Fragen an Matthi Faust als Florian Leitner

Florian (Matthi Faust) zeigt seiner Exfrau Karin (Judith Toth) die kalte Schulter.
Florian zeigt auch seiner Exfrau Karin die kalte Schulter. | Bild: ARD Degeto/Westside Film / Arvid Uhlig

Nachdem Florians bisheriges Leben weggebrochen ist, schaltet er auf stur und ist für niemanden mehr ansprechbar. Wie würden Sie sich in so einer Situation verhalten?

Das ist natürlich eine sehr schwierige Frage, bezogen auf mein eigenes Leben! Ich war noch nie in einer vergleichbaren Situation, weiß aber, dass ich mich in manchen Phasen in meinem Leben schon sehr impulsiv und bestimmt auch nicht immer vernünftig verhalten habe. Meine Familie aber würde ich nie im Stich lassen. Trotzdem kann ich Florians Reaktion nachvollziehen. Der Mensch ist ja ein fehlerhaftes Wesen. Jeder hat Dämonen oder schwarze Löcher, die man mit sich rumträgt. Und je mehr man sich in einem gesellschaftlichen Konstrukt einrichtet, sei es die Verantwortung gegenüber der Familie, dem Beruf, den Nachbarn, also je mehr man seine Wut oder Unzufriedenheit vergräbt, um zu funktionieren, umso größer wird der Ballast, den man schluckt. Und irgendwann platzt man. Florian verliert erstmal den Glauben an alles – auch an sein eigenes "Konstrukt" Familie.

Sie leben in Berlin und drehten jetzt zum achten Mal in den Bergen. Entwickeln Sie mittlerweile eine Art Heimatgefühl fürs Allgäu – oder sind Sie im Herzen Großstädter?

Im Herzen bin ich nichts von beidem. Ich komme aus Mecklenburg. Mein Herz geht auf, wenn ich mit dem Zug raus aus Berlin fahre und nach ungefähr einer Stunde verfallene Bahnhofshäuschen sehe, wunderschöne grüne und satte Landschaften, kleine Seen und Moore, und wenn ich mit den Mecklenburgern am Tisch sitze, Pils trinke und Gespräche führe, die um ganz praktische und lebensnahe Dinge gehen. Oder wenn man Spazierengehen kann und zwei Stunden auf keinen Menschen trifft. Meine Seele und mein Herz liegen in Mecklenburg. Das Allgäu ist auf eine andere Weise sehr schön! Ich freue mich, wenn ich dort arbeite, aber auf Dauer fehlt mir der Horizont. Das, was aber am schönsten ist, sind die Kollegen, die man einmal im Jahr sieht. Das ist mittlerweile eine Familie. Ich schätze jeden dieser verschiedenen Menschen sehr, wie ich mich überhaupt den Allgäuern verbunden fühle. Und Thomas Unger würde ich mittlerweile sogar wirklich als einen echten Bruder bezeichnen.

1 Bewertungen
Kommentare
Bewerten

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten: Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern werden innerhalb von 24 Stunden durch die Redaktion freigeschaltet. Es dürfen keine externen Links, Adressen oder Telefonnummern veröffentlicht werden. Bitte vermeiden Sie aus Datenschutzgründen, Ihre E-Mail-Adresse anzugeben. Fragen zu den Inhalten der Sendung, zur Mediathek oder Wiederholungsterminen richten Sie bitte direkt an die Zuschauerredaktion unter info@daserste.de. Vielen Dank!

*
*

* Pflichtfeld (bitte geben Sie aus Datenschutzgründen hier nicht Ihre Mailadresse oder Ähnliches ein)

Kommentar abschicken

Ihr Kommentar konnte aus technischen Gründen leider nicht entgegengenommen werden

Kommentar erfolgreich abgegeben. Dieser wird so bald wie möglich geprüft und danach veröffentlicht. Es gelten die Nutzungsbedingungen von DasErste.de.