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Ein ganz gewöhnlicher Dieb

Ein ganz gewöhnlicher Dieb | Video verfügbar bis 01.03.2020 | Bild: ARD Degeto

Spielfilm Großbritannien/USA/Irland 2000

Obwohl er sich in der Öffentlichkeit fast nur mit Motorradhelm und vermummtem Gesicht zeigt, ist Michael Lynch in seiner Heimatstadt Dublin so bekannt wie ein bunter Hund: Als Bankräuber, Dieb und Einbrecher hat er sich bei der Bevölkerung einen Ruf als rebellischer Volksheld erarbeitet, während die lokalen Polizeibehörden alles daransetzen, ihn endlich hinter Gitter zu bringen. Immer wieder zerren sie ihn vor Gericht – und immer wieder müssen sie ihn aus Mangel an Beweisen laufen lassen.

Tatsächlich führt er jenseits seiner kriminellen Machenschaften ein scheinbar stinknormales, unauffälliges Leben. Er wohnt in einem einfachen Arbeiterviertel und ist seinen zahlreichen Kindern ein treu sorgender Vater. Bei genauerem Hinsehen deutet sich allerdings auch hier seine nonkonformistische Einstellung an: Lynch teilt Tisch und Bett nicht nur mit seiner Frau Christine, sondern auch mit deren Schwester Lisa, die als seine zweite Lebenspartnerin ebenfalls in dem Haus wohnt. Auch seine Sozialhilfe holt er sich Monat für Monat ordnungsgemäß vom Amt ab – wenn er die Behörde nicht gerade mit seiner Bande ausraubt.

Fast scheint es, als ginge es ihm gar nicht so sehr ums Geld, sondern vor allem um das Vergnügen, die Polizei mit immer dreisteren Coups an der Nase herumzuführen. Lynch fühlt sich unantastbar. Aber gerade dadurch wird er allmählich leichtsinnig. Nicht einmal seine Kumpane Stevie und Alec können ihn zur Vernunft bringen. Der fanatische Polizist Noel Quigley wittert indes die Chance, seinen Erzfeind endlich festnageln zu können: Nach dem kühnen Raub eines Caravaggio-Gemäldes setzt der Ermittler einen Kunst-Spezialisten als Lockvogel auf Lynchs Bande an. Zwar gelingt es den Gaunern, ihren Kopf noch einmal aus der Schlinge zu ziehen, doch der Druck steigt und Lynch beginnt zu ahnen, dass seine Tage in Dublin gezählt sind.

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Größer, gefährlicher, spektakulärer: Nach diesem Motto plant Kevin Spacey als irischer Ganove in "Ein ganz gewöhnlicher Dieb" seine Raubzüge. Regisseur Thaddeus O'Sullivan zeichnet in der Gaunerkomödie das Porträt eines Mannes, der seine Bestimmung darin zu finden scheint, die staatlichen Autoritäten immer aufs Neue herauszufordern. Zum prominenten Ensemble gehören Peter Mullan, Christoph Waltz sowie Colin Farrell in einer frühen Nebenrolle. Der Charakter des Michael Lynch wurde vom Leben des realen Gangsters Martin Cahill inspiriert, der 1994 in Dublin erschossen wurde und dem John Boorman mit "Der Meisterdieb von Dublin" ein filmisches Denkmal setzte.

Besetzung und Stab

Rolle Darsteller
Michael Lynch Kevin Spacey
Christine Lynch Linda Fiorentino
Tony Brady David Hayman
Stevie Peter Mullan
Lisa Helen Baxendale
Noel Quigley Stephen Dillane
Kommissar Daly Patrick Malahide
Harrison Gerard McSorley
Grogan David Kelly
Tom Rooney Gary Lydon
Alec Colin Farrell
Peter Christoph Waltz
Musik: Damon Albarn
Kamera: Andrew Dunn
Buch: Gerard Stembridge
Regie: Thaddeus O'Sullivan

Erstausstrahlung: 27.12.2010

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