Fragen an Emma Bading

Jennifer Reitwein (Emma Bading) empfindet die Auflösung ihrer Spielfigur am eigenen Körper.
Dabei gerät ihr Leben zwischen realer und virtueller Welt vollkommen aus der Balance. Jennifer Reitwein empfindet die Auflösung ihrer Spielfigur am eigenen Körper. | Bild: ARD Degeto/BR / Alexander Fischerkoesen

Fragen an Emma Bading

Was hat Sie an der Rolle der Jennifer fasziniert?

Am meisten fasziniert hat mich diese unglaubliche Einsamkeit, die Jenny umgibt. Trotz des Gefühls, mit all den Ängsten und Sehnsüchten allein zu sein, spannt sie den Bogen, zieht sie den Dolch und begibt sich in den Kampf um die eigene Identität.

Können Sie sich mit der Gamingwelt identifizieren? Spielen Sie selbst ab und an?

Außer "Sims3" habe ich noch nie ein anderes Game gezockt. Zur Vorbereitung auf die Rolle musste ich mich erst einmal in die Gamingwelt einfinden. Das war gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass ich vorher nur virtuelle Menschen angezogen oder ihnen ein Haus gebaut habe. Plötzlich stand ich in einem VR-Gamingstore und kämpfte gegen Zombies. Ich bin ohne Witz und aus lauter Angst vor einem herannahenden Untoten – mitsamt der VR-Brille und den Joysticks – gegen eine leider nicht virtuelle Wand gerannt. Was macht man nicht alles für die Kunst!

Können Sie nachvollziehen, was in Jennifer vorgeht?

Ich kann alle Schüler verstehen, die sich in andere Welten hineinträumen, um sich dort stark und wichtig bzw. gebraucht zu fühlen. Das ist eine Kompensation für den Druck und die Zweifel, das ständige Bewerten und manchmal auch, wie in Jennys Fall, für die fehlende Selbstliebe.

Jennifer gleitet mehr und mehr in ein krankhaftes Suchtverhalten ab. Wie haben Sie es geschafft, dies in Ihrer Rolle so glaubhaft zu verkörpern?

Ich habe mit einem Psychiater gesprochen und selbst viel Playstation gespielt. Hierbei bin ich in unserem kleinen Wohnzimmer mit der VR-Brille über Planeten gesprungen! Ich habe außerdem einen Gamer besucht und ihm zugeschaut, wie er angestrengt Koordinaten über sein Headset weitergegeben hat. Aber das Allerwichtigste: Ich habe die Sucht in mir gefunden und genau damit gespielt.

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