Interview mit Thomas Unger und Matthi Faust

Thomas Unger als Georg Leitner

Thomas Unger in seiner Rolle als Georg Leitner.
Thomas Unger in seiner Rolle als Georg Leitner. | Bild: ARD Degeto / Erika Hauri

Georg kennt nur einen Weg: mit dem Kopf durch die Wand. Temperamentvoll, leidenschaftlich, dickköpfig – kein Wunder, dass er und Marie sich quasi seit der Geburt nicht ausstehen können. Obwohl die Väter mit ihnen mal ganz andere Pläne hatten. Den Tod seines jüngsten Bruders kann er den Hubers bis heute nicht verzeihen, da ist er unerbittlich wie sein Vater. Bei aller Hitzköpfigkeit besitzt Georg, der als Koch auf dem Leitner-Hof arbeitet, aber auch sehr viel Charme. Den er gern und häufig einsetzt, um die Damenwelt zu erobern. Dass seiner Frau die Affären zu viel wurden und sie sich scheiden ließ, kümmert ihn anscheinend wenig. Der einzige Mensch, der ihm wirklich etwas bedeutet, ist wohl seine kleine Tochter. Aber da ist auch noch Marie – offenbar die einzige Frau, die ihm und seinem Charme widersteht.

Matti Faust als Florian Leitner

Matthi Faust in seiner Rolle als Florian Leitner.
Matthi Faust in seiner Rolle als Florian Leitner. | Bild: ARD Degeto / Erika Hauri

Florians Weg schien eigentlich schon vorgezeichnet: Hochzeit mit Lisa, Kinder, ein schönes Leben. Tatsächlich wurde Lisa seine große Liebe, doch der Tod seines kleinen Bruders machte es ihm schwer, vorbehaltlos zu seinen Gefühlen zu stehen. Zumal vor allem Georg und sein Vater mit ihrer Unnachgiebigkeit und dem Einbehalt der Weiden dafür sorgten, dass sich die Fronten zwischen den Clans verhärteten. Stattdessen heiratete Florian eine Jugendfreundin, Karin, und bekam mit ihr eine Tochter: Mila. In seinem neuen Leben ist er angekommen, auch an die Reibereien mit Georg, der ihm insgeheim die Geschäftsführung des Familienhofs neidet, hat er sich gewöhnt. Aber mit Lisas Rückkehr brechen längst überwunden geglaubte Gefühle wieder auf. Und sorgen für zusätzliche Konflikte.

Gespräch mit Thomas Unger und Matthi Faust

Matthi Faust und Thomas Unger in ihren Rollen als Sebastian und Georg Leitner
Matthi Faust und Thomas Unger in ihren Rollen als Sebastian und Georg Leitner | Bild: ARD Degeto / Erika Hauri

Georg und Florian sind zwar Brüder, aber nicht gerade 'Best Buddies'. Woran liegt’s?

Thomas Unger: Rivalität unter Brüdern ist unvermeidbar. Sobald man zusammen aufwächst, ist der Bruder der nächste, mit dem man sich misst, vergleicht und an dem man sich reibt. Das kann mitunter emotionale Verletzungen verursachen, weil keiner die Schwachstellen so gut kennt wie der eigene Bruder. Und wenn dann auch noch um die Gunst des Vaters gebuhlt wird und der unheilvolle Verdacht besteht, dass dieser einen von beiden irgendwie bevorzugt, ist die Schräglage perfekt ... und der Schuldige gefunden: Bruder(herz).

Matthi Faust: Sie sind in ihren charakterlichen Grundzügen sehr verschieden. Georg hat seine Emotionen nicht immer im Griff und ist von einer großen Wut getrieben, das liegt Florian fern. Vielmehr fühlt er sich fast schon belästigt durch die häufigen Ausbrüche seines Bruders – und dass er immer wieder hinter ihm aufräumen muss. In der Vergangenheit der beiden liegt außerdem eine Verletzung begraben, mit der jeder von den beiden sehr unterschiedlich umgeht.

