Jannis Niewöhner ist Walter Proska

Einen Moment lang nicht aufgepasst: Walter Proska (Jannis Niewöhner) im vom Partisanen besetzten Gebiet.
Jannis Niewöhner als Walter Proska | Bild: NDR / Dreamtool Entertainment

Architektur hat Walter Proska studiert, als er einberufen wurde. Schöpfen, etwas entstehen lassen, wollte er. Jetzt ist seine Aufgabe, ein guter Kamerad zu sein – in einem Krieg, den er sich nicht ausgesucht hat. Irgendwo zwischen Abscheu für den Krieg und Pflichtgefühl gegenüber seinem Eid hat Walter sich seinen naiven Glauben an die Menschlichkeit bewahrt. Er kann noch lieben, wo er eigentlich hassen soll. Er verliebt sich in die polnische Partisanin Wanda.

Zwischen Wahrheit und Lüge, seinen Gefühlen für Wanda und seiner Pflicht ist er hin- und hergerissen. Zunächst glaubt er an die Ehrlichkeit. Walter kann vertrauen, aber auch Verantwortung übernehmen. Als er irgendwann zu lügen beginnt, weil es die Situation zu erfordern scheint, fällt der erste Tropfen Gift in seine Seele. Aus Notwehr tötet er Wandas Bruder und lädt weitere Schuld auf sich. Gibt es ein richtiges Leben im falschen? Rechtfertigt die gute Sache des neuen sozialistischen Deutschlands, dass man die Wahrheit verbiegt? Ist sie dann noch eine gute Sache? Wann immer die Situation unerträglich wird, kann Walter fliehen, zuletzt in das Wirtschaftswunder-Deutschland, das so tut, als habe es die jüngere Vergangenheit nicht gegeben. Aber auch bis hierhin wird Wandas betörende Stimme Walter verfolgen. Seine Vergangenheit bleibt für ihn lebendig.

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"Walter ist ein Getriebener, der nie zur Ruhe kommt."