Regisseurin Sabrina Sarabi

Regisseurin Sabrina Sarabi
Regisseurin Sabrina Sarabi  | Bild: Sabrina Sarabi

»Mit 'Prélude' möchte ich das Portrait einer Generation erzählen, in der jeder alles kann, alles darf, jedem alles offensteht, in der es aber auch ein unausgesprochenes Ziel gibt: besonders sein zu müssen. Jeder hält die Verantwortung für sein Tun in den eigenen Händen. Damit kommt die Angst vor dem Scheitern, die Angst vor dem eigenen Versagen. Die ständige Rastlosigkeit und der permanente Zeitdruck führen zur einer Zunahme von Depressionen und Abhängigkeiten, die sich in verschiedensten Gesellschaftsschichten breitmachen. Auch das Gefühl, nicht gut genug zu sein, scheint in meiner Generation und in den folgenden weit verbreitet zu sein. Ich habe aus künstlerischen Gründen das Musikkonservatorium als Umfeld gewählt, genauso gut wäre eine BWL-Student oder ein Sportler denkbar gewesen, der den zu hohen Erwartungen und dem Leistungsdruck unterliegt. Das Klavier als Identifikation und als Widersacher zugleich. Die Melodien und die Rhythmen, die sich in Davids Kopf verselbstständigen und uns in seine Gefühlswelt eintauchen lassen.

Es war mir wichtig, in der Geschichte immer bei David zu bleiben und dabei den richtigen Wechsel zwischen Nähe und Distanz zu finden. Wir beginnen mit sehr statischen, klassischen Einstellungen und werden im Laufe des Films mit der Kamera wilder und unberechenbarer. Die Farben werden kühler, um Davids zunehmenden Ängste, seine Einsamkeit und den Kontrollverlust spürbar zu machen. Sowohl die Musik, als auch die drastischen Wechsel zwischen hell und dunkel, lassen uns Davids Überreizung spüren. Gegen Ende werden die Farben wieder natürlicher und es gibt keine Musik mehr. Wie ein böser Traum, aus dem jemand in der Realität erwacht.«

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