Fragen an Joachim Król

Christoph Dassler

Christoph Dassler
"Er hätte sich bestimmt immer für den Spatz in der Hand und nicht für die Taube auf dem Dach entschieden." | Bild: ARD Degeto/Wiedemann & Berg/Martin Spelda

Wer ist Christoph Dassler? Wie würden Sie seinen Charakter beschreiben?

Christoph Dassler ist Ende des 19. Jahrhunderts mit seiner Frau Pauline ins "boomende" Herzogenaurach gekommen und war sicher alles andere als ein Glücksritter. Der 2000-Seelen-Ort bot jedoch Platz und Arbeit für einen standesbewussten und einfachen Mann wie ihn. So fanden er und seine Frau ein bescheidenes Auskommen für die Familie. Er war selbstständig und wohl auch als Zuarbeiter für eine der vielen Schuhfabriken des Städtchens tätig. "Schlappenschuster bin ich!", hätte er wahrscheinlich gesagt, "nicht mehr, aber auch nicht weniger".

Welche Rolle spielt Christoph Dassler in der Familie und in der Firma?

Abgesehen davon, dass Christoph Dassler nicht der alleinige "Ernährer" war – die immerhin sechsköpfige Familie war ja angewiesen auf die Einkünfte aus den Wäscherei- und Dampfbügelarbeiten der Mutter – spielte er sicher die konventionelle Rolle des Familienvorstandes einer Familie seiner Zeit. Jemand, der bei Tisch zu Kopfe saß, das Gebet sprach und das letzte Wort hatte.

Wie steht er den beruflichen Plänen seiner Söhne gegenüber?

Es ist verständlich, dass ein Mann wie Christoph Dassler in Zeiten von Weltkrieg, Wirtschaftskrise und politischen Unruhen den Träumen und Visionen seiner Söhne skeptisch gegenübersteht. Die Dynamik, die Neugier und auch die Lebenslust, die seine Söhne als Vertreter einer neuen Zeit entwickelten, waren ihm sicher fremd und haben ihn überfordert. Er hätte sich bestimmt immer für den Spatz in der Hand und nicht für die Taube auf dem Dach entschieden.

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