Saskia Vester spielt Henni Höffner

Henni (Saskia Vester) bewegt sich mal wieder auf dünnem Eis.
Henni bewegt sich mal wieder auf dünnem Eis. | Bild: ARD Degeto / Hendrik Heiden

Was war für Sie das Besondere daran, diesmal in Süditalien zu drehen?

Süditalien wollte ich schon immer mal kennenlernen. Mein Mann und ich sind sowieso Italienfans, waren schon in Rom,Verona, der Toskana und am Gardasee.Wir sind Münchner, da rutscht man ja schnell über die Alpen.Vor den Dreharbeiten hatten wir einen Camper gemietet und sind dann in drei Tagen runtergefahren, damit ich nicht fliegen muss. Endlich konnte ich mal Apulien sehen mit seinen Trullis, den berühmten Rundhäusern. Eine sehr karge und heiße Gegend, leckeres Essen – genau nach meinem Geschmack, ich fühl‘ mich da einfach wie zu Hause. Und die Italiener sind großartig, sie lieben und verehren Schauspieler. Es macht unglaublich viel Spaß mit diesen Herzensmenschen zu arbeiten! Tragisch war nur, dass bei den Olivenbäumen das Bakterium Xylella tatsächlich wütet – nicht nur in unserem Film. Früher standen da wunderschöne Haine mit tausenden von alten Olivenbäumen und jetzt nur graue, tote Bäume, soweit das Auge reicht. Das zu sehen hat richtig wehgetan! Dies war außerdem der erste "Kindermädchen"-Film, den wir unter Corona-Bedingungen gedreht haben. Alles ging gut, die Italiener haben wirklich streng darauf geachtet, dass die ganzen Hygienemaßnahmen eingehalten wurden.

Was wissen Sie jetzt alles über Olivenernten?

Bei den Filmszenen standen uns natürlich Profi-Erntehelfer zur Seite, die mir ein paar Handgriffe gezeigt haben, und das war’s auch schon. Aber als junges Mädchen war ich mal bei einer echten Olivenernte dabei. Ich nahm damals an einem Theaterworkshop in der Toskana teil, und da wurden wir gefragt, ob wir Lust hätten, am Wochenende bei der Ernte mitzuhelfen. Klar wollten wir! So etwas muss man mal erlebt haben. Da kommen alle möglichen Helfer von den Bauernhäusern ringsherum und bringen Essen mit. Erst wird fleißig gearbeitet, dann setzt man sich unter einen Baum, und es gibt Rotwein,Wurst und Käse. Ein Traum! Aber die Arbeit selbst ist körperlich richtig anstrengend. Und ich habe das Gefühl, an der Art, wie Oliven geerntet werden, hat sich bis heute nicht viel geändert. Es ist noch immer viel Handarbeit, und traditionell wird zur Unterstützung eine elektrische Pflückhilfe benutzt, die die Oliven vom Ast rüttelt. Und da ich Olivenöl liebe, haben wir nach den Dreharbeiten ein paar Flaschen gekauft.

Anfangs wollen die beiden Teenies Luisa und Julian überhaupt nichts von Henni wissen und sind ziemlich motzig. Wie verstanden Sie sich mit Laila Padotzke und Marlon Heidel?

Super! Eigentlich kann ich immer gut mit Kindern und Teenagern.Vielleicht auch, weil sie meinen frechen Humor mögen. Aber im Grunde verhalte ich mich bei ihnen wie Henni oder auch selbst als Mutter: Ich begegne ihnen auf Augenhöhe, sage nicht, ich bin die Erwachsene und du das dumme Kind, sondern bringe ihnen Respekt entgegen. Ich mochte sie sehr, vor allem Laila, deren Mutter ja ebenfalls Schauspielerin ist. Schon oft habe ich die Erfahrung gemacht, dass Schauspielerkinder sehr diszipliniert am Set sind, weil sie es schon von zu Hause kennen.

