Statement von Züli Aladag (Regisseur)

»Balance zwischen Spannung, Humor und Emotionalität«

Züli Aladag (Regisseur)
Züli Aladag (Regisseur) | Bild: dpa

»Als ich das Drehbuch zu 'Die Fahnderin' zu lesen bekam, war ich positiv überrascht darüber, dass es Stefan Dähnert gelungen war, eine spannende sowie unterhaltsame Geschichte im Milieu des Finanzamtes und der vermeintlich trockenen Steuerfahndung zu erzählen. Für mich als Regisseur war es eine Herausforderung, die Vorlage zum Leben zu erwecken und die richtige Balance zwischen Spannung, Humor und Emotionalität zu finden. Mir war es wichtig, eine eigenständige Ästhetik für den Film zu entwickeln und ihn trotz der realistischen Hintergründe des Stoffes als fiktionale und unterhaltsame Geschichte zu erzählen.

Der Film hat eine starke weibliche Hauptfigur und sehr gute Nebenfiguren – und ich bin sehr glücklich über die Besetzung, die wir für 'Die Fahnderin' gewinnen konnten. Von Anfang an hatte ich mir Katja Riemann für die Rolle der Karola Kahane gewünscht. Und die Zusammenarbeit mit ihr war eine große Freude. Katja Riemann ist eine der besten Schauspielerinnen unseres Landes. Ihre Vorbereitung auf die Rolle und ihre Arbeit daran waren präzise, perfektionistisch und leidenschaftlich. Der Film greift ein wichtiges gesellschaftliches Thema auf. Steuerhinterziehung durch unsere Eliten.

Die Dimension der Steuerhinterziehung hat sich erst in den letzten Jahren durch diverse Ankäufe von Datenträgern über Steuersünder offenbart und beschäftigt seither die Öffentlichkeit und die Politik. Die jahrzehntelange Praxis der Steuerhinterziehung auf Schweizer und Liechtensteiner Konten schien das politische Establishment bis dahin nicht weiter zu stören. Und obwohl es sich bei 'Die Fahnderin' um einen Spielfilm, also um Fiktion und Unterhaltung handelt, freuen wir uns natürlich darüber, wenn wir damit auch einen Beitrag zu dieser Debatte leisten können.«

Züli Aladag, Regisseur

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