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Liebe auf Bewährung

Häftling Albert Tieck (Helmut Griem) beginnt mit Juliane (Thekla Carola Wied) ein neues Leben.
Häftling Albert Tieck beginnt mit Juliane ein neues Leben. | Bild: ARD Degeto / Conny Klein

Spielfilm Deutschland 2004

Eigentlich ist Juliane Willbrandt, eine gut situierte, attraktive Witwe, zu beneiden. Sie bewohnt ein geräumiges, wunderschönes Haus, besitzt ein Segelboot und hat eine überaus vernünftige Tochter, Karoline, großgezogen. Trotzdem vermisst Juliane, die ihr Leben ganz selbstverständlich der Familie gewidmet hat, nach dem Tod ihres Mannes das Gefühl, gebraucht zu werden.

Freunde und Verwandte, alle im Stress, können nicht verstehen, dass die Leere immer unerträglicher wird. Um etwas Nützliches zu tun, beschließt Juliane trotz erheblicher Bedenken ihrer Tochter, nach 20 Jahren in ihren Beruf als Bibliothekarin zurückzukehren. Allerdings hat der krisengeschüttelte Arbeitsmarkt nicht auf sie gewartet.

Nur der Gefängnisdirektor Schober gibt ihr eine Chance, die verwaiste Anstaltsbibliothek wieder aufzubauen. Ein undankbarer Job, denn die schweren Jungs lesen, wenn überhaupt, nur etwas über Autos und Sport. Erst als Juliane ihren Schulkameraden, den Gossenpoeten Harry Rowohlt, für eine Knastlesung gewinnt, beginnen die Häftlinge, ihre Bibliothek zu entdecken.

Der künstlerisch begabte Albert Tieck wird Julianes erster Stammleser. Die vorsichtige Annäherung an den sensiblen, zurückhaltenden Mann erleidet jedoch einen Rückschlag, als der Direktor ihr die ganze Wahrheit über Albert offenbart: Der Möbelschreiner hatte, um einen Versicherungsschaden vorzutäuschen, seine Fabrik in Brand gesteckt. Dass seine Frau dabei ums Leben kam, hat Albert jedoch vor Juliane verschwiegen, aus Angst, dass sie sich schockiert abwenden könnte.

Trotz der Enttäuschung über diesen Vertrauensbruch geht Juliane erneut auf Albert zu, überredet sogar den Gefängnispsychologen, ihm einen Tag Hafturlaub zu gewähren. Als Albert diese Möglichkeit scheinbar zur Flucht nutzt, bricht für Juliane zunächst die Welt zusammen. Erst als sie sein Geheimnis erfährt, bietet sich eine Möglichkeit, dem gebrochenen Mann zu helfen und ihrer Liebe den Weg zu ebnen.

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Mit sicherem Blick für Details und viel Gespür für Zwischentöne inszenierte der mehrfache Adolf-Grimme-Preisträger Bernd Böhlich diese Geschichte einer späten Liebe zwischen einer Witwe und einem Häftling nach einem eigenem Buch. Thekla Carola Wied und Helmut Griem überzeugen durch ihre nuancierte, unaufdringliche Darstellung. Auch die Nebenrollen sind glänzend besetzt mit Mariella Ahrens und Hans Peter Hallwachs. Der Übersetzer, Rezitator und Kolumnist Harry Rowohlt beantwortet während eines charmanten Gastauftritts die Frage, ob er etwas mit dem gleichnamigen Verlag zu tun hat.

Besetzung und Stab

Rolle Darsteller
Juliane Willbrandt Thekla Carola Wied
Alberts Tochter Kirsten Block
Andreas Leiser Andreas Herder
Harry Rowohlt Harry Rowohlt
Notar Wilfried Pucher
Wärter Stefan Kowalski
Albert Tieck Helmut Griem
Gefängnisdirektor Schober Michael Greiling
Karoline Leiser Mariella Ahrens
Psychologe Hans Peter Hallwachs
Hannes Andreas Schmidt
Scheng Sven Pippig
Sylvia Mooskramer Ursela Monn
Karl Mooskramer Horst Krause
Musik: Markus Lonardoni
Kamera: Eberhard Geick
Buch: Bernd Böhlich
Regie: Bernd Böhlich
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