Fragen an Oliver Wnuk als Freddy und Drehbuchautor

Wollen Freddy (Oliver Wnuk) und seine Frau Juliana (Meike Droste) ein drittes Kind?
Wollen Freddy und seine Frau Juliana ein drittes Kind? | Bild: ARD Degeto / Volker Roloff

Sie haben wie schon für den ersten Film erneut das Drehbuch geschrieben. Hat sich Ihre Herangehensweise an die Fortsetzung zum ersten Teil unterschieden?

Was die Arbeit am Drehbuch angeht, meine ich, mindestens ein Jahr erfahrener geworden zu sein. Die Figuren zu kennen; sie beim Schreiben sprechen zu hören und in sie verliebt zu sein – hilft natürlich sehr. Weiter am Konflikte-Schräubchen zu drehen; Eskalationen zu provozieren, ohne an Sanftheit und Authentizität zu verlieren – das hat mir Freude gemacht. Sehr wohl habe ich mich aber auch deswegen gefühlt, da ich mit der Regisseurin Esther Gronenborn eine hervorragende Dramaturgin und große „Filmdenkerin“ zur Seite hatte, die wie ich, schnelle, pragmatische Entscheidungen liebt und somit wesentlich zu einem unkomplizierten Arbeitsprozess beigetragen hat. Esther hat aus meinem Buch ihren Film gemacht – und der gefällt mir wirklich sehr gut.

Welche Themen waren Ihnen dieses Mal besonders wichtig?

Dieser Film bleibt in der Tonalität und Erzählweise sehr verwandt zum ersten Teil und ist doch ganz anders. Die Fallhöhen sind erheblicher. Ein weiteres Kind – ja oder nein? Karriere – ja oder nein? Oder alles eben doch ganz anders als erwartet? Und zu alldem auch noch ein sich anbahnendes, unheilvolles Schicksal – es steckt viel drin in diesem Film!

Der Film läuft im Rahmen der ARD-Themenwoche „Stadt.Land.Wandel“. Gab es für Sie Unterschiede beim Dreh auf dem Land vs. in der Stadt bzw. in Konstanz und Berlin?

Konstanz und Berlin sind mit die unterschiedlichsten Orte, die man sich vorstellen kann. Und das haben wir in dem Film ganz deutlich erzählt. Meine Berliner Kindergarten-Schauspieler*innen waren, trotz ihres zarten Alters, ganz anders „professionell“ als ihre Konstanzer Kollegen*innen. Da waren schon welche in Agenturen und erzählten am Set von vergangenen Drehs mit Til Schweiger. Was die Städte und meine Drehbucharbeit angeht, bin ich versucht, ganz anders zu erzählen. Berlin fordert seine Bewohner anders heraus als das schöne, behütetere Konstanz – trotz aller Problemen, die es natürlich auch dort geben mag.

Wären Sie gerne in Berlin aufgewachsen? Können Sie sich vorstellen, zurück nach Konstanz zu ziehen?

Ich bin sehr froh, in Konstanz groß geworden zu sein. Ob ich es vermisse? Ich glaube nicht, dafür beschäftige ich mich zu oft mit meiner Heimat. Momentan kann ich mir einen Rückzug nach Konstanz nicht vorstellen. Ich bin noch nicht so weit: Die vermeintliche Anonymität verleiht mir ein paradoxes Gefühl der Sicherheit. Die kurzen Wege in der kleinen Stadt; das ewig Vertraute um einen herum wirft einen zwangsläufig mehr auf einen Selbst zurück. Dafür bin ich wahrscheinlich noch nicht gelassen genug. Ich lasse mich lieber durch die Überraschungen inspirieren, die mich an der nächsten unbekannten Ecke erwarten.

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