingo Appelt Show" geht bei ProSieben auf Sendung. Nach einem "ersten offiziellen Babyjahr" in 2001 startet Ingo 2002 und 2003 mit seinem neuen Programm "Superstar" wieder voll auf der Bühne durch. 2005 läuft das Programm "Superstar" mit zwei Highlights aus: die CD zur Tour wird veröffentlicht und ProSieben strahlt einen Live-Mitschnitt der Show aus. Aber Ingo gönnt sich keine Pause: schon im Herbst 2005 tourt er wieder – mit dem neuen Programm "Retter der Nation". 2006 vergeht kaum ein Tag, an dem Ingo nicht mit seinem neuen Programm auf der Bühne steht. Überdies nimmt er sich wieder Zeit für Gastauftritte.

Ende 2008 steht der programmatische Titel für das erste Buch, Hörbuch und des nächsten Tourprogramms fest: "Männer muss man schlagen!". 2009 und 2010 wird die "Männer muss man schlagen!-Tour" erfolgreich fortgesetzt und Ingo ist im Kinofilm: "Morgen, ihr Luschen! Der Ausbilder-Schmidt-Film" auf der Leinwand zu sehen. Seit 2010 ist Ingo auch regelmäßig bei Nuhr im Ersten – Der Satiregipfel zu Gast. 2011 beginnt mit neuen Folgen des Quatsch Comedy Club – und es geht wieder auf die Bühne. Das Motto: "Frauen sind Göttinnen – Wir können nur noch beten!" Halleluja!

2014 ist Ingo erstmals seit 1999 nicht nur Gast, sondern regelmäßiger Gastgeber einer Fernsehsendung: Er übernimmt als Moderator die traditionsreiche Satiresendung "Kabarett aus Franken" im Bayerischen Fernsehen.

Anfang 2015 folgte das runderneuerte Programm: "Besser ist besser!" und Ingo ist weiterhin regelmäßiger Gast bei "Nuhr im Ersten".

Torsten Sträter

Torsten Sträter
Torsten Sträter | Bild: susannebuhr.de

Bei ihm ist Idiotie nicht nur ein leeres Wort. Er erzählt von gebrochenen Menschen und sonderbaren Begebenheiten, aber er lotet auch die stillen Nuancen des Miteinanders aus. Und das alles mit einer angenehmen Stimme.

»Ich bin Torsten Sträter.

Ich wiege bei 1,80 Höhe etwa eine halbe Tonne, weswegen ich nicht damit rechne, Booking-Anfragen für Katalogfotos zu bekommen. Ich komme darüber weg. Wenn ich nicht an meinen Geschichten für Bücher und Lesungen arbeite, sitze ich auf dem rapide durch schimmelnden Holzmobiliar meines Balkons. Ich weiß nicht, was in diese Baumarktleute gefahren ist – man bricht sich sicher keinen Zacken aus der Krone, wenn man Gartenmöbeln aus Holz einen Zettel beilegt: Bitte einölen, imprägnieren oder nur in der Wohnung benutzen! Wer soll das wissen? Bis Ende des Sommers, vermutlich arbeite ich dann grade an einem Essay über Pudding oder sowas, wird im hellen Sonnenlicht das Holz unter mir explodieren und ich werde von einem Stuhlbein gepfählt. Gut, dass ich den Bon noch habe.

Ich bin, wenn ich mich nicht in Gefahr begebe, in der Republik unterwegs und lese vor – bei Poetry Slams, auf Sololesungen, Lesebühnen und bizarren Mixed Shows (Ein Orgelspieler, ein Luftballontier-Clown, eine Frau, die mit Küchengeräten spricht, ich. So in der Art.) Fakt ist: Der Poetry Slam hat mich hervor gebracht … allerdings bin ich, was meine Teilnahme an Slams angeht, so unzuverlässig, dass gemunkelt wird, in meinem Keller stände ein Glücksrad, das folgende Felder aufweist:

  • Playstation spielen
  • Urologe
  • Paniermehl kaufen und Brot klonen
  • Liegen
  • Caprisonne-Tüten abheften
  • Zum Poetry Slam fahren

Das ist natürlich Unfug. "Urologe" ist nicht drauf. "Playstation spielen" dafür zwei Mal. Was noch?

Ich stehe (jugendliche Formulierung) auf Musik von Sinatra, Rammstein und Bach, beneide Menschen, die gut Piano spielen können (und mit "beneide" meine ich "hasse"), kann z.B. über Horst Evers, Fritz Eckenga, Malmsheimer, Onkel Fisch, Helge Schneider und Stromberg lachen, nicht aber über den Psychopathen, der bei uns frühmorgens durch die Siedlung fährt und beschissene Flötenmusik vom Band spielt, damit man ihm Metallschrott bringt. Was denkt der Vogel sich? Dass ich da um Sieben aus der Kiste schnelle und ausrufe:

"POTZTAUSEND! Da isser wieder! Da werde ich doch direkt mal eine Heizungsverkleidung abschrauben und sie noch in Unterhose feilbieten! Ich wusste doch gar nicht wohin damit! Endlich wird dieser Klumpen Blech seiner wahren Bestimmung zugeführt: Unter die Fittiche des kettenrauchenden Schrott-Eumels mit seiner völlig unmelodischen, ja kakophonischen Drecksflöte! Hurra!"

Dafür unterstütze ich den deutschen Buchhandel. Durch massives Einkaufen und Auftritte. Lassen Sie sich gesagt sein: Kleine Buchläden sind schöner. Und besser. Warum? Fragen Sie sich einfach, was Sie lieber tun …

a) über Bücher reden.
b) Rolltreppe fahren.

Der neue Roman über mittelalterliche Reiseprostitution kostet übrigens überall das gleiche. Also kann es kein Fehler sein, dort zu kaufen, wo man Sie wiedererkennt.
Na ja …
Halten Sie die Ohren steif – und wenn Sie das anatomisch nicht geregelt kriegen, blicken Sie einfach nach vorn. Hinter Ihnen ist meistens nix.

Ihr Torsten Sträter«

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