Drei Fragen an Aram Tafreshian

Im Infinitalk-Team ist Bahl (Aram Tafreshian) der Nerd.
Im Infinitalk-Team ist Bahl der Nerd.

Drei Fragen an Aram Tafreshian

Bahl

Sie spielen Bahl. Wie würde Sie Ihre Figur beschreiben? Was sind seine Stärken?

Thomas Bahl ist der Programmierer von INFINITALK. Er hat den Quellcode geschrieben, auf deren Basis die digitalen Kopien Verstorbener erstellt werden und vor allem die virtuellen Welten erschaffen, in denen diese Kopien leben. Er kann schnell denken, hat immer eine Antwort parat und ist sehr begeisterungsfähig. Wenn er ein Projekt oder eine Idee verfolgt, dann gibt es kaum etwas, was ihn stoppen kann.

Wie ist Bahls Verhältnis zu seinen Geschäftspartnern?

Bahl und Linus kennen sich schon sehr lange und haben gemeinsam INFINITALK konzipiert, daher hat Bahl zu ihm eine besondere Verbindung, die auch über das gemeinsame Projekt hinausgeht. Malik und Luca schätzt er vor allem als Kollegen und Geschäftspartner, wobei ihn Lucas sprunghafte Entscheidungswechsel zunehmend beunruhigen …

Was halten Sie von der Idee vom ewigen digitalen Leben, die in "Exit" skizziert wird?

Mir persönlich macht die Vorstellung vom ewigen digitalen Leben zwar irgendwie auch Hoffnung, aber sie wirft vor allem Fragen und Widersprüche auf. Davon handelt ja "Exit" auch: Das Programm ist konzipiert von und für die lebenden, "echten" Menschen. Sie sollen, wie im Namen INFINITALK schon angedeutet, die Möglichkeit bekommen, weiterhin mit der verstorbenen Mutter oder der großen Liebe sprechen zu können. Was aber bedeutet das für die digitale Kopie, für deren Wünsche und Hoffnungen? Besitzt sie ein Bewusstsein ihrer Realität? Wie kann ich sicher sein, dass meine digitale Kopie und die Welt, in der diese lebt, meine Freunde und Familie, meine Erinnerungen, ja selbst meine Charaktereigenschaften, Wünsche und Träume nicht manipuliert wurden? Wer hat die Rechte an meinem digitalen Ich? (Was passiert, wenn die Firma, auf deren Servern meine digitale Kopie gespeichert wurde, irgendwann pleitegeht?) Wer kann mich löschen oder verändern? Was bedeutet es für eine Gesellschaft, wenn ihre Toten digital weiter existieren können? Welche Rechte haben sie? Wer entscheidet, ob jemand digital weiterleben wird? Hat jeder das Recht dazu oder nur, wer es sich leisten kann? Wer gestaltet die digitale(n) Gesellschaft(en), in der die kopierten Menschen leben? Muss ich warten bis ich alt bin, oder kann ich auch schon vorher meinen biologischen Körper verlassen? Ist meine digitale Kopie eine ewige Momentaufnahme oder kann sie sich entwickeln und dazulernen? Mit diesen und weiteren Fragen werden wir uns wohl früher oder später beschäftigen müssen, denn je komplexer unsere Welt wird, desto schwerer wird es für uns, Manipulationen und Missbrauch zu erkennen und zu bekämpfen. Das müssen wir aber unbedingt tun, wenn wir wollen, dass digitale Errungenschaften unsere Welt zu einem besseren Ort machen und nicht zu einem Alptraum für die Allermeisten. Oder um es in Bahls Worten zu sagen: "Creepy fucking shit, Alter."

0 Bewertungen
Kommentare
Bewerten

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten: Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern werden innerhalb von 24 Stunden durch die Redaktion freigeschaltet. Es dürfen keine externen Links, Adressen oder Telefonnummern veröffentlicht werden. Bitte vermeiden Sie aus Datenschutzgründen, Ihre E-Mail-Adresse anzugeben. Fragen zu den Inhalten der Sendung, zur Mediathek oder Wiederholungsterminen richten Sie bitte direkt an die Zuschauerredaktion unter info@daserste.de. Vielen Dank!

*
*

* Pflichtfeld (bitte geben Sie aus Datenschutzgründen hier nicht Ihre Mailadresse oder Ähnliches ein)

Kommentar abschicken

Ihr Kommentar konnte aus technischen Gründen leider nicht entgegengenommen werden

Kommentar erfolgreich abgegeben. Dieser wird so bald wie möglich geprüft und danach veröffentlicht. Es gelten die Nutzungsbedingungen von DasErste.de.