Drehbuchautorin Rebecca Mahnkopf

ARD Degeto DIE DIPLOMATIN - MORD IN ST. PETERSBURG, am Samstag (18.09.21) um 20:15 Uhr im ERSTEN, online first ab (17.09.21) in der ARD MEDIATHEK
ARD Degeto DIE DIPLOMATIN - MORD IN ST. PETERSBURG, am Samstag (18.09.21) um 20:15 Uhr im ERSTEN, online first ab (17.09.21) in der ARD MEDIATHEK - Die Diplomatin Karla Lorenz (Natalia Wörner, re.) kämpft für ihren Jugendfreund „Kolja“ Petrow (Beat Marti) und dessen Tochter Manja (Rena Harder). | Bild: ARD Degeto / Roland Suso Richter

TSie haben erstmals für „Die Diplomatin“ geschrieben – was hat Sie an dem Stoff gereizt?

„Die Diplomatin“ ist für mich eine der spannendsten Reihen, die das deutsche Fernsehen im Moment zu bieten hat. Somit habe ich mich sehr gefreut, mir eine Folge vorknöpfen zu dürfen.

Vor meiner Karriere als Drehbuchautorin war ich zehn Jahre lang Journalistin. Somit kenne ich das politische Berlin sehr gut und bin auch im Fiktionalen ein absoluter Fan von politischen Stoffen. „Die Diplomatin“ schafft es, Außenpolitik greifbar zu machen, hier ist Politik spannend, nicht nur dröge und Elfenbeinturm. Folge für Folge sehen wir Hauptfigur Karla Lorenz und ihren Mitarbeitern dabei zu, wie sie sehr intelligent und mit viel Herzblut diplomatische Krisen meistern, sind mittendrin dabei. Hier anzuknüpfen und das in „Mord in St. Petersburg“ weiterzuführen, hat mir große Freude gemacht. Was vor allem an der Hauptfigur Karla Lorenz liegt, die Natalia Wörner so wundervoll und nuanciert verkörpert.

Karla Lorenz ist eine unglaublich interessante und vielschichtige Frauenfigur. Die Diplomatin hat sich ihrer Karriere verschrieben, ist exzellent in ihrem Job. Gleichzeitig verkörpert sie aber nicht das Klischee der kalten und knallharten Karrierefrau. Karla Lorenz ist deswegen so gut in ihrem Job, weil sie eine sehr hohe Empathiefähigkeit hat, emotional reagiert, mitfühlend, dadurch auch mal unkonventionelle Wege geht. Andererseits kann sie sehr rationale und kalkulierte Entscheidungen treffen, wenn es ihr Beruf verlangt.

Ich habe mich bewusst mit „Mord in St. Petersburg“ für einen Fall entschieden, in dem Karla Lorenz einerseits taktisch und rational in ihrem Job gefordert, gleichzeitig aber auch sehr emotional involviert ist. Ihr bester Freund wird mitten in Berlin entführt. Das ist eine sehr ernste außenpolitische Krise, gleichzeitig für die Diplomatin hochemotional. Sie will unbedingt ihren Freund retten, muss aber auch mit kühlem Kopf entwirren, warum er auf seiner Flucht nach Berlin von den Geheimdiensten abgefangen wurde – ob er wirklich so unschuldig ist, wie er behauptet.

Welche Herausforderung gab es, eine neue Folge für eine bereits etablierte Reihe umzusetzen?

„Mord in St. Petersburg“ ist eine Zwischenfolge. Hauptfigur Karla Lorenz ist nicht mehr Botschafterin in Prag, ihre Station in Rom beginnt erst in ein paar Wochen, sie ist gerade auf Heimaturlaub in Berlin. Somit musste eine außenpolitische Krise gefunden werden, die nicht im Ausland, sondern mitten in der deutschen Hauptstadt spielt. Ein Fall, in dem Karla Lorenz nicht als Botschafterin in einem anderen Land, sondern als außenpolitische Expertin im Auswärtigen Amt gebraucht wird.

In meiner Zeit als Journalistin für habe ich oft in Botschaften gedreht. Mein Büro war damals am Pariser Platz, die amerikanische, französische, britische und auch die russische Auslandsvertretung waren nur wenige Meter entfernt. Ich fand es schon immer faszinierend, dass ich in wenigen Schritten das Hoheitsgebiet eines anderen Landes betrete, Deutschland verlasse, obwohl ich mich mitten in Berlin befinde. Besonders die russische Botschaft ist natürlich historisch aufgrund des Kalten Krieges ein sagenumwobenes Gebäude.

Die Tagesaktualität unseres Films ist einerseits ein Geschenk, andererseits aber natürlich eine Herausforderung. Während der Entstehung des Drehbuchs und der Dreharbeiten erreichten uns Nachrichten zum Thema der Deutsch-Russischen Beziehungen, die plötzlich sehr nah an unserer Geschichte waren. Ich bin Redaktion und Produktion sehr dankbar, dass sie den Mut hatten, sich mit mir dieser Herausforderung zu stellen und den Stoff von Anfang an voll und ganz unterstützt haben.

1 Bewertungen
Kommentare
Bewerten

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten: Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern werden innerhalb von 24 Stunden durch die Redaktion freigeschaltet. Es dürfen keine externen Links, Adressen oder Telefonnummern veröffentlicht werden. Bitte vermeiden Sie aus Datenschutzgründen, Ihre E-Mail-Adresse anzugeben. Fragen zu den Inhalten der Sendung, zur Mediathek oder Wiederholungsterminen richten Sie bitte direkt an die Zuschauerredaktion unter info@ard.de. Vielen Dank!

*
*

* Pflichtfeld (bitte geben Sie aus Datenschutzgründen hier nicht Ihre Mailadresse oder Ähnliches ein)

Kommentar abschicken

Ihr Kommentar konnte aus technischen Gründen leider nicht entgegengenommen werden

Kommentar erfolgreich abgegeben. Dieser wird so bald wie möglich geprüft und danach veröffentlicht. Es gelten die Nutzungsbedingungen von DasErste.de.