Ihre Kommentare zum Film "Weil du mir gehörst"

Ergänzend zum Film wird ein Talk das Thema Eltern-Kind-Entfremdung vertiefen. Zu Wort kommen Betroffene, ein Psychologe, ein Familienrichter sowie die Macher des Films. Es moderiert der ARD-Rechtsexperte Frank Bräutigam.

Ihre Kommentare, Fragen und Anmerkungen

Sie haben hier die Möglichkeit Ihren Kommentar/Ihre Frage zu hinterlassen. Das Gästebuch ist bis Sonntagabend, 17.2. um 23:59 Uhr geöffnet. Einige der eingegangenen Kommentare wurden bereits in der Talksendung aufgegriffen.

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Der Talk zum Film

Joachim schrieb am 14.02.2020, 09:47 Uhr

In der anschließenden Diskussion wurde mehrfach erwähnt, dass Entfremdung nur wenige Trennungskinder betrifft. Diese Zahl ist meiner Meinung nach weit untertrieben. Die Dunkelziffer ist hierbei ja gar nicht bekannt. Wie ich mein zuständigens Jugendamt und mögliche Beratungsstellen kennengelernt habe, werden Kinder schnell dem entfremdenden Elternteil zugewiesen, wenn das Kind äußert, bei dem Entfremder leben zu wollen. Das Kind muss ja zur Ruhe kommen können. Für die ist dann der Fall abgeschlossen. Wenn dann die Betroffenen nicht vor Gericht gehen, um ihren Kindern nicht noch mehr Schaden zuzufügen, gehören diese zu den positiven Trennungsfällen. Ich hoffe, dass dieses Thema weiter in der Öffentlichkeit diskutiert wird und dadurch auch mal Ämter reformiert werden. Die Position, dass ein Wechselmodell nur funktioniert, wenn sich beide Elternteile gut verstehen, halte ich für Unsinn. Kinder haben nur die einen Eltern. Diese haben die Pflicht sich um ihre Kinder zu kümmern. Beide, auch finanziell. Das Wechselmodell sollte gesetzlich als erster Weg gelten. Dann werden beide Elternteile gleichermaßen in die Pflicht genommen. Erst wenn dies scheitert bzw. sich ein Elternteil seiner Pflicht entziehen möchte, sollten weitere Maßnahmen wie Mediation oder Therapie folgen und nur als letzter Weg sollte ein Kind von einem Elternteil getrennt werden. Bei meinem Fall ging es meiner Meinung nach hauptsächlich um die Mitfinanzierung der Kindesmutter. Als mein Sohn 18 wurde, zog er wieder zu mir. Meine Tochter muss diesen Konflikt noch zwei Jahre durchstehen. Ich finde, dass die Motive für Entfremdung reduziert werden müssen. Diese sind nach meinen Erfahrungen hauptsächlich Einflussnahme und Geld. -Eltern müssten verpflichtet sein, an Mediationen oder Therapien teilzunehmen, wenn es von einem von beiden gefordert wird. -Die Finanzierung der Kinder sollte nicht dazu führen können, dass dies als Motiv überhaupt in Frage kommt.

Jens T schrieb am 14.02.2020, 09:40 Uhr

Vorausschicken möchte ich, dass ich die Art der Diskussionsführung hier im Forum beschämend finde. Da werden Klischees bedient, "Fakten" angeführt, die nirgends belegt werden können. Das wird der Wichtigkeit des Themas nicht gerecht. Ein wichtiger Kern des Problems ist meiner Ansicht nach, dass zwar gemeinhin erwartet wird, dass die Eltern sich kooperativ verhalten und — dem Kindeswohl zuliebe — nicht in tiefe Konflikte verfallen. Gleichzeitig ist unser Rechtssystem darauf ausgerichtet, die Eltern geradezu zwanghaft in "Gewinner" und "Verlierer" zu trennen. Das passt nicht zusammen! Ausgerechnet die FDP hatte vor gut einem Jahr einen sehr weisen Vorschlag gemacht. Sie wollte das Wechselmodell als Leitbild einführen. Die Idee dahinter: anstatt direkt bei den Grabenkämpfen um Gewinner und Verlierer anzufangen (wobei die beiden Rollen in der Regel schon zu Beginn vorbelegt sind), sollte jede Diskussion von einem Modell ausgehen, das weder Gewinner noch Verlierer kennt. Die Eltern sollten ihre Diskussion damit auf Augenhöhe beginnen, um einen Kompromiss zu finden, der am Ende wirklich dem Kindeswohl gerecht wird. Keineswegs sollte das Wechselmodell als "Zwangsmodell für alle" eingeführt werden! Leider wurde der Entwurf von den Parteien sofort in genau diese Interpretation verzerrt — die Angst um ein paar Wählerstimmen war dann wohl doch stärker als das Schicksal von ein paar Hundertausend Trennungsfamilien... Mein Wunsch wäre, dass unsere Gesellschaft nicht länger ihre Augen verschließt vor diesen Problemen, die weit mehr Menschen (Kinder!) betreffen als das den Leuten bewusst ist. Und eine Diskussion, die ehrlich hinterfragt und nicht immer nur wieder die Klischees aus den 50er Jahren bedient.

