Kurzinterview mit Andreas Döhler

Wolfgang (Andreas Döhler) ist mit Natalie (Lisa Wagner) verheiratet. Als Natalie erfährt, dass sich Katharina und  Ellen ein Kind wünschen, bringt sie ihren Mann als Samenspender ins Gespräch.
Wolfgang ist mit Natalie verheiratet. Als Natalie erfährt, dass sich Katharina und Ellen ein Kind wünschen, bringt sie ihren Mann als Samenspender ins Gespräch. | Bild: WDR / Martin Valentin Menke

Nana Neul fand es wichtig, keine Figur in die Rolle des Bösen abrutschen zu lassen. Bei Wolfgang, sagt sie, war das besonders schwierig.

Wenn man das Drehbuch liest, könnte man Wolfgang in der Tat Egoismus unterstellen, vielleicht sogar etwas Perfides, Kalkulierendes. Ich finde, wir haben es zusammen geschafft, dass man das als Zuschauer nicht so empfindet.

Warum handelt Wolfgang so, und warum ist er trotzdem nicht der Böse?

Bei ihm kommen ja so ein paar Sachen zusammen, und das Größte dabei ist natürlich die Liebe. Die Liebe eines Vaters zu seinem neugeborenen Kind. Außerdem finde ich, dass Wolfgang ein total sozialer Mensch ist. Wenn er Ellen seine Hilfe anbietet, ist das ernst gemeint. Er hilft halt gerne. Und er möchte, dass Franz eine gute Kindheit hat. Dieses Denken steht natürlich im Gegensatz zu dem Egoismus, den Wolfgang ja auch mitbringt, dessen er sich aber gar nicht so bewusst ist. Ihm passiert das alles so ein bisschen. Im Endeffekt ist er selbst ein wenig wie ein kleines Kind, zumindest haben wir die Rolle so angelegt.

Hübsch ist ja, wie er mit seiner Frau Natalie und Katharina und Ellen zusammensitzt und bei dem Thema Samenspende aus dem Staunen kaum herauskommt.

Er weiß anfangs gar nicht so genau, worauf er sich einlässt. Der Gedanke, Katharina und Ellen zu einem Kind verhelfen zu können, fasziniert ihn einfach. Mit seiner Frau hat er alles besprochen, er liebt sie und mag ihre Einstellung, dass die Welt bunter werden soll. Also sagt er seine Hilfe zu, ohne sich darüber im Klaren zu sein, was das für Folgen haben könnte. Wie auch! Erst als er vor dem kleinen Lebewesen Franz steht und es im Arm hat, es sieht und riecht, kommen die Dinge ins Rollen. Wolfgang weiß, was er unterschrieben hat, aber gleichzeitig gibt es da diese Liebe.

Sie begeben sich mit diesem Film in ein schwieriges juristisches Gebiet ...

Ich hatte mich mit Abstammungsrecht und solchen Themen vorher noch nie beschäftigt. Das hat sich im Zuge der Vorbereitung auf den Film natürlich geändert. Die juristische Komplexität des Themas hat uns bei den Dreharbeiten auch immer wieder dazu gezwungen, innezuhalten und uns zu fragen: Was genau steht in diesen Papieren, was wurde unterzeichnet, welche Folgen ergeben sich daraus? Es gibt ja diese Szene, in der sich Wolfgang mit einem befreundeten Anwalt berät, und erst da wird ihm bewusst, was das für Ellen bedeuten würde, wenn er das Sorgerecht beantragt. Der Film zeigt, dass man Gefühle nicht gesetzlich regeln kann. Dass ein Teil der Figuren die Gesetze nutzt, eben weil sie ihren Gefühlen folgen, macht die Sache noch komplexer.

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