SENDETERMIN Do, 04.10.18 | 23:00 Uhr | Das Erste

Nuhr im Ersten

PlayDieter Nuhr - Nuhr im Ersten

Gäste: Michael Altinger, Torsten Sträter, Lisa Eckhart und Florian Schroeder

Michael Altinger ist geboren in Niederbayern, sozialisiert in Oberbayern, verheiratet mit einer bayerischen Schwäbin. Außerdem ist er Gastgeber der Sendung "Schlachthof" im BR. Seit 25 Jahren macht er Kabarett, mit einem besonderen Blick auf ein Volk, das vor einer wichtigen Wahl steht. Ein Volk, das oft schwer zu verstehen und ein großes Rätsel für den Rest der Republik ist. Was verbirgt sich unter Dirndln und Almen? Wer steckt wirklich in Söder und Seehofer? Werden sie Deutschland in den Abgrund reißen? Michael Altinger hat keine Ahnung, aber er kann uns genau erklären, warum.

Bei Torsten Sträter ist Idiotie nicht nur ein leeres Wort. Er erzählt von gebrochenen Menschen und sonderbaren Begebenheiten, aber er lotet auch die stillen Nuancen des Miteinanders aus. Und das alles mit einer angenehmen Stimme.

Florian Schroeder zeichnet sich durch eine erfreuliche Respektlosigkeit aus und nimmt kein Blatt vor den Mund. Scharfzüngig und hintersinnig kommentiert er das tagespolitische Geschehen. Dabei macht er auch Gebrauch von seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten als Parodist.

Lisa Eckhart, eine junge Steirerin, einst aus der Poetry Slam Szene erwachsen, verschafft sich nun in der Kabarettszene Deutschlands und Österreichs mehr Raum. Sie liefert Antworten auf die wichtigen, nie gestellten Fragen des Lebens. Dinge, die Sie nicht zu fragen wagten oder wohl auch niemals wissen wollten. Mit Performance und Texten so gnadenlos wie der Katholizismus und so wortgewandt wie eine Nationalratssitzung. Und gewinnt einen Kabarett-Preis nach dem anderen.

Michael Altinger

Michael Altinger
Michael Altinger | Bild: Martina Bogdahn

Michael Altinger geht’s in seinen Bühnenprogrammen immer um die Wahrheit und den Umgang mit ihr. Ab wann wird Wahrheit zu teuer oder ungünstig und sollte sich damit besser zurückziehen? Und welche neue Wahrheit entsteht jetzt? Wie viele Wahrheiten gibt es eigentlich zum gleichen Thema?

Diese Fragen beantwortet er in seinem eigenen Kosmos, ein kleines bayerisches Kaff, namens Strunzenöd.

Altinger ist Gastgeber der Sendung "Schlachthof" im BR, war Gast in vielen anderen Kabarettformaten "die Anstalt", "Scheibenwischer", "Mitternachtsspitzen"…, ist Darsteller und Autor in verschiedenen Comedy-Formaten und wurde im letzten Jahr ausgezeichnet mit dem bayerischen Kabarettpreis.

Er ist verheiratet, hat zwei erwachsene Söhne und lebt in der schönsten Stadt Bayerns, Wasserburg am Inn.

Außerdem ist er durch und durch ein Blauer. Was in Bayern so viel bedeutet, wie: Fan und Mitglied beim TSV 1860 München.

Torsten Sträter

Torsten Sträter
Torsten Sträter | Bild: susannebuhr.de

Bei ihm ist Idiotie nicht nur ein leeres Wort. Er erzählt von gebrochenen Menschen und sonderbaren Begebenheiten, aber er lotet auch die stillen Nuancen des Miteinanders aus. Und das alles mit einer angenehmen Stimme.

»Ich bin Torsten Sträter.

Ich wiege bei 1,80 Höhe etwa eine halbe Tonne, weswegen ich nicht damit rechne, Booking-Anfragen für Katalogfotos zu bekommen. Ich komme darüber weg. Wenn ich nicht an meinen Geschichten für Bücher und Lesungen arbeite, sitze ich auf dem rapide durch schimmelnden Holzmobiliar meines Balkons. Ich weiß nicht, was in diese Baumarktleute gefahren ist – man bricht sich sicher keinen Zacken aus der Krone, wenn man Gartenmöbeln aus Holz einen Zettel beilegt: Bitte einölen, imprägnieren oder nur in der Wohnung benutzen! Wer soll das wissen? Bis Ende des Sommers, vermutlich arbeite ich dann grade an einem Essay über Pudding oder sowas, wird im hellen Sonnenlicht das Holz unter mir explodieren und ich werde von einem Stuhlbein gepfählt. Gut, dass ich den Bon noch habe.

Ich bin, wenn ich mich nicht in Gefahr begebe, in der Republik unterwegs und lese vor – bei Poetry Slams, auf Sololesungen, Lesebühnen und bizarren Mixed Shows (Ein Orgelspieler, ein Luftballontier-Clown, eine Frau, die mit Küchengeräten spricht, ich. So in der Art.) Fakt ist: Der Poetry Slam hat mich hervor gebracht … allerdings bin ich, was meine Teilnahme an Slams angeht, so unzuverlässig, dass gemunkelt wird, in meinem Keller stände ein Glücksrad, das folgende Felder aufweist:

  • Playstation spielen
  • Urologe
  • Paniermehl kaufen und Brot klonen
  • Liegen
  • Caprisonne-Tüten abheften
  • Zum Poetry Slam fahren

Das ist natürlich Unfug. "Urologe" ist nicht drauf. "Playstation spielen" dafür zwei Mal. Was noch?