B.G. schrieb am 14.02.2020, 08:19 Uhr

Es erschreckt mich zu lesen, wie viele hier davon berichten von ihren Kindern durch aktive Manipulation der Kinder durch den anderen Elternteil entfremdet worden zu sein. Das ist schlimm und es ist schwerer psychischer Missbrauch! Dennoch möchte ich an dieser Stelle auch eine andere Sichtweise einbringen als Mutter von zwei Kindern, der regelmäßig Manipulation der beiden Kinder vorgeworfen wird. Zunächst einmal das Wichtigste vorweg: Die Kinder sehen und besuchen ihren Vater seit 10 Jahren regelmäßig (der Umfang der Kontakte variierte je nach Alter der Kinder), ich halte das für wichtig und richtig. Punkt. Allerdings ist die Menge der sogenannten "Umgangstage" zurück gegangen. Dies auch aus guten Gründen, die ich hier nicht näher erläutern möchte. Jetzt kommt der Punkt, den ich anmerken möchte: Immer wenn es etwas gibt, dass wir wegen der Kinder besprechen müßten - wenn es etwas gibt, wo der Wunsch der Kinder weniger zum Vater zu gehen seine Begründung entweder in etwas, was sie ganz konkret beim Vater stört, liegt oder sogar in etwas neutralem ("ich will nicht so viel wechseln, das ist anstrengend und doof und macht es komplizierter meine Freunde zu treffen") besteht keine Möglichkeit sich darüber konstruktiv auseinanderzusetzen sondern es kommt sofort der Manipulationsvorwurf als k.o. Argument: - Ich könne es nicht aushalten alleine zu sein (ich genieße meine Zeit ohne Kinder übrigens sehr! Genauso wie ich die Zeit mit ihnen genieße!) -Ich käme nicht damit zurecht, dass er wieder eine Partnerin hat Dieser Generalverdacht der Manipulation verhindert - und ich bin mir sogar nicht sicher, ob er nicht unbewusst gezielt eingesetzt wird um zu verhindern - dass wir auf die Bedürfnisse der Kinder schauen können. Da sind nämlich meines Erachtens ganz reale, verständliche Bedürfnisse nach weniger Wechsel in ihrem Leben jetzt in der Pubertät. Das ging sogar so weit, dass als mein eines Kind dem Vater sagte, dass es jetzt mal 2 Monate gerne nicht mehr zu ihm kommen wollen würde (ich war im übrigen ganz überrumpelt davon, dass es das getan hat), weil es einfach weniger Wechsel möchte und es in der Schule so stressig sei, dieses Verhalten des Kindes komplett pathologisiert wurde. Die Sichtweise des Vaters war, dass das Kind zu einem Kinder- und Jugendpsychiater müsse - das Kind hat geweint und geweint und geweint - der Vater hat verboten, dass das Kind nicht mehr zu ihm kommt: Es müsse zu ihm kommen damit sich die Unfähigkeit Konflikte einzugehen, die sich seines Erachtens in dem Äußern des Wunsches längere Zeit nicht mehr zu ihm zu kommen, gezeigt hätte nicht weiter verstärken würde. Meiner Meinung nach hat mein Kind einfach normales und sehr konfliktfähiges Verhalten eines Dreizehnjährigen gezeigt, der mit seinem Vater über seine Bedürfnisse sprechen wollte. Jedes Sprechen über die Bedürfnisse der Kinder wird jedoch mit dem Vorwurf "das sind ja gar nicht die Bedürfnisse der Kinder - wenn sie so etwas wollen, dann sind sie total manipuliert" verunmöglicht. Quasi: Wenn die Kinder weniger Umgang möchten, dann sind sie manipuliert. Der Wunsch von einem Kind (insbesondere zu Beginn der Pubertät oder in der Pubertät) nach weniger Umgang kann jedoch ganz andere Gründe haben, die vielleicht einfach mit der Entwicklung des Kindes zu tun haben. Mir ist es wichtig anzumerken, dass der Generalverdacht der Manipulation großen Schaden anrichtet und sehr, sehr, sehr häufig anzutreffen ist. Damit möchte ich nicht absprechen, dass es Entfremdung durch gezielte Manipulation eines Elternteiles gibt, ich möchte jedoch darum bitten, alle Familien differenziert zu betrachten und nicht in Folge eines guten Filmes alle Eltern von Kindern, die nicht mehr so viel zu ihrem anderen Elternteil möchten, unter Generalverdacht zu stellen, denn auch das schadet den Kindern, weil sie selbst auch in diesem Fall nicht mehr gesehen werden.

