SENDETERMIN Mo, 10.03.14 | 22:45 Uhr

Sendung am 10. März 2014

Kabarettist Dieter Nuhr
Kabarettist Dieter Nuhr ist Gastgeber der Sendung "Satire Gipfel" im Ersten | Bild: rbb / Thomas Ernst

In seiner Sendung am 10. März 2014 begrüßt Dieter Nuhr: Abdelkarim, Ingo Appelt, Torsten Sträter und Enissa Amani.

Ingo Appelt – als "Enfant terrible der Comedy" gerne ins private, wie ins öffentliche Fernsehen eingeladen,  tourt er seit den 80er Jahren erfolgreich durch die Republik. Mit seinem letzten  Programm "Frauen sind Göttinnen – Wir können nur noch beten!", das auch als "Messe des schwarzen Humors" beschrieben wird, setzt Ingo Appelt seine Erfolgstournee fort.

Bei Torsten Sträter ist Idiotie nicht nur ein leeres Wort. Er erzählt von gebrochenen Menschen und Hunden, der Spargelsaison, dem Leben vor dem Tod im Ruhrgebiet und anderen sonderbaren Begebenheiten.

Abdelkarim ist ein Marokkaner aus Bielefeld. Der Ostwestfale mit "Migrationsvordergrund" widerlegt eindrucksvoll die These, Menschen aus diesem Teil Deutschlands hätten keinen Humor. Abdelkarim ist der sympathische Senkrechtstarter  in der Comedy- und Kabarettszene.

Enissa Amani: Manche könnten beim Anblick der Mode-Lady und ihrer piepsigen Stimme denken: "Was macht die da oben auf der Comedy-Bühne?" Selbst Enissa sagt: "Neben mir klingt Heidi Klum wie ein Nebelhorn!" ... Und ergänzt: "Ja, ich bin eine Vollblut-Tussi!" Umso überraschter ist der Zuschauer, wenn die hübsche Perserin plötzlich mit intelligentem Witz und Selbstironie die oben genannte Bühne erobert!

Ingo Appelt

Ingo Appelt
Ingo Appelt | Bild: Peter Schaffrath

1967 in Essen geboren beginnt Ingo Appelt 1982 nach der Schule eine Ausbildung zum Maschinenschlosser. Wie im "Pütt" verbreitet, schlägt Ingos Herz schon bald links und Ende der 1980er Jahre hat er seinen ersten Auftritt bei der Jugendkonferenz der IG Metall, der 1990 in die erste Tournee mündet: mit dem Programm "Heiter Be-Sinnlich" tourt Ingo durch die Republik.

1991 folgt der Zivildienst, Ingo intensiviert nebenbei seine Auftrittstätigkeit. 1993 stehen bereits 130 Gastspiele mit dem Programm "Wir sterben und Sie machen Witze" in seinem Kalender, 240 Gigs sind es in 1994 – außerdem wird das Fernsehen auf Ingo aufmerksam: er ist bei "RTL Samstag Nacht", der "RTL Nachtshow" und bei "Late Night mit Thomas Gottschalk" (RTL) ein gerngesehener Gast.

1996 ist Zeit für ein neues Programm. "Der Abräumer" macht seinem Namen alle Ehre und so lassen auch weitere TV-Highlights nicht auf sich warten. 1999 genießt Ingo geradezu ein Popstar-Image: er tritt bei der Echo-Verleihung auf und Marius Müller-Westernhagen lädt ihn als Supporting Act für die Abschiedstournee ein – das beschert Ingo einen Stadion-Auftritt vor 750.000 Zuschauern. Das hat auch Auswirkungen auf Ingos eigene Tournee: jeweils 120.000 Zuschauer sehen Ingos "Wet Side Tour" in 1999 und 2000. In 2000 erhält Ingo auch seine eigene Fernsehshow: "Die Ingo Appelt Show" geht bei ProSieben auf Sendung. Nach einem "ersten offiziellen Babyjahr" in 2001 startet Ingo 2002 und 2003 mit seinem neuen Programm „Superstar" wieder voll auf der Bühne durch. 2005 läuft das Programm "Superstar" mit zwei Highlights aus: die CD zur Tour wird veröffentlicht und ProSieben strahlt einen Live-Mitschnitt der Show aus. Aber Ingo gönnt sich keine Pause: schon im Herbst 2005 tourt er wieder – mit dem neuen Programm "Retter der Nation". 2006 vergeht kaum ein Tag, an dem Ingo nicht mit seinem neuen Programm auf der Bühne steht. Überdies nimmt er sich wieder Zeit für Gastauftritte.

