Statement der Redakteurin Martina Zöllner

Im Bundeskanzleramt: Sigmar Gabriel (Timo Dierkes), Angela Merkel (Imogen Kogge) und Frank-Walter Steinmeier (Walter Sittler).
Im Bundeskanzleramt: Sigmar Gabriel, Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier. | Bild: rbb/carte blanche / Volker Roloff

»Im Sommer 2017 legte uns der Regisseur und Produzent Stephan Wagner Robin Alexanders Sachbuch 'Die Getriebenen' auf den Tisch und sagte: 'Das will ich erzählen, und zwar als Fernsehfilm.' Das Buch war im März erschienen und machte von sich reden; wir hatten es noch nicht gelesen. Nach der Lektüre war uns beiden gleichermaßen klar: Dieses Vorhaben wollten wir unterstützen. Nicht nur, weil Robin Alexander so detailreich und genau die Abläufe des politischen Agierens im Sommer 2015 rekonstruiert hatte. Sondern weil, was er zusammentrug, ein Gesamtbild der Bedingungen ergab, unter denen politisches Handeln und Entscheiden in unseren Tagen stattfindet.

Es ist schon ein Gemeinplatz, dass sich durch die Digitalisierung unser Arbeitsleben beschleunigt hat; Stresssymptome und Burnouts sind die Folge bei vielen. Doch wie sich der wachsende Druck auf die maßgeblichen Protagonisten der großen politischen Bühne auswirkt, davon bekommen wir in aller Regel bestenfalls im Nachhinein etwas mit. Der Film 'Die Getriebenen' erzählt von den Ereignissen des Jahres 2015, als sich die sogenannte Flüchtlingskrise dramatisch zuspitzte und die deutschen wie europäischen Politiker unter enormen Druck setzte. In dieser hochkomplexen Situation versuchen die Politiker um die Bundeskanzlerin herum eher taktisch zu punkten als strategisch abzuwägen, Konkurrenz und Missgunst leiten ihr Verhalten; zuweilen fühlten wir uns während der Befassung mit dem Stoff an shakespearesche Dramen erinnert.

Im Zentrum des Films steht natürlich Angela Merkel. Die Gründe, die sie schließlich bewogen haben, die Grenzen für die vielen über Ungarn und Österreich nach Deutschland drängenden Flüchtlinge eben nicht zu schließen, sondern auf einer der Humanität verpflichteten Entscheidung zu beharren, haben uns lange beschäftigt. Es sind Deutungsangebote wie diese, die einen Spielfilm von einem Dokumentarfilm unterscheiden, auch wenn der Spielfilm auf Fakten basiert. Und es sind die Schauspieler, hier allen voran Imogen Kogge, die im Zusammenspiel mit Regisseur Stephan Wagner ihrer Figur Charakteristik und psychologische Plausibilität verleihen. Der Film 'Die Getriebenen' ist auch eine eigenständige filmische Annäherung an die Person Angela Merkels und ein, so finden wir, würdigendes Porträt der Kanzlerin. Danken möchten wir an dieser Stelle Stephan Wagner, Florian Oeller, Alexander van Dülmen, André Zoch und dem ganzen Team für die außergewöhnliche Arbeit und die Beharrlichkeit und Akribie, die sie erforderte; außerdem Kirsten Niehuus vom Medienboard Berlin-Brandenburg, die das Projekt begleitet und unterstützt hat.«

Martina Zöllner, Film- und Dokuchefin (RBB) für das Redaktionsteam gemeinsam mit Kerstin Freels (RBB) und Christian Granderath (NDR)

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