SENDETERMIN Mi, 08.05.19 | 20:15 Uhr | Das Erste

Eden (1)

Hélène (Sylvie Testud) hat ein Konzept für Flüchtlingslager in privater Trägerschaft entwickelt. Das Lager in Athen ist das erste, das in Betrieb gegangen ist, auf dieser Basis will sie weitere öffentliche Aufträge akquirieren.
Hélène hat ein Konzept für Flüchtlingslager in privater Trägerschaft entwickelt und möchte weitere öffentliche Aufträge akquirieren. | Bild: SWR / Pierre Meursaut

Zweiteiliger Fernsehfilm Deutschland 2019

Als Familie Hennings auf einer griechischen Insel die Ankunft eines Flüchtlingsboots hautnah mitbekommt, beschließt sie, nicht länger untätig zu bleiben und nimmt den syrischen Flüchtling Bassam El-Khalil bei sich auf. Bassam ist bereits seit drei Jahren in Mannheim und geht auf das gleiche Gymnasium, an dem Silke und Jürgen Hennings unterrichten und auf dem auch ihr Sohn Florian ist. Durch Bassams Anwesenheit fühlt sich Flo herausgefordert und beginnt, ihn und seine Eltern zu provozieren und die Eingewöhnung des Neuen zu erschweren.

Das syrische Ehepaar Meryem und Hamid Farhi wird in der französischen Botschaft in Beirut nach seinen Beweggründen für die Ausreise aus Syrien befragt. Aufgrund mehrerer Verhaftungen in ihrem Umfeld haben sie Angst, selbst in den Fokus des Regimes zu kommen. Hamid hat Kontakt zu dem Journalisten Eric Peretti aufgenommen, um diesem Beweismaterial zu übermitteln und ihm zu helfen, die Wahrheit über viele als vermisst geltende Personen zu publizieren. Im Gegenzug hilft Peretti den Farhis, temporäre Visa zu bekommen. Ihr Plan ist es, danach als politische Flüchtlinge Asyl in Frankreich zu erhalten.

Im privat geführten Athener Flüchtlingscamp Elena G.S.C. haben sich die beiden nigerianischen Brüder Amare und Daniel unterschiedlich gut eingelebt. Während der minderjährige Amare zur Schule geht, verspürt sein Bruder Daniel den Druck zu arbeiten, um ihre Mutter in der Heimat zu unterstützen. Als die Entscheidung über seinen Asylbescheid erneut vertagt wird, beschließt er, nicht länger zu warten und auf einer Schlepperroute nach England zu gelangen. Amare stellt ihn nachts und schließt sich ihm an. Um Geld für die Reise zu bekommen, brechen sie in ein Camp-Büro ein und stehlen Tablets. Frustriert über die Zeit, die sie verloren haben, legt Daniel im Container ein Feuer.

Als die griechischen Security-Guards Yiannis Samaras und Alexandros Dimitriou sie beim Ausgang des Camps kontrollieren, rennen Daniel und Amare davon. Yiannis und Alexandros folgen ihnen bis zu einer Bauruine, wo Daniel tragisch stürzt und stirbt. Amare gelingt es, sich versteckt zu halten, während Yiannis und Alexandros zurück zum Camp gehen und beschließen, den Vorfall für sich zu behalten.

In Frankfurt trifft sich die französische Unternehmerin Hélène Durand mit ihrem langjährigen Investor Bernard Millet, um über ihre Expansionspläne zu sprechen. Hélène war die Erste, die eine Privatisierung eines griechischen Flüchtlingscamps erreicht hat, und wartet nun auf zusätzliche Gelder aus Brüssel. Bernard stellt ihr den Schweizer Anwalt Marc Walser vor, der im Namen seines Mandanten, der Firma Deltan Security, Interesse bekundet, bei Hélènes Unternehmen einzusteigen. Hélène aber lehnt ab. In Brüssel erfährt sie von Michael Raksen, ihrem Kontakt innerhalb der EU, dass ihr Konzept positiv aufgenommen worden ist und einer Direktvergabe der Mittel nichts im Weg zu stehen scheint. Ihre Freude wird allerdings rasch gebremst, als sie von ihrem Anwalt Stelios Koukounaris erfährt, dass es zu einem Feuer im Camp gekommen ist und zwei Jungs weggelaufen sind, einer davon minderjährig.

