Kurzinterview mit Victoria Trauttmansdorff

Nach Katharinas Tod versucht ihre Mutter Evelyn (Victoria Trauttmansdorff), so weiterzuleben wie zuvor und sich von der Trauer nicht aus der Bahn werfen zu lassen.
Nach Katharinas Tod versucht ihre Mutter Evelyn, so weiterzuleben wie zuvor und sich von der Trauer nicht aus der Bahn werfen zu lassen. | Bild: WDR / Martin Valentin Menke

Wie finden Sie Ihre Evelyn?

Die Rolle ist toll geschrieben. Das fängt schon damit an, dass Evelyn nicht das Klischee der lieben Omi erfüllt. Es ist nicht sie, die bereitwillig das Kind nimmt und sich hingebungsvoll kümmert. Es ist der Großvater, der es unbedingt will. Sie ist eine arbeitende Frau, steht mitten im Leben, vielleicht hat sie sich sogar ein bisschen danach gesehnt, so frei zu leben wie ihre Tochter, die Sängerin – so habe ich es empfunden. Außerdem gefällt mir sehr, dass Evelyn den Schmerz über den Tod Katharinas nicht zeigen kann, zunächst jedenfalls nicht. Sie steht unter Schock und versucht, irgendwie weiterzuleben. Damit konnte ich viel anfangen. Ich habe ja selbst zwei Töchter, und mich dann in die Situation hineinzubegeben, in der sich Evelyn gerade befindet ... leicht war das nicht. Dass so ein Autounfall passiert, ist ja nun nicht gerade das Unwahrscheinlichste auf der Welt: Mein Großvater ist so gestorben. Ich habe mir bei diesem Film also immer wieder sagen müssen: Jetzt komm’ schon, das ist nur eine Rolle!

Nana Neul findet, dass Sie und Ernst Stötzner ein gutes Paar seien. Was zeichnet das Zusammenspiel mit ihm aus?

Wir haben ja schon mal zusammen gedreht, und da habe ich bereits gemerkt, dass es Spaß macht, mit ihm zu spielen. Wir müssen gar nicht so viel reden und viel erklären, wir verstehen uns einfach so, auch ohne viel Worte.

Was sagen Sie zu dem Thema des Films?

Es ist hyperaktuell. In Frankreich gibt es ganze Bewegungen, die sich dagegen aussprechen, dass Homosexuelle Kinder haben dürfen. Ich bin total dafür, 100 Prozent. Gleichgeschlechtliche Paare können genauso gute Eltern sein wie Mann und Frau, vielleicht sogar bessere. Also, ich finde es wichtig, dass wir dieses Thema aufgegriffen haben, und das mit einer Geschichte, die nichts vereinfacht, in der die Figuren nicht in gut und schlecht und lieb und böse aufgeteilt werden. Das sind ja alles liberale und aufgeschlossene Leute. Und trotzdem ist es für Evelyn und Johannes schwierig, Ellen als Mutter ihres Enkels zu akzeptieren. Das Leben ist nun mal nicht simpel, es ist komplex und kompliziert, und dem wird unsere Geschichte gerecht. Es ist gut, dass solche Filme gemacht werden. Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich mit Bettina Brokemper, meiner Lieblingsproduzentin, zusammengearbeitet habe. Sie geht immer ins Risiko. Und: Sie ist dabei nie gestresst!

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