Regisseurin Katja Benrath im Interview

"Freddy - Das Leben ist kein Kindergarten" (AT) - Drehstart
"Freddy - Das Leben ist kein Kindergarten" (AT) - Drehstart für die ARD-Degeto-Komödie mit Oliver Wnuk | Bild: ARD Degeto, Amusement Park Film / Reiner Bajo

Regisseurin Katja Benrath im Interview

Ein Dreh mit Kindern gilt als besonders herausfordernd. Wie haben Sie dies gemeistert?

„Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch“, sagte schon Erich Kästner. Mit vielen jüngeren Geschwistern aufgewachsen, habe ich eine Verbindung zum Kindsein erhalten und kann Kindern auf Augenhöhe begegnen. Für mich ist es ein riesiges Geschenk, mit ihnen zu arbeiten. Sie sind die wahren Schauspieler, wenn man sie lässt; so sehr verbunden mit ihrer Fantasie und Spielfreude.  Klar, hier und da ist während der Drehzeit die richtige Mischung aus Pause und Motivation zu leisten. Und manchmal ist es schon ein Drahtseilakt, die Bedürfnisse der Kinder und die des Films in Einklang zu bringen. Aber das hält lebendig und wach. Mit unserem tollen Kindercoach und dem sehr kinderlieben Team gemeinsam wurde der Dreh mit so vielen recht kleinen Kindern zwar zur Herausforderung, aber zu einer guten.

Haben Sie schwierige Situationen – zum Beispiel den Autounfall – mit den Kindern vorbesprochen?

Tatsächlich haben wir schon, bevor wir uns final für das Kind entschieden haben, das die Tochter des Verunglückten spielt, mit deren Eltern gesprochen. Es war uns ganz wichtig, dass unser Spielkind in der Lage ist, zwischen Spiel und Realität zu unterscheiden. Streitende Eltern sind relativ nah an der Lebensrealität vieler Kinder, und so war es uns sehr wichtig, dass sich das Kind nicht zu sehr identifiziert. Der verunglückte Vater und die damit zusammenhängenden Szenen wurden zwar mit dem Kind besprochen, aber immer darauf geachtet, dass die Geschichte „nur im Spiel” stattfindet. Das verstehen Kinder sehr gut. Bei schwierig anmutenden Momenten im Dreh werden sehr einfache Strategien angewendet, damit die Kinder nicht in die Situation hineinrutschen. Zum Beispiel bekommen sie die Aufgabe, beim Zuhören die Atemzüge des Spielpartners zu zählen – dann sehen sie ernst und konzentriert aus – fokussieren sich aber nicht so sehr auf das Gesagte, sondern auf ihre Aufgabe.

Wurde das Theaterstück der Kinder komplett gespielt oder nur die Ausschnitte, die im Film zu sehen sind?

Das Theaterstück wurde auf jeden Fall viel ausführlicher geprobt und für den Dreh vor den Eltern der Kinder aufgeführt. Die ganze Aufführung hat zehn bis zwölf Minuten gedauert. Viel zu lang für einen Spielfilm, für uns alle jedoch sehr bezaubernd. Nach einigen Wochen Proben war es natürlich für die Kinder wichtig, nicht immer wieder nur ein paar Sekunden für die Kamera zu spielen, sondern die geleistete Arbeit wirklich zu zeigen. Sie waren so stolz auf ihr Werk! Und nicht zuletzt waren die Dreharbeiten und Vorbereitungen Teil ihrer Kindheit. Und so war es uns wichtig, ein schönes Erlebnis für sie zu erschaffen. 

Wie war die Zusammenarbeit mit Oliver Wnuk als Drehbuchautor und Schauspieler?

Die Arbeit mit Oliver war toll! Als Drehbuchautor schätze ich sehr an ihm, dass er authentische und tiefe Dialoge erschafft, die ich in Filmen oft vermisse. Auch die Bereitschaft und Begeisterung, neue Lösungen für Szenen zu finden und sich auf neue Gedanken einzulassen, um einen gemeinsamen Fokus zu finden, beeindruckt mich. Als Schauspieler ist er immer perfekt vorbereitet und in jedem Moment bereit, seiner Rolle alles zu schenken. Ich glaube, wir haben einen Film gemacht, der ein spielerisches Spektrum zeigt, das wir von Oliver Wnuk noch nicht gesehen haben.

4 Bewertungen
Kommentare
Bewerten

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Bitte beachten: Kommentare erscheinen nicht sofort, sondern werden innerhalb von 24 Stunden durch die Redaktion freigeschaltet. Es dürfen keine externen Links, Adressen oder Telefonnummern veröffentlicht werden. Bitte vermeiden Sie aus Datenschutzgründen, Ihre E-Mail-Adresse anzugeben. Fragen zu den Inhalten der Sendung, zur Mediathek oder Wiederholungsterminen richten Sie bitte direkt an die Zuschauerredaktion unter info@daserste.de. Vielen Dank!

*
*

* Pflichtfeld (bitte geben Sie aus Datenschutzgründen hier nicht Ihre Mailadresse oder Ähnliches ein)

Kommentar abschicken

Ihr Kommentar konnte aus technischen Gründen leider nicht entgegengenommen werden

Kommentar erfolgreich abgegeben. Dieser wird so bald wie möglich geprüft und danach veröffentlicht. Es gelten die Nutzungsbedingungen von DasErste.de.