Ende 2008 steht der programmatische Titel für das erste Buch, Hörbuch und des nächsten Tourprogramms fest: "Männer muss man schlagen!". 2009 und 2010 wird die "Männer muss man schlagen!-Tour" erfolgreich fortgesetzt und Ingo ist im Kinofilm: "Morgen, ihr Luschen! Der Ausbilder-Schmidt-Film" auf der Leinwand zu sehen. Seit 2010 ist Ingo auch regelmäßig im Satire Gipfel zu Gast. 2011 beginnt mit neuen Folgen des Quatsch Comedy Club – und es geht wieder auf die Bühne. Das Motto: "Frauen sind Göttinnen – Wir können nur noch beten!" Halleluja! Mit mehr als 85 Auftritten legt die als "Messe des schwarzen Humors" beschriebene Tournee einen fulminanten Start hin, bei dem die Zuschauer kaum aus dem Lachen herauskommen: überall zahlreiche Zugaben und euphorische Resonanz etwa bei Facebook bezeugen das eindrucksvoll.

Torsten Sträter

Torsten Sträter
Torsten Sträter | Bild: susannebuhr.de

Geb. 1966 in Dortmund
Autor und Slam-Poet, Kolumnist, Satiriker, Komiker und Vorleser.
Konfektionsgröße: 54
Schuhgröße: 42
Haar: Graubraun
Augen: Blau
Religion: Nix da

Geboren im Ruhrgebiet mit den üblichen Parametern: Gestrickte Pullis, samstags Daktari, danach Badewanne. Später in den Achtzigern dann Zuwendung zur Gothic-Szene, aber ohne rechten Ehrgeiz, eigentlich nur wegen der schwarzen Mäntel. 900 Dosen Haarlack später dann Ausbildung zum Herrenschneider. Geringster Auszubildendenlohn überhaupt, aber irgendwie reicht's … und heute spart man ja, wenn man sich die Hose selbst kürzt. Literatur-Fokus damals: Stephen King. Heinz Erhard. Ephraim Kishon.

Die Neunziger sind von völliger Orientierungslosigkeit geprägt: Sakko zur Lederhose, nur eine Herdplatte, wechselnde Damenbekanntschaften, aber immer am Arbeiten. Außerdem ziehe ich oft um. Kerouac-artige Unruhe und Nichtsesshaftigkeit. Habe statistisch in jeder vierten Wohnung im Dortmunder Norden gehaust. Immer dabei: mein Sekretär. Möbel, nicht Mann. Einschneidenstes Erlebnis: Bekifft in Jurassic Park.

Das neue Jahrtausend: Hatte mir eigentlich nix vorgenommen, wegen Milleniumuntergang. Findet dann doch alles statt. Planlos bis 2002. 2004 lese ich einen so schlechten Thriller (markiger FBI-Mann, sexy israelische Agentinnen mit permanent aufplatzender Bluse, Mafiosi, die andere beim Nudelessen erschießen), das ich selbst mit dem Schreiben beginne. Erste Geschichte kapitaler Käse, aber ein Anfang ist gemacht. Werde Vater. Wunderbar.

2005: Ein Kleinverlag verlegt mein erstes Buch, "Jacks Gutenacht-Geschichten". Verkauft sich so gut, dass zwei Folgebände erscheinen und der Verlag eine Postkarte in die Bücher legt, die irritiert hinterfragt, WER ZUM GEIER die ganzen Bücher kauft. Erste Lesung direkt im Haus des Buches, Leipzig. Schiebe ein Humorbuch namens "Brainspam" hinterher. Es ist nicht so richtig gut. Dafür aber grauenhaft lektoriert. Werde damit zum Begründer einer Humorform, die darauf fußt, versehentlich ganze Sätze wegzulassen.