Alois St. schrieb am 14.02.2020, 06:16 Uhr

Dieser Film entspricht leider der Realität in Deutschland. Ich befinde mich zurzeit in Trennung lebend von meiner Noch-Frau. Ich erlebe die Entfremdung hautnah, und auch die Rolle der Schwiegereltern zeichnet der Film zutreffend auf.Trotz beim Jugendamt vereinbarten Umgangszeiten habe ich meine Kinder seit zwei Monaten nicht mehr gesehen, weil meine Frau für die Kinder bei mir eine Gefährdung sieht. Das Jugendamt sieht keinen Anlass für Umgangsbeschränkungen bei mir, kann meine Frau nicht mehr zur Teilnahme an einem Gesprächstermin bewegen und hat mich aufgefordert, meinen Umgang bei Gericht einzuklagen, was ich inzwischen gemacht habe. Meine Anfrage, ob das Jugendamt von sich aus eine Umgangsregelung bei Gericht anregen könnte (um die negative Projektion von. "Der böse Papa prozessiert jetzt noch gegen uns" zu vermeiden), wurde von der Jugendamtsmitarbeiterin mit dem Satz beantwortet: Rechtlich könne und dürfe sie als Jugendamt nichts unternehmen, weil wir als Sorgeberechtigte alleine dafür verantwortlich sind. Ob vor dem Gericht das Wohl der Kinder im Fokus steht, kann ich noch nicht sagen. Nach diesem Film sind meine Erwartungen an eine gute Lösung ziemlich eingeschränkt.

inselfee schrieb am 14.02.2020, 03:47 Uhr

nach dem film und talk bin ich sehr berührt und traurig!Würde es gut finden wenn 2 gutachter gleichzeitig vor ort wären ,eine mit dem kind und der andere mit dem elternteil, vileicht auch bei spaziergang ,eis essen , auf dem spielplatz ,Vor allem das vertrauen aufbauen und sich zeit lasen. Meine meinung nach könnte der gutachter danach besser entscheiden was besser für das wohlergehen des kindes ist.

