Kurzinterview mit Britta Hammelstein

Ellen (Susanne Wolff, re.) und Katharina (Britta Hammelstein) lieben sich, heiraten – und wünschen sich Kinder.
Ellen und Katharina lieben sich, heiraten – und wünschen sich Kinder. | Bild: WDR / Martin Valentin Menke

Wie wichtig war das Thema des Filmes für Sie, als Sie sich für die Rolle der Katharina bewarben?

Ich sehe in diesem Film – und sah es auch schon damals im Drehbuch – einen traurigen Liebesfilm und eine Familientragödie. Verpasste Momente, ein Streit vor einer Abreise, Gefühle, die man nicht erwartet hatte, der Versuch, eine Lücke zu füllen ... Das sind für mich die Geschichten, die in "Unser Kind" erzählt werden.

Worauf haben Sie bei der Entwicklung Ihrer Figur und später bei den Dreharbeiten besonders geachtet beziehungsweise achten müssen?

Das Thema Homosexualität war für mich inhaltlich erst mal zweitrangig. Ein Kind, Partnerschaft, Familienkonstellationen, Freundschaft, eines jeden Gerechtigkeit, der Tod – das sind für mich die zentralen Themen dieses Films. In welche Situation eine Frau gerät, die ihre Partnerin, die die leibliche Mutter des gemeinsamen Kindes ist, durch einen Todesfall verliert, was das juristisch genau bedeutet, war mir natürlich nicht im Detail klar. Die katastrophale Lage, in der sich eine solche Frau befindet, die das Kind nicht vor der Geburt adoptiert hat, musste ich mir erst erlesen.

In Ihrer Rolle waren Sie auch als Sängerin gefragt. War von Anfang an klar, dass Sie selbst die Songs aufnehmen?

Wie war die Zeit im Studio? Auch in der Tatsache, dass "Kiki" – die Figur, die ich spiele – Musikerin ist, lag eine besondere Herausforderung. Wir mussten einen Musikstil finden, der zu ihr passt. Eine Musik, einen Lebensentwurf, der Kikis Welt repräsentiert. Auch das Kostüm, die Maske und die Ausstattung waren Teil dieses Vorgangs. Wenn eine Filmfigur stirbt, ist man immer auf der Suche nach ihr. Man sucht nach Anhaltspunkten, wo man ihr begegnet, in anderen Figuren, an Orten, in Gesprächen, einem Foto, einem Ton … Für diese Art Rückblenden, in denen Kiki stattfindet, haben wir eine Form gesucht. Eine musikalische, visuelle, eine dramaturgische. Eine Figur und ihre Beziehung zu einem anderen Menschen, also die Liebesbeziehung zwischen Kiki und Ellen, über eine Stimme, eine Musik zu erzählen, war für mich so sinnvoll und stimmig, dass ich es ab jetzt am liebsten öfter tun würde!

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