Statement von Darstellerin Anne Ratte-Polle

Jan ist weg. Ist Hilda (Anne-Ratte Polle, l., mit Katrin Wichmann) wirklich so ahnungslos?
Jan ist weg. Ist Hilda wirklich so ahnungslos? | Bild: NDR / Michael Ihle

»Ich spiele die Frau des Bürgermeisters. Sie weiß von den Problemen ihres Sohnes und ist unfähig, ihn zu schützen. Nach außen hin versucht sie, den schönen Schein im kleinen Ort zu wahren, innen ist alles kaputt. Alkohol und Tabletten benebeln sie und ihr Gewissen. Der Lippenstift verrutscht dabei schon mal, was natürlich eine gewisse Komik hat.

Wie spielt man eine solche Frau? Mir war es wichtig, dass die Figur eigentlich einen guten Geschmack hat, es aber aufgrund ihrer Situation einfach nicht mehr richtig hinkriegt, sich selber zu pflegen. Deshalb haben wir in der Maske überlegt, dass sie übersieht, dass ihre Haare inzwischen fettig sind und die Schminke verrutscht ist. Ich habe den Lippenstift genommen, ein bisschen in die Ecken gezogen und gedacht, super, sie sieht ein wenig aus wie der Joker! Als ich beim Dreh den Lippenstift diesbezüglich nochmal korrigierte, sagte jemand, Vorsicht, das sieht ja aus wie Joaquin Phoenix in "Der Joker". Und Bjarne sagte, ja genau, und deshalb finde ich es auch gut.

Ich spiele gern mit solchen Ideen und Bildern, die mir beim Machen kommen. Sie setzen Assoziationen frei und vergrößern den Denkradius. Für mich hat diese Frau, so wie der Joker, eine gewisse Diabolik in sich, die aus Verzweiflung und Hilflosigkeit herrührt. Diese Assoziation macht die Figur stärker, sie kommt heraus aus dem Hausfrauenopferklischeebild. Bjarne hat diese Fantasie sofort verstanden. Ich mag es, eine Figur so breit wie möglich aufzustellen. Natürlich will ich ihr dabei sehr nahekommen, aber ich suche auch immer nach einem spielerischen Zugang, nach einer Leichtigkeit in der Figur, einer Sorglosigkeit gerade bei sorgenvollen Figuren. Dann macht es mir Spaß, auch wenn der Inhalt schwer ist.«

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