Jasna Fritzi Bauer spielt Hannah

Jasna Fritzi Bauer
Jasna Fritzi Bauer als Hanna. | Bild: NDR / Mark Monheim

Zur Rolle

Seit sie Kinder sind, kennen sich Hannah und Jan. Mit niemandem hat Hannah in ihrem Leben mehr Zeit verbracht als mit Jan. Nicht nur, dass der Kontakt seitdem nicht abgerissen ist, vielmehr sind sie immer noch beste Freunde und wohnen sogar zusammen. Auch professionell haben sie miteinander zu tun. Jan erzählt ihr von seinen verschrobenen Fantasien, seinen gescheiterten Liebschaften, seinen ungeschickten Annäherungsversuchen. Und alles landet auf der Bühne. Mit ihrem Stand- up-Programm "Mädelsabend" macht sich Hannah vor allem über das seltsame Verhalten des männlichen Geschlechts lustig. Ihr Forschungsobjekt: Jan. Als Hannah von der Idee der kuriosen Zeugungskonstellation erfährt, ist sie zugleich amüsiert und geschockt. Ist das nun großartiges Material? Soll sie Jan unterstützen? Ihn vor Schlimmerem bewahren? Und ist sie überhaupt so cool, wie sie erscheint, wenn es um Jan geht?

Die Schauspielerin

Jasna Fritzi Bauer, absolvierte die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch und steht seit 2007 auf Theaterbühnen. Aktuell ist sie mit der freien Theaterproduktion "Unendlicher Spaß" (Regie: Thorsten Lensing) bundesweit unterwegs. Seit 2009 steht sie auch für Film- und Fernsehen vor der Kamera. Für ihre Hauptrolle 2010 in "Ein Tick anders" (Regie: Andi Rogenhagen) erhielt sie den Nachwuchsdarstellerpreis beim Filmkunstfestival Mecklenburg Vorpommern. 2012 gewann Jasna Fritzi Bauer den BUNTE News Faces Award und spielte in dem preisgekrönten Mehrteiler "Zeit der Helden" (Regie: Kai Wessel). 2013 wurde sie mit Mark Monheims "About A Girl", der vielfach ausgezeichnet wurde, einem großen Publikum bekannt und gewann den Bayerischen Filmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin. Es folgten die Hauptolle u. a. in "Axolotl Overkill" (Regie: Helene Hegemann) und die Auszeichnung mit dem Hessischen Filmpreis 2017 als beste Newcomerin. Aktuelle Projekte sind die Serie "Dogs of Berlin" (Regie: Christian Alvart), Christian Ulmens Serie "Jerks" und der Fernsehfilm "Charlotte Link – Die Entscheidung" (Regie: Sven Fehrensen).

Gespräch mit Jasna Fritzi Bauer

Hat hier ein altes Erfolgsteam wieder zusammengefunden?

"Die Freundin meiner Mutter" ist meine zweite Zusammenarbeit mit Martin Rehbock und Mark Monheim. Ich habe mich gefreut, als Mark auf mich zu kam und mir ein weiteres Filmprojekt anbot. Unser erster gemeinsamer Film "About a girl", der 2015 im Kino lief, hat viel Spaß gemacht und ein schönes Ergebnis gebracht. Ich finde es toll, mit denselben Leuten mehrfach zu arbeiten.

Sind Sie auch ein Fan romantischer Komödien wie "Notting Hill" oder "Vier Hochzeiten und ein Todesfall"? Mögen Sie den britischen Humor?

Für einen verregneten Sonntagnachmittag kommen diese Art Filme auch für mich absolut in Frage. Es ist sehr schwer, den deutschen und den britischen Humor miteinander zu vergleichen. Denn der Unterschied zur englischen Kultur ist enorm.

Sie spielen eine Stand-up-Comedian. Haben Sie sich Vorbilder gesucht?

Stand-up-Comedy ist meiner Meinung nach eine große Kunst und absolut nicht einfach. Ich bin ein großer Fan von Stand-Up-Comedy und habe so oder so Kontakt dazu gehabt. Ich glaube, abschauen kann man sich da nicht viel. Man muss es einfach versuchen. Mit den Drehbuchtexten war das eine relativ schwierige Aufgabe. Sie wurden ja nicht für die Comedy-Bühne geschrieben. Es war ein anstrengender Drehtag, aber ich denke, es hat zu aller Zufriedenheit funktioniert.

Im Film soll ihr Mitbewohner Jan seiner lesbischen Mutter mit einer Samenspende ein Kind schenken. Ihre Figur Hannah sagt entsetzt: "Das ist doch wie Inzest!" Ist Ihnen dieser Satz auch selber kurz durch den Kopf gegangen?

Natürlich. Es ist eine befremdliche Situation, die nicht gerade alltäglich ist. Trotzdem behandelt der Film wichtige Themen.

Hannah und Jan sind wie füreinander geschaffen. Warum kommen sie nicht zusammen?

Weil Jan in eine andere Frau verliebt ist. Und erst an dem Punkt, an dem der Zug schon abgefahren ist, bemerkt er, dass er doch anders für Hannah empfindet. Das ist ja manchmal einfach so.

Ist Ihnen das Thema, der Kinderwunsch gleichgeschlechtlicher Paare, ein Anliegen?

Ich finde, es sollte kein strittiges Thema sein. Die Diskussion um den Kinderwunsch gleichgeschlechtlicher Paare wird von Gesellschaft, Religion und Politik mit mir unverständlichen Argumenten geführt. Jeder, der sich entscheidet, ein Kind großziehen zu wollen, sollte die Möglichkeit dazu haben – ob durch Adoption oder künstliche Befruchtung.

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