Regisseur Oliver Kienle zu seinem Film

Oliver Kienle
Oliver Kienle | Bild: SWR / Natalie Schaaf

»Sophie und Jessica sind für mich wie das Yin und Yang einer gespaltenen Seele. Beide haben sehr unterschiedliche Wege, mit einem Trauma aus der Kindheit umzugehen. Sophie will vergessen, will nach vorne blicken, sich ein Leben als Pianistin aufbauen, sich verlieben. Jessica hingegen blickt zurück, suhlt sich im Trauma und ist dadurch regelrecht paranoid geworden. Was mich am meisten an der Geschichte fasziniert hat, ist, wie die Schwestern miteinander 'verschmelzen', wie bald nicht mehr klar ist, ob wir zwei Schwestern oder zwei gespaltene Persönlichkeiten in einer Figur sehen. Darin besteht für mich die große Wahrhaftigkeit in diesem Film: Ein Trauma zerreißt die Seele, und es ist ein langer Weg, die Seele wieder zu vereinen.

Der Film selbst bildet diese Gespaltenheit ab, darin liegt der filmische Reiz an diesem Stoff. Wir haben einerseits die Geschichte der tief verletzten, krank gewordenen Jessica, die Jagd auf die Täter von damals macht und in ihrem Wahn glaubt, nur dadurch ihre Schwester beschützen zu können. Andererseits erleben wir die Geschichte der liebenswerten Sophie, die versucht, Jessica aufzuhalten und für ein normales, schönes Leben zu kämpfen. Es ist ein Kampf zwischen Yin und Yang.«

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