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Welcome – Grenze der Hoffnung

Der Franzose Simon (re.) freundet sich mit dem Kurden Bilal an.
Der Franzose Simon (re.) freundet sich mit dem Kurden Bilal an. | Bild: ARD Degeto

Spielfilm Frankreich 2009

Zu Fuß durchquert Bilal, ein kurdischer Flüchtling aus dem Irak, ganz Europa. Ziel des 17-Jährigen ist England, wo seine große Liebe Mina demnächst mit einem Cousin zwangsverheiratet werden soll.

Doch in Calais scheint der talentierte Fußballer, der von einer Profikarriere in der britischen Premier League träumt, am Ende seiner Reise angelangt zu sein: Polizei und Grenzbeamte kennen alle Tricks, um illegale Einwanderer abzufangen. Dabei trennen Bilal nur schlappe 20 Seemeilen von der nächsten englischen Stadt.

Entschlossen beginnt er im örtlichen Hallenbad mit dem Schwimmtraining. Bademeister Simon, einst Olympiasieger im Kraulen, hat Mitleid mit dem couragierten Jungen und unterstützt dessen waghalsigen Plan. Zunächst will Simon mit seiner politisch korrekten Tat nur seine geschiedene Frau Marion beeindrucken, die ehrenamtlich für die Flüchtlingshilfe tätig ist. Doch je besser er den jungen Kurden kennenlernt, umso mehr freunden sich die beiden an. Bilal geht bei ihm ein und aus, doch das ist verboten.

Simon wird von einem spießigen Nachbarn denunziert und muss sich vor Gericht verantworten. Für seine Zivilcourage bei der Unterstützung eines illegalen Flüchtlings drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Mit einem Neoprenanzug und dem Mut der Verzweiflung schwimmt Bilal unterdessen los.

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Das unsentimentale Migrantendrama wirft einen nüchternen Blick auf die Mechanismen gesellschaftlicher Abgrenzung. Mit Vincent Lindon als Schwimmlehrer und Firat Ayverdi in der Rolle des verzweifelten Asylanten zeichnet Philippe Lioret („Die Frau des Leuchtturmwärters“) das berührende Porträt einer Freundschaft, die sich im alltäglichen Klima der Angst behauptet. Trotz seiner unmissverständlichen politischen Botschaft erinnert „Welcome – Grenze der Hoffnung“ nicht an konstruierte Agitprop. Die durch den Film ausgelöste politische Debatte führte sogar zu einer Abstimmung in der französischen Nationalversammlung, die allerdings den umstrittenen Paragraphen im Ausländerrecht – das sogenannte délit de solidarité (Delikt der Solidarität) – erneut bestätigte.

Besetzung und Stab

Rolle Darsteller
Simon Vincent Lindon
Bilal Firat Ayverdi
Marion Audrey Dana
Mina Derya Ayverdi
Bruno Thierry Godard
Zoran Selim Akgül
Koban Firat Celik
Mirko Murat Subasi
Caratini Olivier Rabourdin
Alain Yannick Renier
Minas Vater Mouafaq Rushdie
Minas Mutter Behi Djanati Ataï
Simons Nachbar Patrick Ligardes
Richter Jean-Pol Brissart
Richterin Blandine Pélissier
Balland Eric Herson-Macarel
Filialleiter Supermarkt Emmanuel Courcol
Sicherheitsmann Supermarkt Jean-François Fagour
Paul Jean-Paul Comart
Musik: Nicola Piovani
Kamera: Laurent Dailland
Buch: Philippe Lioret
Emmanuel Courcol
Regie: Philippe Lioret
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