2008. Ein Kollege lädt mich ein, meine Texte in einer Dortmunder Hafenkneipe vorzutragen. Da wäre Poetry Slam. Mache ich. Nach zwanzig Minuten des Vortragens packt er mich am Ärmel. Ich müsse zum Ende kommen. Sage ihm, ich hätte noch 17 Din-A-4 Seiten, dann wäre ich durch. Er erklärt mir das Poetry Slam-Konzept: 6-7 Minuten Vortragszeit, keine Hilfsmittel oder Gesänge, danach gibt das Publikum Zensuren. Aha. Macht aber Spaß. Ich bleibe dabei und arbeite mich hoch.

NRW-Poetry-Slam-Champion 2009
NRW-Poetry-Slam-Champion 2010
NRW-Poetry-Slam-Champion 2012

Gewinner der FRITZ NACHT DER TALENTE, Admiralspalast Berlin, 2010
Gewinner des Jahresfinales Bunker Slam, Hamburg, 2011

Beginne mit Sololesungen (hoher Anteil freie Erzählung). Es läuft. Mal kommen fünf Zuschauer, mal acht … aber es werden nach und nach mehr. 2011 erscheint im Carlsen Verlag Hamburg "Der David ist dem Goliath sein Tod". Der WDR erklärt es zum lustigsten Buch 2011. Die Schlagzahl nimmt zu. Auftritte so ziemlich überall, mal in Mixed Shows, mal solo, mal mit Künstlern wie Horst Evers und Fritz Eckenga.

2012 erscheint "Selbstbeherrschung umständehalber abzugeben", erneut im Carlsen Verlag. Dezember 2012: Gewinner des Passauer Scharfrichterbeils 2012. Wunderschönes Beil, übrigens.

Ich bin jetzt eher Ende als Mitte 40, fühle mich aber gut. Ich darf die Republik bereisen, Geschichten erzählen, lästern, vorlesen. Bin genau im richtigen Alter. War ich aber schon immer.

Weitere Zahlen:
Peinlichster Auftritt: 2010 vor 1200 völlig schockierten Bankern.
Lächerlichstes Bühnenoutfit: Lilafarbenes Oberhemd (inzwischen vergraben).
Tritt meist mit Mütze auf. Und in schwarz.
Teuerste Mütze: Armani Exchange, 100 Euro.
Billigste: 3 Euro, Flohmarkt (Neuware).
Keine Bahncard 100. Führerschein.
Schulbildung: Realschule.

Seit 2008 über 300 Bühnenauftritte – Poetry Slams, Lesebühnen, Solo-Shows.

Abdelkarim

Abdelkarim
Abdelkarim | Bild: www.abdelkarim.tv

Abdelkarim ist ein Marokkaner aus Bielefeld. Es kann halt nicht allen gut gehen. Was ihm bleibt sind seine langen Träume. Ohne sie wäre es schwer in der Bielefelder Bronx alias das-ghettowürdigste-Ghetto-Deutschlands (und das ohne brennende Mülleimer). In seinen unfassbar süßen Träumen ist er mal berufstätig, mal hat er einen deutschen Pass oder er spricht einfach mit einem Germanen. Diese glorreichen und glamourösen Träume sind ihm komischerweise nicht zu Kopf gestiegen. Abdelkarim ist auf dem Boden geblieben. Im wahrsten Sinne der Wörter. Als fester Bestandteil der Unterschicht und Parallelwelt meistert er seinen Alltag. Ob im virtuellen Netzwerkwahn oder real mit original Kunstlederjacke – der Marokkaner hat immer (k)eine Lösung parat. Oder sein Vater. Oder sein bester Freund des Grauens: Straßenflüsterer Ali.

Der sympathische Senkrechtstarter gilt in der Comedy- und Kabarettszene als einer der 82 Millionen Einwohner Deutschlands. Ostwestfälischer Humor mit Migrationsvordergrund! Abdelkarim ist Stammgast im Quatsch Comedy Club, im Köln Comedy Festival und TV-Sendungen wie "Nightwash", "WDR Fun(k)haus", RTLII "Fun Club", "Cindy aus Marzahn und die jungen Wilden" und "Willkommen bei Mario Barth".