Diesmal entdeckt Henni ihre Leidenschaft für Bücher, am liebsten mit starken Frauen als Heldinnen. Was lesen Sie privat gern?

Ich bin nicht so der Frauenliteratur-Typ, ich lese viel lieber Geschichtsbücher. Also entweder geschichtlich orientierte Sachbücher oder Romane über die verschiedenen Epochen. Ich beame mich gerne in eine andere Zeit, auch vor dem Einschlafen, am liebsten ins Mittelalter.Vor allem der Alltag interessiert mich:Wie haben die Menschen gelebt? Was und wie haben sie gegessen? Wie haben sie sich warmgehalten? Schon in der Schule gehörte Geschichte zu meinen Lieblingsfächern – ich war eine schlechte Schülerin, aber die Noten in Geschichte haben mich immer gerettet. Im Rahmen meiner Schauspielausbildung habe ich übrigens mal eine Rückführung gemacht. Ich bin zwar nicht esoterisch orientiert, aber das war ein total faszinierendes Erlebnis für mich. Man geht dabei ja noch weiter als zur Geburt zurück, und plötzlich war ich auf einem mittelalterlichen Marktplatz, hatte keine Schuhe an, schaute auf den Boden und suchte nach Essen.War das jetzt meine Phantasie, oder hab‘ ich so etwas mal tatsächlich erlebt? Ist schon interessant!

Egal, in welchem Land Henni gerade arbeitet, stets bringt sie ihren Gastfamilien die bayerische Küche näher. Was sind Ihre Highlights, die Sie gern kochen?

Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal haben mein Mann und ich Lust auf Deftiges, wie Braten mit Rotkraut und Semmelknödel. Manchmal geht’s in die asiatische Richtung mit Fischrollen oder Tofu. Aber meistens ist es die italienische Küche mit Pasta, den ganzen Antipasti oder auch Saltimbocca. Ich mag überhaut die Art, wie Italiener ihr Fleisch zubereiten,relativ pur, mit Rosmarin und Knoblauch natürlich. Früher hat mein Mann immer gekocht, weil unsere beiden Kinder sein Essen immer viel lieber mochten als meins. Er hat immer mit Sahne und den ganzen bösen Sachen gekocht, und das fanden sie natürlich superlecker. Mittlerweile koche ich meistens, und das sehr gerne. Und ich finde, die Lust am Kochen spürt man. Es gibt eine traditionelle Tomatensoße, die mir eigentlich immer gelingt, nur wenn ich schlecht drauf bin, schmeckt sie komischerweise sauer. Ich weiß bis heute nicht, woran das konkret liegt.

Durch Ihre Rolle konnten Sie schon einige Länder kennenlernen. An welchen Ort würden Sie als Henni gern einmal reisen?

Mein Problem ist ja, dass die Lieblingsländer meistens mit Fliegen verbunden sind, was ich ja nicht gern mag. Deshalb würde ich am liebsten am Starnberger See drehen (lacht). Im Grunde interessiert mich jedes Land, weil jedes Land seine Besonderheiten hat. Hinzu kommt, dass ich fast überall schon war, durch die unterschiedlichsten Dreharbeiten oder auch privat. Unter anderem in Amerika, Neuseeland, Thailand, zuletzt als Henni in Kanada, also, da steht nicht mehr viel auf meiner Wunschliste. Aber ich würde wahnsinnig gern mal in den Norden, nach Norwegen oder Nordschweden, diese Ecke kenn ich noch gar nicht! Auf Island war ich auch noch nie. Das Nördlichste, das ich kenne, ist Kopenhagen, weil da mein Sohn lebt. Aber weiter nördlich sind wir bisher noch nicht gekommen. Eigentlich bin ich ein Hitzemensch und liebe heiße Länder. Aber der Norden muss unheimlich schön sein – dann ist das kühle Wetter auch nicht mehr so schlimm.

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