Meike Droste im Interview

Ehekrise für Freddy (Oliver Wnuk): Juliana (Meike Droste) drängt auf Veränderung.
Als Juliana das Angebot bekommt, die Leitung der Kinderonkologie zu übernehmen, will sie mit der ganzen Familie nach Zürich ziehen. Für sie würde das bedeuten: Schluss mit der anstrengenden Fahrerei, endlich mehr Zeit mit der Familie und ein höheres Einkommen.  | Bild: ARD Degeto / Reiner Bajo

Meike Droste im Interview

Was fanden Sie besonders gut am Drehbuch von Oliver Wnuk? Wie war die Zusammenarbeit als Schauspielkollegen?

Mich interessierte besonders Olivers Versuch, eine funktionierende Familie mit all den archetypischen Problemen einer Beziehung darzustellen: Freddy und Juliana lieben sich, aber diese Liebe im Alltag zu leben, neben Kindern, Beruf und persönlichen Fragen und Interessen, ist eine echte Herausforderung. Dass Oliver trotz seiner Funktion als Autor am Set immer wieder Veränderungen am Text zugelassen hat, hat mich beeindruckt, schließlich handelte es sich ja um sein „Baby“, an dem wir immer wieder rumgeschnippelt haben.

Als Juliana spielen Sie eine erfolgreiche Ärztin, die die Leitung der Kinderonkologie übernehmen soll. Wie schwer ist es als in Vollzeit arbeitende Mutter, Karriere und Familie zu vereinbaren?

Sehr schwer! Das eint alle Mütter auf der ganzen Welt. Ab dem Zeitpunkt der Schwangerschaft hat man immer ein schlechtes Gewissen: Entweder hat man zu wenig Zeit für die Kinder, für seinen Beruf oder für seinen Partner. Und am allerwenigsten Zeit hat man immer für sich selbst. Aber trotz allem bin ich sehr froh, eine arbeitende Mutter sein zu dürfen.

Im Film kümmert sich Freddy neben seinem Job auch um die Kinder und den Haushalt. Wie wichtig war diese Umkehrung der Rollenbilder?

Diese Umkehrung in unserer Gesellschaft empfinde ich als sehr wichtig, jedoch ist sie noch lange nicht so integriert wie nötig. Nach wie vor ist es doch so, dass bei einer solchen Umkehrung, wie Sie sie ansprechen, die Männer gelobt werden. Dass Frauen arbeiten und gleichzeitig die Kinder machen, gilt nach wie vor als selbstverständlich und bekommt daher lange nicht so eine Aufmerksamkeit. Ich wünsche mir da insgesamt mehr Selbstverständlichkeit auf beiden Seiten.

Im Film diskutieren Juliana und Freddy auch über die Frage, welcher Beruf der anspruchsvollere ist – sein Beruf als Erzieher oder ihrer als Leiterin der Kinderonkologie. Wie würden Sie die Frage beantworten?

Darauf gibt es keine Antwort. Ich wünsche mir für jeden, dass er das, was er tut, als wertvoll empfindet und es deshalb auch verteidigen kann.

Wie war die Zusammenarbeit mit Regisseurin Katja Benrath?

Hervorragend. Katja ist eine unglaublich emphatische Person, die aufgrund ihres Schauspielstudiums auch sehr genau weiß, was wir vor der Kamera leisten. Sie liebt alle Figuren gleichermaßen und ist deshalb die ideale Partnerin für eine fruchtbare Zusammenarbeit.

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