Drei Fragen an Regisseurin Katharina Bischof

Friedrich Benning (Nicki von Tempelhoff) und Nicole Lehnert (Lilith Häßle).
Friedrich verliebt sich in Nicole. | Bild: HR / Bettina Müller

Der Film spielt auf verschiedenen Zeitebenen, ohne das Publikum explizit darauf hinzuweisen. Mit welchen inszenatorischen Mitteln schaffen Sie Orientierung für die Zuschauerinnen und Zuschauer?

Die Erzählung springt sehr oft durch die Zeit, deshalb kamen Einblendungen der Jahreszahlen für mich nie in Frage. Das hätte zu sehr abgelenkt. Die Zeitsprünge sollen eher gespürt werden als sachlich erklärt. Das gelingt vor allem durch den Gefühlszustand der Protagonisten. Der Film spielt in einen Zeitraum von fünf Jahren, in denen die Protagonisten und deren Weltwahrnehmung sich maßgeblich verändern. Um das eindringlich zu erzählen, haben wir mit allen filmischen Mitteln gearbeitet. Die Entwicklung der Figuren wurde am deutlichsten über wechselnde Haar- und Bartlängen oder Frisuren und einen sich verändernden Modegeschmack dargestellt. Auch in der Bild- und Lichtgestaltung haben wir Gegensätze geschaffen. Die Vergangenheit wird wärmer, bunter und bewegter erzählt, die Gegenwart dagegen eher kühl, grau und statisch. Unterstützend verwandeln sich auch auf der Tonebene die Umgebungsgeräusche von einer lebendigen Leichtigkeit hin zu einer beklemmenden Stille.

Lilith Häßle spielt Nicole Lehnert, die weibliche Hauptrolle des Films – für die erfahrene Theaterspielerin ist dies ihr Debut beim Fernsehen. Was mussten Sie als Regisseurin in einer solchen Situation beachten?

Ich habe darauf geachtet, dass Lilith sich am Set gut zurecht findet, und dass das neue Umfeld sie nicht unnötig Aufmerksamkeit kostet. Im Vorfeld haben wir deshalb über die typischen Drehabläufe gesprochen, und wir blieben auch zu Beginn der Dreharbeiten im engen Austausch. Aber das war nach kürzester Zeit gar nicht mehr nötig, denn Lilith hat sich sehr schnell orientiert. Sie ist nicht nur auf der Bühne extrem begabt, sondern hat auch vor der Kamera sofort überzeugt. Unsere Zusammenarbeit war eine große Freude.

Die Dreharbeiten fanden im Hitzesommer 2019 statt. Welche Herausforderungen gibt es an einem 40 Grad heißen Set zu meistern?

Die Herausforderungen waren in erster Linie die vielen Innenräume, da wird es natürlich besonders heiß. Ausgerechnet an den wärmsten Tagen haben wir in einem kleinen Apartment gedreht – da lernt man sich nochmal neu kennen. Aber wir haben es mit Humor genommen und miteinander geschwitzt. Kurz nach unseren Dreharbeiten habe ich dann ein Kammerspiel, das ausschließlich in der Sauna spielt, geschrieben – das war kein Zufall.

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