Meryem und Hamid kommen mit ihrer Tochter Jinan in Paris an. Eric bringt sie zu einer Übergangswohnung, in der sie solange bleiben können, bis sie verkauft ist. Meryem fühlt sich fremd in der neuen Umgebung. Hamid aber ist zuversichtlich. Er hofft, bald wieder als Arzt arbeiten zu können. Meryem sieht ihre Lage pessimistischer. Als sie am nächsten Tag gemeinsam einkaufen gehen, kommt es zu einem Zwischenfall, der ihre Skepsis bestätigt. Hamid wird auf offener Straße von einem arabisch sprechenden Mann angegriffen. Zu Meryems Unverständnis spielt Hamid die Situation herunter.

Alexandros und Yiannis streiten sich darüber, ob der Sturz des jungen Flüchtlings ihre Schuld war oder ein Unfall. Vor Alexandros Frau und Yiannis Schwester Elli verheimlichen sie, was genau passiert ist. Als sie von der Campleiterin Melina, dem Anwalt Stelios und Hélène befragt werden, berichten sie, dass sie die Jungs bis zur Autobahn verfolgt, sie dort aber verloren haben. Später kommen Yiannis Zweifel an der Glaubhaftigkeit ihrer Geschichte. Was, wenn man die Leiche entdeckt? Sie beschließen, die Leiche zu beseitigen.

Hélène bittet den griechischen Minister Sikelianos, Brüssel nicht über das Feuer zu informieren. Sie fürchtet, ihre Expansionspläne könnten gefährdet werden. Trotz grundsätzlicher Zweifel über die Privatisierung der Camps zeigt sich Sikelianos verständnisvoll. Er sagt seine Unterstützung zu. Hélène beschließt, die Kosten des verbrannten Containers nicht über die Versicherung abzuwickeln, sondern selbst zu übernehmen, damit der Schaden rasch behoben wird. Leider hat Brüssel bereits Wind von den Geschehnissen bekommen. Michael Raksen informiert Hélène, dass die Direktvergabe gestoppt wurde und das Projekt in eine Ausschreibung überführt wird. Hélène muss sich neu bewerben und gegen Konkurrenten antreten.

Nach dem Tod von Daniel streunt Amare alleine durch Athen und versucht, die gestohlenen Tablets zu verkaufen. Er lernt den Kameruner Nelson kennen, der Kontakt zu einem Schlepper hat. Amare gibt sein gesamtes Geld sowie die Tablets dafür aus, um über die Grenze nach Nordmazedonien zu gelangen. Amare, Nelson und ein Dutzend weiterer Flüchtlinge werden von einem Schlepper in einen Transporter gebracht.

In Mannheim fällt Jürgen beim Sportunterricht auf, dass Bassam neue Sportschuhe benötigt und kauft kurzerhand ein Paar für ihn. Um seinen Sohn nicht zu vernachlässigen, kauft er auch ein Paar für Flo, was Silke nicht gutheißt, da sie der Meinung ist, man dürfe Flo nicht belohnen, wenn seine Mathe-Noten nicht stimmen. Die angespannte Situation greift auf die Beziehung zwischen Silke und Jürgen über. Bassam bietet an, Flo bei seinen Mathe-Aufgaben zu helfen. Zögernd nimmt Flo das Angebot an, allerdings nicht, ohne Bassam weiter zu provozieren.

In der Hoffnung, damit ihr Problem zu beseitigen, bergen Yiannis und Alexandros die Leiche von Daniel aus der Ruine und versenken sie im Meer. Yiannis aber quälen Gewissensbisse. Er ist unfähig zu arbeiten und kann auch vor Elli nicht einfach so tun, als wäre nichts passiert. Bei einem Ausflug an den Strand sieht Yiannis die Leiche von Daniel wieder auftauchen. Als sich dies als eine Vision herausstellt, beginnt er, an seinem Verstand zu zweifeln, und zieht sich immer weiter zurück.

