Filmdebüt beim Norddeutschen Rundfunk (NDR)

»Wir beim NDR schreiben das Debüt seit 2015 groß und riefen die Debüt- Reihe 'Nordlichter' ins Leben: regionale Talente mit regionalen Stoffen werden gemeinsam mit der Filmförderung Hamburg-Schleswig Holstein und der Nordmedia umgesetzt – bis zu vier Stück im Jahr. Dabei können die Staffeln sowohl genregebunden sein– Komödie, Mystery und Liebe waren die letzten zentralen Themen. Und als Serie oder Film realisiert werden. Die Ausschreibung der aktuellen Staffel ging im Januar 2019 zu Ende und ist diesmal offen für alle Möglichkeiten des fiktionalen, abendfüllenden Erzählens. Bisher dabei waren z.B. im Fach Regie Viviane Andereggen, Martina Plura und Hanno Olderdissen.

Blickt man in die weitere Vergangenheit, so war die Förderung von Debütregisseuren im Norddeutschen Rundfunk schon immer eine durchgehende Größe mit Tradition, egal wann, in welcher Form und auf welchem Platz. So debütierten unter redaktioneller NDR-Betreuung in den 70ern und 80ern Regisseure wie Dieter Wedel, Doris Dörrie und Wolfgang Petersen in der ARD. Daneben fanden Debüts in Reihen mit wechselnden Schwerpunkten ihren Platz im Dritten Programm wie die Abschlussarbeiten der Hochschulen Hamburg, Berlin, München mit deren Regisseuren Michael Bertl, Claus Michael Rohne, Martin Weinhart und Thomas Freudner.

Aber auch polarisierende Debütanten mit eigenwilligen Themen und experimentellen Filmtechniken wie Lothar Lambert, Dagmar Beiersdorf und Monika Treut fanden bei den NDR-Redakteuren das Engagement und die Vision, ihre Ideen realisieren zu können.

In den 90ern gab es im NDR einen grundsätzlich neuen Impuls für das Debüt. Neben traditionellen Engagements im Kinobereich wie 'Im Kreise der Lieben' von Hermine Huntgeburth, 'Schattenboxer' von Lars Becker und 'Absolute Giganten' von Sebastian Schipper, produzierte die Redaktion mit begabten Jungregisseuren deren Debüts im Rahmen eines regulären ARD-Etats und für den Fernsehfilm-Hauptsendeplatz. Das Ziel war, den Regisseuren unter normal üblichen Rahmenbedingungen und unter Einbettung in erfahrene Strukturen und Produktionsteams die Möglichkeit zu geben, sich auf die Regiearbeit konzentrieren zu können. So kamen die Erstlinge von Angelina Maccarone, Manfred Stelzer, Zoltan Spirandelli, Geraldine Creed oder Mika Kaurismäki zustande.

Als 2001 die Reihe 'Debüt im Ersten' etabliert wurde, erhielten die Filme sogar einen eigenen Sendeplatz: Der NDR realisierte hierfür als Kino-Koproduktion in der Regel einen Film pro Jahr, suchte und fand hierfür immer wieder außergewöhnliche Stoffe und eigenwillige Geschichten. Die hatten eigentlich auch immer etwas mit der Region, ihren Menschen, dem Zeitgeist und mit dem zu tun, was um uns herum geschieht.

Debüt heißt zwar in erster Linie, den Regisseuren zu ihrem ersten oder zweiten Film zu verhelfen - Andi Rogenhagen mit ‚Ein Tick anders‘ und ‚Schrotten‘ von Max Zähle zählen zum jüngsten NDR-Nachwuchs. Wir begleiten aber schon immer auch engagierte Jungautoren und unterstützen innovative Jungproduzenten, deren Projekte entweder gemeinsam mit den regionalen Förderungen oder als Nordlicht entstehen.«

Sabine Holtgreve und Daniela Mussgiller

Kontakt zur NDR-Redaktion

Daniela Mussgiller
Norddeutscher Rundfunk
Hugh-Greene-Weg 1
22529 Hamburg

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