Oliver Wnuk im Interview

Freddy (Oliver Wnuk) ist für Sohn Niko (Karl von Klot) ein liebevoller Papa.
Freddy ist für Sohn Niko ein liebevoller Papa. | Bild: ARD Degeto / Reiner Bajo

Oliver Wnuk im Interview

Sie haben für „Das Leben ist kein Kindergarten“ Ihr erstes Drehbuch verfasst. Wie kamen Sie auf die Idee?

Ich habe der Degeto die Idee um Freddy und seine Familiengeschichte vorgeschlagen, da ich es spannend finde, einen Erzieher zu porträtieren, der sich gegen sein eigentliches Studienfach Medizin und für die Arbeit mit Kindern entschieden hat. Ich wollte eintauchen in die Herausforderungen einer modernen Familie, in der es darum geht, Karriere und Familie unter einen Hut zu bekommen, ohne dass sich jemand benachteiligt fühlt. Vor allem aber wollte ich keinen Krimi schreiben. Davon haben wir, weiß Gott, genug in Fernseh-Deutschland. (lacht)

Sie haben in Konstanz, in ihrer Heimatstadt, gedreht. Wie kam es dazu? Und wie schwierig war es, das eigene Buch als Schauspieler umzusetzen?

Ich hatte die Idee, das Ganze in meiner Heimatstadt spielen zu lassen, die ich als Drehort extrem attraktiv finde. Dass ich diese Idee umsetzen konnte, hat mich natürlich besonders gefreut, denn zu jedem der Drehorte hatte ich auch eine persönliche Verbindung. Das eigene Buch umzusetzen war für mich überhaupt kein Problem, da ich sehr gerne für mich als Schauspieler schreibe. Ich habe damit Erfahrung, da ich meine Romane auch als szenische Lesungen inszeniert oder auch einige Hörspiele geschrieben hatte, die ich dann auch selber eingesprochen habe. Spielen und Schreiben sind für mich sehr unterschiedliche Berufe und genauso werden sie von mir auch behandelt. 

Freddy kümmert sich neben seinem Job auch um die Kinder und den Haushalt. War es für Sie wichtig, im Film mit gängigen Rollenbildern zu brechen?

Ich bezweifle, ob ‚Mann geht arbeiten, Frau kümmert sich um Haushalt und Kind‘ dem gängigen Rollenbild entspricht. Fände es äußerst tragisch, wenn dem immer noch so sei. Mir ging es eher um die Frage: Was ist meine Berufung, meine Leidenschaft und wie bekomme ich diese mit den Bedürfnissen meiner Familie in Einklang? Wie will ich leben? In Freddys Fall ist es ja auch so, dass sein Vater nach 18 Jahren plötzlich wieder auftaucht. Bei diesem Strang ging es mir um die Fragen: Wie und warum werde ich zu dem, was ich heute bin? Welche Muster und Werte übernehme ich aus dem Elternhaus und mit welchen breche ich ganz bewusst?

Wie war es beim Dreh, mit so vielen Kindern zu arbeiten? Welche Herausforderungen gab es?

Ich persönlich fand es natürlich herrlich, mit den Kindern zu arbeiten – für Regie und Produktion hingegen war es eine logistische Herausforderung, die sie bravourös gemeistert haben. Besonders toll finde ich, dass, außer meinem Filmsohn, alle Kinder aus Konstanz kommen. Bei manchen Kindern handelte es sich sogar um die Sprösslinge ehemaliger Schulkollegen von mir. So schließen sich Kreise. Die Kinder waren super gecastet, und ich bin froh, dass das alles so hingehauen hat, wie ich es mir beim Schreiben vorgestellt habe. Kinder dürfen ja per Gesetz nur wenige Stunden am Tag arbeiten und somit waren wir vor den Drehtagen in unserem Kindergarten stets recht nervös.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma Amusement Park? Und wie war die Arbeit mit Regisseurin Katja Benrath?

Amelie von Kienlin, die Produzentin, wollte schon vor zehn Jahren meinen ersten Roman fürs Kino produzieren. Das ließ sich aber leider nicht finanzieren. 2018 haben wir den Kontakt wieder intensiviert und arbeiten seitdem an mehreren Projekten. Ich bin ihr sehr dankbar, mit wie viel Freude und immenser Kraft sie in das Projekt ging und sich in der Vorbereitungszeit in Berlin, wie auch während der kompletten Drehzeit in Konstanz diesem Film gewidmet hat. Mit Katja Benrath war es eine wundervolle Zusammenarbeit. Großes Vertrauen und eine Menge Freundlichkeit, Ruhe, Liebe und gegenseitiges Zuhören. So kann Film auch sein. Leider viel zu selten. Ich persönlich finde, dass die Atmosphäre am Set sich auf den Film übertragen hat, und nicht nur deswegen ist es eine Arbeit, an die ich mich immer mit großer Freude erinnern werde.

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