Drei Fragen an Jan Krauter

Malik (Jan Krautter) sieht vor allem die wirtschaftlichen Vorteile des Deals und will ihn unbedingt abschließen.
Malik sieht vor allem die wirtschaftlichen Vorteile des Deals und will ihn unbedingt abschließen. Nach diesem Deal hätten sie alle finanziell für immer ausgesorgt. Luca, die Ex-Verlobte von Linus, macht allerdings einen Rückzieher und ist gegen das Geschäft.

Drei Fragen an Jan Krauter

Malik

Wie würden Sie Malik beschreiben? Was treibt ihn an?

Malik ist zuständig für die Finanzen und das Marketing der Firma. Er wittert in dem Angebot von Linden Li den Deal seines Lebens. Mit der Summe, die Li bereit ist, für INFINYTALK zu zahlen, hätten alle Beteiligten mehr als ausgesorgt. Und Malik hätte sich endlich den lang erstrebten festen Platz in der Upper Class gesichert. Dies dürfte sein Ziel gewesen sein, seit er in schwierigen Verhältnissen in den "Slums" vor Berlin aufwuchs. Verbissen kämpft er dafür, dieses Ziel tatsächlich zu erreichen. Es geht für ihn um alles. Er ist nicht das Genie hinter INFINYTALK, das Fachchinesisch seiner technikbegeisterten Freunde ist ihm ein verschlossenes Buch und selbständig könnte er niemals so eine Firma aufbauen. Aber er weiß, wie man verkauft. Ethik und Freundschaft sind für ihn leistbare Opfer. Auch wenn es ihn vielleicht mehr reut, als er erwartet hätte. Doch in dem Moment, in dem er das begreift, ist es bereits zu spät …

Wie war die Erfahrung für die VFX-Szenen im quasi luftleeren Raum zu agieren?

Alles in allem ist das ein großer Spaß. Man kommt morgens in eine große Studiohalle, läuft über ein dort aufgebautes Hochhausdach auf eine Konstruktion aus Holz und Sperrholzplatten zu, geht um eine Ecke und befindet sich im Flur eines mit viel Liebe zum Detail eingerichteten, futuristischen Hotels. Nachdem man dann mit der Hand in der Luft Kindheitsfotos zur Seite gewischt hat, die nur man selber "sehen" kann, rennt man in einen dünnwandigen Fahrstuhl, dessen Schiebetüren von Hand zugeschoben werden und drückt auf Knöpfe, die eigentlich nur aufgemalt sind und richtet seinen Blick auf die Neonröhre über der Tür und soll sich vorstellen, dass dort eine Etagenanzeige runterzählt. "Das wird später eingefügt!" ist ein Satz, den man öfter hört und bis dahin gilt es, die kindliche Fantasie zu bemühen und zu hoffen, dass am Ende alles Sinn ergeben wird – man sich in etwa die richtigen Dinge vorgestellt hat. Auch wenn man den Kollegen zusieht, wie sie mithilfe einiger Requisiteure allerhand Gegenstände von außerhalb der Bildkante "herzaubern", oder wie Verrückte in der Luft herumdrücken und wischen, empfindet man sich bisweilen als Besucher einer Irrenanstalt und muss sich den einen oder anderen Lachkrampf verkneifen.

Wie finden Sie die Idee von INIFINITALK?

Gleichermaßen rührend und beängstigend. Der Wunsch, ewig zu leben, oder sich nie von den Menschen, die einem lieb sind, trennen zu müssen, beschäftigt die Menschen ja schon immer und natürlich bin auch ich nicht frei davon. Bisher blieb es aber immer eben das: ein Wunsch, ein Traum, oder im besten Falle ein Ausdruck der Liebe zum Leben oder zu anderen Menschen. Ein Traum, den ich verstehe, zu dem ich aber für mich feststellen muss, dass ich schon alles richtig so finde, wie es ist, und unsere Endlichkeit dem Leben überhaupt erst Bedeutung verleiht. Dass man im Versuch, diese natürliche Ordnung zu umgehen, ähnlich wie Frankenstein nur ein Monster erschaffen kann. Allmählich kommen wir aber mit unseren rasend zunehmenden technischen Möglichkeiten immer näher daran, es tatsächlich zu versuchen, solche Träume zu realisieren. Trotzdem können wir – zumindest anfangs – nur Dilettanten sein in diesem Vorhaben, und ich fürchte ein wenig, was wir da erschaffen würden und inwieweit es uns vom Menschsein entfremden wird.

1 Bewertungen
Kommentare
Bewerten

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten: Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern werden innerhalb von 24 Stunden durch die Redaktion freigeschaltet. Es dürfen keine externen Links, Adressen oder Telefonnummern veröffentlicht werden. Bitte vermeiden Sie aus Datenschutzgründen, Ihre E-Mail-Adresse anzugeben. Fragen zu den Inhalten der Sendung, zur Mediathek oder Wiederholungsterminen richten Sie bitte direkt an die Zuschauerredaktion unter info@daserste.de. Vielen Dank!

*
*

* Pflichtfeld (bitte geben Sie aus Datenschutzgründen hier nicht Ihre Mailadresse oder Ähnliches ein)

Kommentar abschicken

Ihr Kommentar konnte aus technischen Gründen leider nicht entgegengenommen werden

Kommentar erfolgreich abgegeben. Dieser wird so bald wie möglich geprüft und danach veröffentlicht. Es gelten die Nutzungsbedingungen von DasErste.de.