Regisseurin Miriam Bliese

Regisseurin Miriam Bliese
Regisseurin Miriam Bliese | Bild: Olad Aden

»Am Anfang stand die Lust, einen ganzen Film an einer einzigen Haustür zu erzählen. Ich wollte einen Zwischenraum zum Mittelpunkt des Geschehens machen. Sätze und Handlungen aufgreifen, die normalerweise am Rande stattfinden, und sie ins Zentrum rücken. Weil ich glaube, dass die Beiläufigkeiten des Lebens oft viel aufschlussreicher sind als die sogenannten 'großen Ereignisse'. Dazu kam das Bedürfnis, von einem großen Thema meines Lebens zu erzählen: Trennungen.

Ich halte es für eines der Phänomene unserer Zeit, dass wir nicht in der Lage sind zusammen zu bleiben, obwohl wir es uns so sehnlich wünschen. Ich bin umgeben von Paaren mit Kindern, die verzweifelt versuchen, Liebende zu bleiben, und genauso verzweifelt scheitern. Warum ist das so? Ich denke, die Antwort steckt im Detail. In all den Kleinigkeiten und Banalitäten, die den Alltag der Liebe ausmachen, und die so wenig zu unseren hehren Erwartungen passen. Ich glaube, dass eine Trennung an sich keine Katastrophe ist. Die wahre Katastrophe ist die Unfähigkeit, mit der Trennung umzugehen. Wir brauchen keine Anleitungen, wie sich die Trennung vermeiden lässt, wir brauchen Rüstzeug für die Zeit danach. Deshalb wollte ich in meinem Film auch davon erzählen, wie es nach der Trennung weitergeht. Eine Zeit, die wiederum aus Kleinigkeiten und banalen Streitereien besteht, aber auch, in seltenen Momenten, aus einer abgeklärten Art von Zuneigung, die vielleicht letztlich die interessantere Form von Liebe ist.

Der deutsche Schlager zieht sich wie ein roter Faden durch den Film. Es geht um Herzschmerz, ewige Liebe und verzehrende Sehnsucht. Die Schlager bilden einen ironischen Kommentar zur Filmhandlung, sie zitieren ein Idealbild von Liebe, das mit dem heutigen Liebesalltag herzlich wenig gemein hat, und das wir doch als Wunschvorstellung nie ganz loswerden.«

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