Silke versucht, den unglücklichen Start von Bassam wiedergutzumachen. Sie gibt Bassam zu verstehen, dass er immer zu ihr kommen kann, wenn er reden möchte. Mit Jürgen spricht sie über ihren Eindruck, dass Bassam weitaus reifer sei als Flo, der seine privilegierte Stellung kaum wertschätzt. Flo wiederum beobachtet Bassam, der per Videoanruf mit seinem Onkel Ahmed in Paris streitet. Bassam verlässt anschließend aufgebracht das Haus. Flo folgt ihm an einen abgelegenen Ort in der Stadt und sieht, wie Bassam seiner Wut freien Lauf lässt und laut losschreit. Auf Flo wirkt dieses Verhalten ziemlich verrückt. Er vermutet ein Geheimnis bei Bassam.

Hélène wird von Bernard unter Druck gesetzt, einen Verkauf ihrer Firma an Deltan Security in Erwägung zu ziehen. Er sieht die aktuelle Situation der Ausschreibung als zu riskant und will sein Investment nicht verlieren. Als Hélène einen Anruf von Walser bekommt, der sich nach ihrer Entscheidung erkundigt, macht sie ihre grundsätzliche Ablehnung über das Angebot deutlich, erklärt aber, dass sie darüber nachdenken wird.

Meryem bittet Hamid, den Vorfall mit dem fremdem Angreifer Eric zu erzählen. Hamid verspricht es. Als ein interessiertes Käuferpaar sich die Wohnung anschaut, wird Meryem bewusst, wie fragil ihre Situation ist. Sie bringt Jinan zu einer Schule, wo das Mädchen offen empfangen wird. Dort lernt sie Samira kennen, eine andere syrische Mutter, deren Tochter Nesrin in die gleiche Klasse wie Jinan geht. Die Frauen verstehen sich gut. Aus Vorsicht lügt Meryem über die Arbeit ihres Mannes. Hamid ist nicht erfreut, dass Meryem Kontakt zu anderen Syrern hat. Er verbietet Meryem, Samira noch einmal zu sehen. Meryem lässt sich dennoch von Samira bei einer weiteren Begegnung nach Hause einladen. Dort trifft sie auf den Mann, der Hamid auf offener Straße angegriffen hat. Ahmed ist der Ehemann von Samira. Meryem verlässt geschockt die Wohnung. Hamid erzählt sie nichts von ihrer Begegnung.

Amare und Nelson harren in dem stickigen Heck des Transporters aus. Die Hitze macht allen mitreisenden Flüchtlingen zu schaffen. Sie zwingen den Fahrer zum Halten, um an Wasser zu gelangen. Der Schlepper erklärt, dass sie bald an der Grenze sind, und sammelt ihre Mobiltelefone ein. Sie sollen sich absolut ruhig verhalten und auf sein Zeichen warten. Nach einem weiteren Streckenabschnitt hält der Wagen an. Sie glauben, an der Grenze zu sein. Aber es passiert nichts. Sie realisieren, dass sie hereingelegt wurden, und brechen die Tür des Wagens auf. Der Schlepper ist verschwunden. Mit ihrem Geld und den Telefonen. Sie sind noch immer in Griechenland. Panik bricht aus. Nelson und Amare setzen sich von der Gruppe ab und gehen zu Fuß alleine weiter.

Mehr zur Miniserie:

Die Folgen 4-6 von "Eden" zeigt Das Erste am 15. Mai 2019 um 20:15 Uhr.

In der Mediathek von ARTE sowie der ARD Mediathek wird die Miniserie „Eden“ jeweils vorab und sowohl in der synchronisierten als auch in der originalsprachlichen Fassung zu sehen sein.

Folge 1 bis 3: ab 24. April in der ARTE Mediathek, ab 3. Mai in der ARD Mediathek

Folge 4 bis 6: ab 2. Mai in der ARTE Mediathek, ab 10. Mai in der ARD Mediathek

Besetzung und Stab

Rolle Darsteller
Hélène Sylvie Testud
Meryem Diamand Abou Abboud
Hamid Maxim Khalil
Silke Juliane Köhler
Jürgen Wolfram Koch
Alexandros Theo Alexander
Musik: Adrian Johnston
Kamera: Patrick Ghiringhelli
Buch: Constantin Lieb
Regie: Dominik Moll
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