Fragen an Nina Gummich

Louisa (Nina Gummich) ist ganz und gar nicht davon überzeugt, dass sie mit Billy (Aglaia Szyszkowitz) mithalten kann, wenn es darum geht aufzuschreiben, was eine gute Mutter ausmacht. Doch da irrt sie sich …
Auf ihre Art ist Louisa durchaus gewitzt, der Auseinandersetzung mit dem Jugendamt ist sie aber nicht gewachsen. Ganz im Gegensatz zu Billy, die die Angelegenheit mit Schwung zu der ihren macht. Einer liebevollen Mutter den Sohn und Marcel die Mutter wegzunehmen, statt ihnen bei der Bewältigung des Alltags zu helfen, will sie nicht zulassen. Louisa ist ganz und gar nicht davon überzeugt, dass sie mit Billy mithalten kann, wenn es darum geht aufzuschreiben, was eine gute Mutter ausmacht. Doch da irrt sie sich … | Bild: SWR / Tom Trambow

Fragen an Nina Gummich

Was stand für Sie im Vordergrund, die Rolle der Louisa zu übernehmen?

Darüber, ob ich die Rolle der Louisa übernehmen möchte, musste ich nicht lang nachdenken. Die Freude an der Herausforderung, jemanden zu spielen, der so weit weg von mir selbst ist, war von Anfang an riesengroß.

Und wie haben Sie sich auf diese Rolle und die ganze Thematik vorbereitet? Wie haben Sie Zugang zu Louisa bekommen?

Ich hatte das Glück, dass ich mich zwei Jahre zuvor schon mal mit der Thematik von Müttern mit geistiger Behinderung in einer Theaterproduktion am Hans Otto Theater in Potsdam auseinandergesetzt hatte. Damals gab es natürlich – wie am Theater öfter üblich – viel Zeit für die Proben. Da konnte ich alles ganz in Ruhe ausprobieren und mich der Figur annähern, das hat mir dann auch für die Rolle der Louisa geholfen. Ich suche immer nach dem Punkt, wo die Figur und ich uns treffen können. Und in dem Fall beobachtete ich, wie viele Menschen mit geistiger Behinderung zunächst einmal sehr naiv, unverstellt, teils kindlich auf das Leben zugehen. Das berührte mich. Und ich habe eine gute Erinnerung daran, wie ich die Welt als Kind gesehen habe, und konnte so einen guten Zugang dazu finden.

Was war denn bei den Dreharbeiten die größte Herausforderung für Sie?

Die lag für mich darin, sehr schnell "auf dem Punkt" zu sein. Man kann sich bei so einem Projekt nicht stundenlang "einkitschen". Die Rolle muss früh um sechs – zack – da sein, und man darf sie über den Tag auch kein Stück verlieren.

Ging Ihnen eine Szene besonders nah?

Das waren alle Szenen, in denen es darum ging, dass einer Mutter das Kind weggenommen werden soll, die überhaupt nicht begreifen kann, wieso, und die gleichzeitig mit aller Mühe versucht zu verstehen, was sie falsch gemacht hat, und bereit ist, alles dafür zu geben, dass sie ihr Kind behalten darf. Insbesondere die Szene, in der Louisa Billy Kuckuck fragt, was eine gute Mutter machen müsste, und Billy Kuckuck wahnsinnig viele Sachen aufschreibt und Louisa selbst nur aufgeschrieben hat: "Kint liep habn."

Gibt es etwas, das man auch von Frauen wie Louisa lernen könnte?

Man könnte von ihr auf jeden Fall lernen, dass es tatsächlich die Liebe zum Kind ist, mit der man dem Kind an allererster Stelle begegnen sollte. Und vielleicht werden Mütter, die Angst haben, ihrem Kind nicht gerecht zu werden, die vor lauter eigenem Stress und Sorge ihre Kinder mit verrückt machen oder die einfach vor Erschöpfung nicht mehr viel übrig haben, an diese wesentliche Sache – Liebe – erinnert: Das wäre schön.

... und wann ist in Ihren Augen eine Mutter eine gute Mutter?

In meinen Augen ist eine Mutter eine gute Mutter, wenn sie ihr Kind so sehen kann, wie es wirklich ist, und wenn sie einfach in einer guten, liebevollen Verbindung mit sich und ihrem Kind ist.

Was werden Sie von den Dreharbeiten in besonderer Erinnerung behalten?

Vor allem die Magie der letzten zwei Drehtage. Wir waren Schlittschuhlaufen auf einem ganz hübschen Bauernhof, außerhalb der Stadt, Weihnachten stand kurz vor der Tür, und es war einfach wie verzaubert dort.

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