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Ins Blaue

Abraham Vater (Vadim Glowna) und Nike (Alice Dwyer)
Abraham Vater unterstützt seine Tochter Nike bei ihrem Debütfilm und ist sehr stolz auf sie.  | Bild: ARD Degeto / Moana Film

Spielfilm Deutschland 2011

Nachwuchsregisseurin Nike Rabenthal reist mit einem kleinen Team nach Italien, um ihren Debütfilm "Ins Blaue" zu realisieren. Die junge Filmemacherin hat sich viel vorgenommen, sie träumt vom "Kino des 21. Jahrhunderts". Das Drehbuch existiert nur skizzenhaft in ihrem Kopf, weswegen die drei Hauptdarstellerinnen vor der Kamera improvisieren müssen.

Allmählich schält sich so die Geschichte heraus: Auf ihrer Urlaubsreise bleiben die drei Freundinnen Eva, Josephine und Laura mit einer Autopanne liegen. Ein junger Mönch, der ihren VW-Bus repariert, und ein stummer Fischer, der das Geheimnis der Liebe kennt, werden aufgrund des knappen Budgets vom selben Schauspieler dargestellt. Nachdem die Förderanstalt den Geldhahn ganz zudreht, muss Nike umdisponieren. Um Gagen für Darsteller zu sparen, bittet sie ihren Vater, der den Film produziert, auch noch in die Hauptrolle des altersweisen Philosophen zu schlüpfen. Durch diese Umstellung überschneidet sich plötzlich das Geschehen vor und hinter der der Kamera: Nike ahnt nicht, dass Eva mit ihrem Vater ins Bett ging, um die Hauptrolle zu bekommen. Als die beiden eine leidenschaftliche Liebesszene spielen sollen, kommt es zu Eklat.

Mit diesem metaphysisch angehauchten Roadmovie widmet Rudolf Thome sich einem Subgenre, das seit Truffauts "Die amerikanische Nacht" und Fellinis "Achteinhalb" bestens bekannt ist. Die 28. Regiearbeit des Wahlberliners überzeugt als kunstvoll verschachtelter Film-im-Film, in dem der nimmermüde Auteur sich selbst bei der Arbeit über die Schulter blickt. Während Landschaftspanoramen den Zuschauer verwöhnen, verdichten sich amouröse Verwicklungen vor und hinter der Kamera zu einer Geschichte mit reizvollen Wendungen. Dabei verwischt der Regisseur von "Rote Sonne" die Grenzen zwischen Kunst und Leben, Philosophie und Alltag. Aus dem großartigen Ensemble unverbrauchter, junger Darsteller ragt Vadim Glowna heraus. In seinem letzten Leinwandauftritt verkörpert das Urgestein des deutschen Kinos einen eigennützigen Produzenten, mit dessen gebrochenem Charakter Rudolf Thome seine eigene Rolle als Filmschaffender kritisch hinterfragt.

Besetzung und Stab

Rolle Darsteller
Abraham Rabenthal Vadim Glowna
Nike Rabenthal Alice Dwyer
Eva Esther Zimmering
Josephine Janina Rudenska
Laura Elisabeth-Marie Leistikow
Paul Henning Vogt
Wilhelm Stefan Rudolf
Lukas Bernd-Christian Althoff
Maria Rahel Savoldelli
Fritz Conrad Nicklisch
Simone Christina Wagner
Robert Robert Mleczko
Musik: Georg Kranz
Robert Neumann
Kamera: Bernadette Paaßen
Buch: Rudolf Thome
Regie: Rudolf Thome
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