Gewinner des Jurypreises: Das große Kleinkunstfestival der Wühlmäuse 2011
Gewinner des NDR Comedy Contest, Jahresfinale 2010
2012 nominiert für die Tuttlinger Krähe, den Prix Pantheon und den Stuttgarter Besen

Enissa Amani

Enissa Amani
Enissa Amani | Bild: Jean-Paul-Philippe

Manche könnten beim Anblick der Mode-Lady und ihrer piepsigen Stimme denken: "Was macht die da oben auf der Comedy-Bühne?" Selbst Enissa sagt: "Neben mir klingt Heidi Klum wie ein Nebelhorn!" ... Und ergänzt: "Ja, ich bin eine Vollblut-Tussi!" Umso überraschter ist der Zuschauer, wenn die hübsche Perserin plötzlich mit intelligentem Witz und Selbstironie die oben genannte Bühne erobert! Zwischen "Chanel, Tschadar und Che Guevara" wandelt die Wahl-Kölnerin gekonnt in den Welten Iran und Deutschland und nimmt ihr Publikum dabei an die Hand, um Einblicke in ihr Leben zu gewähren.

Wussten Sie z.B., dass Iranerinnen alle ihre Nasen operieren lassen und Botox spritzen? "Na, ist ja klar", sagt Enissa. "Wir müssen uns dort verschleiern. Wenn Du also Arsch und Titten nicht zeigen kannst, pumpst Du Dir das Silikon eben ins Gesicht!" Aber neben ganz weltlichen Problemen einer jungen Frau erzählt Enissa auch Spannendes aus dem politischen Leben einer Perserin. So hat ihr Vater lieber aus dem kommunistischen Manifest vorgelesen, als aus Benjamin Blümchen. Und überhaupt sagt man lieber "Perserin" als "Iranerin". "Das klingt eher so nach Perserkätzchen und nicht nach Sprengstoffgürtel!"

Freuen Sie sich also auf eine wunderbare Reise in ein vielleicht für Sie noch verschlossenes Land – und lachen Sie gemeinsam mit Enissa Amani über die Verrücktheit der Menschen, die uns doch alle eint!

Persönliche Informationen zu Enissa Amani:

Enissa Amani wurde im Iran geboren, wuchs jedoch in Frankfurt am Main auf. Während des Schah-Regimes saß Enissas Vater vier Jahre im Gefängnis – aufgrund seiner Leidenschaft für Bücher. Nach der islamischen Revolution flüchtete die Familie schließlich 1985 aus dem Iran nach Deutschland.  Der steinige Weg ihrer Eltern und Enissas Blick auf Deutschland sind u.a. Themen ihrer Texte. Die persische Sprache lernte Enissa Amani von ihrem Vater. Sie lebt heute in Köln. Zwar ist sie noch nicht lange beim Comedy-Zirkus dabei, überzeugt aber bereits mit toller Präsenz und schlagfertigen Standups. Enissa wurde bereits für den "Prix Pantheon 2014" nominiert und ist u.a. bereits Teil der sehr erfolgreichen "RebellComedy". Im TV sah/sieht man Sie u.a. bei den "StandUpMigranten" bei "TV total" und bei "NightWash".

Geburtssatum 08.12.1983
Geboren im Iran
Mit 2,5 Jahren nach Deutschland gekommen
Aufgewachsen in Frankfurt am Main
Mutter Ärztin für Allgemeinmedizin und Psychologie Vater Doktor in Literatur im Iran
2003 Abitur (1,8) in Frankfurt am Main
Praktika in den USA / Deutschand Marketing / P&G GmbH
3 wöchiger Workshop für die Stage School of Music Dance and Drama
Werbedreh für die T- Online Messe Modeljobs
2004- 2005 Flugbegleiterin
2005 Umzug nach Köln
Jura Studium---nur bis ZP

Startete mit kleinen Sprechrollen für verschieden Produktionen, u.a.:
- Im Kinofim "The One" mit Til Schweiger
- "Danni Lowinski"

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