Haben sich die beiden früher wohl besser verstanden oder hat sich ihr Verhältnis nach dem tragischen Unfall mit dem kleinen Peter geändert?

Thomas Unger: Die haben sich früher bestimmt besser verstanden, denn, wenn man so nahe miteinander aufwächst, ist der Bruder auch der erste Spielpartner. Aber mit dem Unfall hat sich die ganze Statik und Atmosphäre im Hause Leitner verändert. Seitdem kämpft man zwar vordergründig gegen die „Hubers“, hat aber untereinander den Draht verloren – jeder ist mit sich selbst beschäftigt.

Haben Sie selbst einen Bruder?

Matthi Faust: Sogar zwei. Die Beziehungen zu den beiden sind sehr unterschiedlich. Ich bin der Kleinste, habe also so eine Nesthäkchenposition inne. Und von mir zu meinem ältesten Bruder liegen neun Jahre Altersunterschied, das sind typische Generationenkonflikte, die da herrschen. Es gibt vieles im Leben, wo wir grundsätzlich sehr unterschiedliche Positionen beziehen. Ich glaube, in seinen Augen führe ich ein leichtsinniges Leben. Mein ältester Bruder strebt nach Sicherheit, ich kann das leider nicht so gut. Aber es gibt auch, je älter wir werden, immer mehr Gemeinsamkeiten, man nähert sich an. Da merkt man, wir sind ein Blut. Dem anderen Bruder bin ich sehr nahe. Wir sehen uns fast täglich zum Sport, teilen denselben Freundeskreis und wohnen in derselben Straße. Das war auch nicht immer so, aber auch da gilt, je älter man wird, desto mehr wächst man zusammen.

Thomas Unger: Ich habe eine Schwester. Als Kinder war unser Verhältnis geprägt von den fünf Jahren Altersunterschied. Der hat sich mittlerweile natürlich verwachsen. Die Bedeutung von Geschwistern ist immens, gibt es doch in der Familie außer den Eltern niemanden, der einen so lange kennt. Wir haben mittlerweile eine sehr gute Verbindung zueinander und haben ein durchaus vertrauensvolles Verhältnis.

Könnten Sie sich vorstellen, einen Bruder wie Florian zu haben? Würden Sie sich gut mit ihm verstehen?

Thomas Unger: Ich könnte mir sehr gut vorstellen, einen wie den Florian zum Bruder zu haben. Er ist loyal, hat den Laden ganz gut im Griff und scheut die Konfrontation nicht. Somit wird es bestimmt nicht zu langweilig … Nur von seinen Frauen sollte er sich nicht allzu sehr einwickeln lassen (lächelt).

... und Sie, Herr Faust, einen Bruder wie Georg?

Matthi Faust: Ich finde Georg eigentlich o.k. Der ist direkt, handelt intuitiv. Ich denke, ich bin ihm sehr nahe. Ich selbst bin eher Georg als Florian.

Vor der Kamera behakeln sich ja Florian und Georg. Wie sah es bei Ihnen hinter der Kamera aus – stimmte da die Chemie?

Thomas Unger: Die Chemie ist bestens. Wir haben uns im Umkleide-Wohnwagen zum ersten Mal gesehen und steckten beide in Lederhosen für die Szenen beim Vieh-Scheid. In vielen Warteminuten lernt man sich kennen und mögen. Wir sind sogar zusammen zu Fuß zur Bergstation der Rodelbahn gelaufen, samt abschließender rasanter Talfahrt – das verbindet!

Matthi Faust: Sehe ich auch so – die Chemie stimmt. Thomas Unger ist jemand, den man als besten Freund möchte. Es gibt Menschen, die haben eine beruhigende Wirkung, er ist so jemand. Und er hat gesunde Gedanken über das eigene Leben und die Welt.

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