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Das Lager – Wir gingen durch die Hölle

Die eisige Kälte macht Max (Thomas Kretschmann) zu schaffen.
Die eisige Kälte macht Max zu schaffen.

Spielfilm Großbritannien/Russland 2006

1946, der erste Winter nach Kriegsende: Da man im Gulag keinen Platz mehr findet, wird eine Gruppe von 51 deutschen Wehrmachtssoldaten in russischer Gefangenschaft in ein Frauenlager unweit von Leningrad gebracht. Auch die Führungskräfte sind hier weiblich, unterstehen jedoch dem Oberbefehl des unerbittlichen russischen Kommandanten Pavlov, der regelmäßige Kontrollbesuche durchführt.

Während die meisten ihrer Kolleginnen den deutschen Gefangenen mit unverhohlener Aggression und Ablehnung begegnen, versucht sich Lagerärztin Natalia ein Stück Menschlichkeit zu bewahren. Sie wehrt sich, die Deutschen nur als Feinde zu sehen, und versucht, ihnen den Aufenthalt so erträglich wie möglich zu gestalten. Diese Bemühungen sind Pavlov ein Dorn im Auge.

Er ist ein Meister darin, sich Natalia Emotionen zunutze zu machen, nicht zuletzt, weil er die Anwesenheit ihres kranken, geistig zurückgebliebenen Ehemannes Andrei im Lager duldet. Pavlov, ein hundertprozentiger Stalinist, ist davon überzeugt, dass sich unter den Gefangenen hochrangige SS-Offiziere befinden. Seine Anweisungen sind unerbittlich und klar: Die Kriegsverbrecher müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Die Ärztin soll das Vertrauen der Männer gewinnen, um deren wahre Identitäten zu entlarven.

Dabei fühlt sie sich besonders zu dem Deutschen Max hingezogen, der sich gemeinsam mit seinem Freund Klaus unter den Inhaftierten befindet und zu Pavlovs Hauptverdächtigen zählt. Während Natalia mit Hilfe des ortsansässigen Geschäftsmannes Yakov ein Gefangenenorchester gründen lässt und sich die Deutschen schließlich auf einem eigens organisierten Ball als Tanzpartner um russische Kriegswitwen bemühen dürfen, kommen sich auch Max und die attraktive Ärztin immer näher. Das weiß Klaus, der ein falsches Spiel spielt, für seine Zwecke auszunutzen. Denn um einer drohenden Exekution zu entkommen, ist ihm jedes Mittel recht.

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Das Spielfilmdebüt des BBC-Dokumentarfilmers Tom Roberts zeichnet sich durch die ungewöhnliche moralische Perspektive und einen anderen Blick auf den Zweiten Weltkrieg aus. Jenseits von propagandistischer Schwarz-Weiß-Malerei und um historische Korrektheit bemüht, dringt Roberts zum menschlichen Kern einer von totalitären Sichtweisen geprägten Ausnahmesituation vor. Innerliche und äußerliche Kälte werden von der Inszenierung spürbar gemacht, die gefühlvollen Aspekte der tragischen Ereignisse wirken durch Zurückhaltung. Zudem kann sich das an Originalschauplätzen entstandene Drama einer hochkarätigen Besetzung rühmen: Neben den deutschen Stars Thomas Kretschmann und Daniel Brühl zeigen Vera Farmiga und John Malkovich großes darstellerisches Format.

Besetzung und Stab

Rolle Darsteller
Max Thomas Kretschmann
Natascha Vera Farmiga
Pavlov John Malkovich
Klaus Daniel Brühl
Zina Nathalie Press
Vera Ingeborga Dapkunaite
Yakov John Lynch
Elena Thekla Reuten
Andrei Evgeny Mironov
Olga Tatyana Yakovenko
Peter Patrick Kennedy
Musik: Dan Jones
Kamera: Sergei Astakhov
Buch: Natalia Portnowa
Simon van der Borgh
Regie: Tom Roberts

Erstausstrahlung: 10.03.2012

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