Fragen an Ernst Stötzner

Herr Kurtz (Ernst Stötzner) absolviert sein Sozialleben im Gespräch mit der Lieblingsente.
Herr Kurtz absolviert sein Sozialleben im Gespräch mit der Lieblingsente. | Bild: ARD Degeto / Guido Engels

Ernst Stötzner spielt Werner Kurtz

Werner Kurtz ist pedantisch und fühlt sich mit Ende 60 aufs Abstellgleis verfrachtet. Der aufgedrängte Ruhestand hat ihn nach dem Tod seiner Frau vor das Nichts gestellt. Seinen Alltag füllt er mit einsamen Joggingrunden. Erst die Begegnung mit Anna lockt ihn aus der Reserve und weckt seinen Teamgeist.

Fragen an Ernst Stötzner

Der Film erzählt die Geschichte von zwei jungen Alten, die von der Gesellschaft in die Rente gedrängt werden, obwohl sie noch viel in ihrem Beruf und auch Gutes für die Gemeinschaft leisten könnten. Ist das eine Generation, die zu wenig mediale Aufmerksamkeit bekommt?

Nein, dass denke ich eher nicht. Es kann aber auch sein, dass es mir nicht auffällt, da ich von sehr agilen und unternehmungsfreudigen älteren Menschen umgeben bin. Und auch im Film und im Fernsehen sind sie – meiner Wahrnehmung nach – bisher nicht ausgeblendet.

Sie spielen mit Ihrer Rolle Herr Kurtz den ehemaligen Leiter eines Ordnungsamts. Sie sind selbst in den 60ern, denken aber nicht daran, Ihre Profession als Schauspieler und Regisseur an den Nagel zu hängen. Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Mit Plänen ist das so eine Sache, da bin ich ganz schlecht, leider. Aber ich lasse die Kugel gerne rollen – und solange sie das tut, bin ich glücklich. Inszeniert habe ich jetzt schon seit mehr als zehn Jahren nicht mehr, denn dazu benötige ich den dauerhaft festen Aufenthalt an einem Theater. Aber vielleicht … wer weiß. An den Nagel möchte ich meine Arbeit jedenfalls nicht hängen.

Werner Kurtz ist aufgrund von Konflikten mit seinem Sohn und der Schwiegertochter aus dem gemeinsamen Familienheim ausgezogen. Was halten Sie persönlich von dem Konzept eines Mehrgenerationenhauses – kann das gut gehen?

Grundsätzlich denke ich, ja. Nach vorne und um mich herumschauend, sehe ich durchaus Möglichkeiten und Chancen für eine gelungene Praxis. Wenn ich auch weiß, dass im Zusammenspiel mit verschiedensten Empfindlichkeiten die Sache nicht ganz einfach ist. Allerdings, sofern die Abstandsräume gegeben sind, kann Nähe himmlisch sein.

Der etwas misanthropisch veranlagte Herr Kurtz findet ein Zimmer zur Untermiete bei der lebensbejahenden Anna …

Herr Kurtz ist sicher sehr ungern in seiner verdunkelten Gemütslage und besitzt die Kraft, sich trotz seines mächtigen Unbehagens damit noch zu konfrontieren. Dieser Impuls zur Selbstüberwindung ist ausbaufähig und rettend. Und da "Retten" wiederum ein Elixier von Anna ist, öffnet sich da ein Horizont.

Anna überredet den korrekten Herrn Kurtz, seine Kontakte im Ordnungsamt spielen zu lassen – natürlich gegen die Regeln. Finden Sie sich in der Rolle wieder, was das Akzeptieren bzw. Brechen von Regeln angeht?

Das ist eine komplizierte Frage, denn im Rahmen des Films verhalten sich die beiden durchaus ein wenig heroisch und zwar, weil ihr Interesse am Anderen über dem Interesse an den Regeln steht. Was allerdings im praktischen Leben selten so idealtypisch vorinstalliert ist, weshalb es da eher gut ist, sich zunächst mal an bewährte Regeln zu halten. Dass es zwischen beiden Erlebnisweisen eine Spannung gibt, ist aber wieder das Gute an der Sache, weil es spüren lässt, dass wir immer und stetig an unserer Verbesserung arbeiten müssen.

Die einzige Konstante im Leben Ihrer Figur sind die regelmäßigen Joggingrunden. Welchen Stellenwert hat Sport für Sie, wie halten Sie sich in Form?

Das verhält sich bei mir ganz genauso: Aufstehen, laufen – dann alles andere.

2 Bewertungen
Kommentare
Bewerten

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten: Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern werden innerhalb von 24 Stunden durch die Redaktion freigeschaltet. Es dürfen keine externen Links, Adressen oder Telefonnummern veröffentlicht werden. Bitte vermeiden Sie aus Datenschutzgründen, Ihre E-Mail-Adresse anzugeben. Fragen zu den Inhalten der Sendung, zur Mediathek oder Wiederholungsterminen richten Sie bitte direkt an die Zuschauerredaktion unter info@daserste.de. Vielen Dank!

*
*

* Pflichtfeld (bitte geben Sie aus Datenschutzgründen hier nicht Ihre Mailadresse oder Ähnliches ein)

Kommentar abschicken

Ihr Kommentar konnte aus technischen Gründen leider nicht entgegengenommen werden

Kommentar erfolgreich abgegeben. Dieser wird so bald wie möglich geprüft und danach veröffentlicht. Es gelten die Nutzungsbedingungen von DasErste.de.