Statement von Head-Autor Constantin Lieb

Weil Florian (Bruno Alexander) ohnehin gerade das Meer beobachtet, ist er der erste, der das Flüchtlingsboot erblickt, das es bis an die griechische Küste geschafft hat.
Szene aus dem Film: Florian erblickt er das Flüchtlingsboot, das es bis an die griechische Küste geschafft hat. | Bild: SWR / Pierre Meursaut

»Bei der Entwicklung der Drehbücher zu "Eden" kam es im Austausch zwischen Regie, Produktion und Autoren immer wieder zu Momenten der Stille. Die mediale Berichterstattung über die Migrationsbewegungen in Europa überschlug sich täglich mit neuen Zahlen, Einschätzungen, Spekulationen und Vorschlägen. Wie sollte man einen narrativen Zugang in dieser Hysterie ausarbeiten, der die Situation angemessen und differenziert darstellt, der allerdings nicht rein dokumentarisch ist, sondern vor allem auch emotional berührt und seriell spannungsreich bleibt? Wie kann man der Komplexität dieser politischen Situation fiktional gerecht werden?

Bei einer Recherche-Reise nach Griechenland wurden wir dann allerdings in Gesprächen mit NGO-Mitarbeitern, privaten Sozialarbeitern, Regierungsvertretern und vor allem Asylsuchenden in unserer Ansicht bestätigt, dass eine große Kraft darin liegt, jeder unserer Figuren auf Augenhöhe zu begegnen und die Geschichten der Einzelnen als Teil der übergeordneten Thematik und der aktuellen Debatte zu verstehen. In den vergangenen Monaten konnte man beobachten, wie der Fokus der Politik sich auf Konflikte über Zuständigkeiten, Verantwortungsbereiche und finanzielle Aspekte verlagert hat und der Blick auf das Individuum zunehmend in den Hintergrund rückt. Eine irritierende Entwicklung dabei ist zudem die deutliche Verrohung der politischen Rhetorik. Ein Weg, diesen beiden Gefahren zu begegnen, ist es, den Blick auf das Einzelschicksal zu richten und von individuellen Ängsten und Träumen zu erzählen, die in der öffentlichen Debatte kaum Gehör finden können.«

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