Powel, I schrieb am 14.02.2020, 00:14 Uhr

Dieser Film ist eine Frechheit zu dem Thema! Es wäre ein guter Thriller geworden. Frauen, die so sind, die haben dann aber nicht PAS, sondern sind psychisch schwer gestört und das sind vielleicht 1-3 %! Der ganze Film ist überzogen und zu extrem dargestellt worden. Die restlichen fast 90 % der Alleinerziehenden Mütter kämpfen tag-täglich und oftmals fast ganz alleine als Erziehende. Viele Männer nehmen sich Zeit für die Kinder, wenn es für sie möglich ist oder nur alle gerichtlich vereinbarten 14 Tage. Die Hälfte der Ferien abzudecken, ist für viele Väter oftmals schon nicht möglich oder es ist kein Engagement diesbezüglich da. Ebenso fehlt oft die Bereitschaft auf Teilzeit zu gehen, da die Renten-Einbussen nur ungern in Kauf genommen werden. Von Müttern wird es aber mit einer Selbstverständlichkeit erwarten und übernommen. Wer bleibt denn bei den Kindern, wenn die Kinder geboren werden und bis die Kinder aus dem Gröbsten raus sind? Alleinerziehende leben nicht umsonst in einer Armutsgrenze mit den Kindern und im Rentenalter ebenso. Viele Väter zahlen keine oder nicht die korrekten Unterhalte an die Mütter sowie deren gemeinsamen Kinder. Es werden oftmals nur die Rosinen aus den Brötchen gesucht und Pflichten bleiben an den Müttern hängen. Oder wer von den Vätern, würde freiwillig seine Arbeit reduzieren und oder mindestens eine 50 % Verfügbarkeit bereit sein zu erfüllen? Warum sehen die Statistiken der Elternzeit-Nehmer und der weiteren Bereitschaft der Arbeitszeit-Reduzierung in Wirklichkeit so anders aus? Wären das nicht Ansätze gewesen, die Wirklichkeit mal zu verfilmen?

G. M. schrieb am 14.02.2020, 00:10 Uhr

Ich bin selber betroffen. Der Vater meines Kindes hat die Partnerschaft und Trennung - die bei ihm aus vielen Kränkungen, Wut und Angst besteht - (noch) nicht verarbeitet. Daher haben wir einen konfliktreichen Umgang miteinander. Hinzu kommt noch, dass der Vater und seine Herkunftsfamilie unser Kind instrumentalisiert. Sie leidet nach innen. Ich sehe das und es tut so höhlisch weh. Seit einiger Zeit geht sie nun in psychologischer Behandlung. Sie soll lernen über ihre Gefühle zu sprechen, ohne ein Loyalitätsproblem zu bekommen und Manipulationen erkennen. Auch bei mir haben jegliche vom Jugendamt gestellte Beratungsstellen versagt. Ich musste darum kämpfen, dass wir eine qualitativ gute Mediation bekommen, da der Vater narzisstische Persönlichkeitsanteile besitzt. Er sieht die Trennung als Kritik an seiner Person an. Um mich zu bestrafen, übt er Rache auf den schwachen Schultern unseres Kindes aus. Soll das Liebe sein oder sind das doch eher die eigenen Bedürfnisse, die da befriedigt werden sollen? ...

Elternteil schrieb am 13.02.2020, 22:27 Uhr

Solange der volle Kindsunterhalt fällig wird wenn das Kind nicht zu exakt 50 % bei dem anderen Elternteil Zeit verbringt wird es weiterhin zu sinnbefreitem Handeln des Kindsunterhalt-beziehenden Elternteils kommen. Eine paritätische Elternschaft ist immer gut und Eltern sollten direkt bei der Trennung eine einvernehmliche Lösung finden - mit enger Konrolle, ob Sie das schaffen oder externe Hilfe notwendig ist. Es geht nicht um die Eltern sondern um die Kinder. Mediation wäre schick - wenn Sie den verweigernden Teilnehmer/*Innen auch mit Konsequenzen und Sanktionen begegnen kann... Und nehmt bitte nicht das Kindeswohl als Maxime Eures Handelns - das ist eine Frage der Deutungshoheit und aus der Sicht eines Elternteil never ever objektiv.

Günter Buning, Osnabrück schrieb am 13.02.2020, 21:49 Uhr

Kein guter Film, eher ein extrem schlechter Film. Wenn Eltern sich trennen und sich so verhalten, dann liegt eine starke psychische Störung bei der Frau vor. Alle Frauen welche sich so verhalten, meist nicht bei Kinder in dem Alter, sondern im Alter der Kinder von 3-4 Jahren, kommen aus Missbrauch Familien... Sogar, was in der Runde geredet wird ist nur Umfug... Buning

Barbarella schrieb am 13.02.2020, 21:38 Uhr

Der Vater erscheint im Film ausschließlich als Opfer. Er hat aber seine Frau betrogen, und damit die Familie zerstört. Dieser Aspekt kommt zu kurz.

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