Ich stehe (jugendliche Formulierung) auf Musik von Sinatra, Rammstein und Bach, beneide Menschen, die gut Piano spielen können (und mit "beneide" meine ich "hasse"), kann z.B. über Horst Evers, Fritz Eckenga, Malmsheimer, Onkel Fisch, Helge Schneider und Stromberg lachen, nicht aber über den Psychopathen, der bei uns frühmorgens durch die Siedlung fährt und beschissene Flötenmusik vom Band spielt, damit man ihm Metallschrott bringt. Was denkt der Vogel sich? Dass ich da um Sieben aus der Kiste schnelle und ausrufe:

"POTZTAUSEND! Da isser wieder! Da werde ich doch direkt mal eine Heizungsverkleidung abschrauben und sie noch in Unterhose feilbieten! Ich wusste doch gar nicht wohin damit! Endlich wird dieser Klumpen Blech seiner wahren Bestimmung zugeführt: Unter die Fittiche des kettenrauchenden Schrott-Eumels mit seiner völlig unmelodischen, ja kakophonischen Drecksflöte! Hurra!"

Dafür unterstütze ich den deutschen Buchhandel. Durch massives Einkaufen und Auftritte. Lassen Sie sich gesagt sein: Kleine Buchläden sind schöner. Und besser. Warum? Fragen Sie sich einfach, was Sie lieber tun …

a) über Bücher reden.
b) Rolltreppe fahren.

Der neue Roman über mittelalterliche Reiseprostitution kostet übrigens überall das gleiche. Also kann es kein Fehler sein, dort zu kaufen, wo man Sie wiedererkennt.
Na ja …
Halten Sie die Ohren steif – und wenn Sie das anatomisch nicht geregelt kriegen, blicken Sie einfach nach vorn. Hinter Ihnen ist meistens nix.

Ihr Torsten Sträter«

Lisa Eckhart

Bühne frei für junge und frische Gesichter der deutschen Comedy-Szene! - Lisa Eckhart
Lisa Eckhart | Bild: rbb / Thomas Ernst

Was Sie sich nie zu fragen trauten und wohl niemals wissen wollten. Dieses Programm liefert die Antworten auf die wichtigen ungestellten Fragen des Lebens: Wer ist eigentlich Hatsche Stratsche Luftballon? Wie gewinnt man einen Zeugen Jehovas zum Freund? Und wieso ist ein Punschkrapfen Symbol der ultimativen Wahrheit? Glaube, Liebe, Politik und andere Taschenspielerstreiche werden liebevoll seziert, bis sich die Tragödie zur Komik steigert. Was bleibt noch zu sagen? Katzen würden Whiskas kaufen und sich im Anschluss dieses Programm ansehen. Weil sie es sich wert sind.

Lisa Eckhart, eine junge Steirerin, kroch aus der verbrannten Erde der deutschen Poetry Slam Szene, um sich in der Kabarettszene Österreichs mehr Raum zu verschaffen. Mit Performance und Texten so gnadenlos wie der Katholizismus und so wortgewandt wie eine Nationalratssitzung. Gebt ihr Stift, Papier und Bühne und niemand wird verletzt. Seit Herbst 2015 ist sie Teil der "Langen Nacht des Kabaretts" und gibt ihr Kabarett-Debüt mit "Als ob Sie etwas Besseres zu tun hätten". Und dazwischen räumt sie einen Kabarettpreis nach dem anderen ab.

Florian Schroeder

Florian Schroeder (Jg. 1979) mischt die Polit-Kabarettszene gehörig auf. Der Junge Wilde unter Deutschlands Kabarettisten ist bekannt aus TV-Sendungen wie Ottis Schlachthof, Mitternachtsspitzen und TV Total.

In seinem Bühnenprogramm begeistert er die Zuschauer mit einer atemberaubenden Mischung aus beeindruckenden Parodien, politischem Kabarett und intelligentem Nonsens. Die ersten kabarettistischen Gehversuche machte Florian Schroeder bereits auf dem Schulhof. Nach Abitur und Zivildienst begann er im Jahr 2000 ein Studium der Germanistik und Philosophie in Freiburg.

Parodien von Kohl, Blüm und Lindenberg brachten ihm als Vierzehnjährigem seinen ersten Fernsehauftritt bei Harald Schmidt (WDR "Schmidteinander") ein. Sein weiterer Weg führte Schroeder über Radiomoderationen bei SWR3 schließlich auf die Bühne. Außerdem war Florian Schroeder vier Jahre lang Ensemblemitglied des Kabarettquartetts "Heinz!", einer Heinz-Erhardt- Revue.

Im Fernsehen moderierte er auf 3sat und ist seit Mai 2014 Moderator der "Spätschicht" im SWR. Seit September 2014 ist Florian mit seinem aktuellen Programm "Entscheidet Euch!" auf Tour. Die Liste seiner Erfolge ist lang, die seiner Opfer länger.

Kabarettist Florian Schroeder zeichnet sich durch eine erfreuliche Respektlosigkeit aus und nimmt kein Blatt vor den Mund. Scharfzüngig und -sinnig kommentiert er das tagespolitische Geschehen. Dabei macht er auch Gebrauch von seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten als Parodist. Schroeder erhielt mehrere Kabarettpreise, darunter den ffn Comedy Award, den Kleinkunstpreis Baden-Württemberg, den Jurypreis bei der Tuttlinger Krähe, den silbernen Stuttgarter Besen, sowie den Jury- und Publikumspreis der St. Ingberter Pfanne. Er ist besonders bekannt für sein Talent als Parodist, für das er Stimme, Gestik und Mimik gekonnt einsetzt.

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