Liza Tzschirner als Emilia Graf

Nach ihrem Streit mit Jonas sucht Emilia (Liza Tzschirner) Rat bei Kai.
Nach ihrem Streit mit Jonas sucht Emilia Rat bei Kai. | Bild: MDR/ndF / Tom Schulze

Liza Tzschirner als Emilia Graf

Emilia ist Wildbiologin und eine Expertin auf ihrem Gebiet. So gerne sie bei Jonas im Nationalpark ist, als ihr Exfreund Moritz ihr einen Forschungsauftrag an der Uni Greifswald anbietet, kann sie einfach nicht Nein sagen und entscheidet sich für ihre Karriere. Dass Fernbeziehungen schwerer sind als gedacht, erfährt Emilia am eigenen Leib. Eine Nacht mit dem Ex bringt ihre Liebe zu Jonas gefährlich aus dem Gleichgewicht.

Fragen an Liza Tzschirner

Im Grunde hätte Ihre Filmfigur Emilia bei Jonas im Nationalpark bleiben können und beide hätten ihre Liebe genießen können. Emilia hat sich aber für Greifswald entschieden – eine gute Entscheidung?

Emilias Entscheidung, weiter in der Forschung in ihrem Fachgebiet zu arbeiten, finde ich völlig richtig. Ich hätte es genauso gemacht. Sie aus romantischen Gründen ganz im Elbsandsteingebirge zu verorten, wäre der Figur nicht gerecht geworden, und ich war sehr froh über die Entscheidung der Autoren, Emilia so modern und unabhängig weiterzuerzählen. Was ist schließlich romantischer, als den anderen in seinen Zielen zu unterstützen und nicht zu versuchen, den Partner zu verändern.

Worin sehen Sie nach sechs Filmen der Reihe die wichtigste Entwicklung bei Ihrer Rolle?

Emilia bleibt sich treu und weiß sehr genau, wer sie ist und was sie will, das bleibt auch so. Allerdings fällt es ihr schwer, sich auf andere Menschen einzulassen und etwas von ihrem Freiraum aufzugeben. Die Verletzung durch ihren Ex-Freund Moritz hat diese Eigenschaften noch verstärkt. Sie hat mit ihm quasi noch eine offene Rechnung. Diese Rechnung mit Moritz zu begleichen und immer mehr Raum für Jonas zu schaffen, herauszufinden, wo sie nun hingehört und den Mut zu haben, sich ganz auf den Ranger einzulassen, gehört, denke ich, zu ihren größten Entwicklungen.

Sie haben unter strengen Hygieneauflagen mitten im Hochsommer gedreht. Gab es Momente, die Sie an Ihre Grenzen gebracht haben?

Die ndF hat wirklich alles drangesetzt, eine Balance zwischen Gesundheit und Sicherheit und einer guten, entspannten Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Das ist ihnen auch wirklich gelungen. Nicht leicht war, während der zweimonatigen Drehzeit nicht zu reisen, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Das war zwar kein Zwang, aber gesunder Menschenverstand. Dadurch war man einen sehr langen Zeitraum am Stück gar nicht zu Hause. Allerdings haben mir die Kolleg*innen aus Maske und Kostüm am meisten leidgetan, da sie permanent FFP2-Masken tragen mussten, damit sie sich uns Schauspielern nähern konnten.

Im Film gerät die Beziehung zwischen Jonas und Emilia in gehörige Schieflage, als sie ihn mit ihrem Ex-Freund betrügt. Wie würden Sie Ihre Rolle verteidigen?

Man sollte ja immer der Anwalt seiner Rolle sein! Moritz und Emilia haben sich damals wegen beruflicher Differenzen getrennt, nicht weil sie sich nicht mehr mochten. Jetzt arbeiten sie wieder miteinander, Moritz hat sich von der Pharmaindustrie distanziert und sie sind wieder ein gutes Team, teilen eine Leidenschaft und eine Geschichte. Bevor sie Moritz jetzt ganz abhakt und sich völlig sicher sein kann, dass sie mit Jonas zusammensein will, lässt sie sich bei ihrem Ex nochmal fallen und bereut es sofort. Weil sie merkt, dass allen Gemeinsamkeiten zum Trotz die Zeit mit Moritz vorbei ist und Jonas der Mann für sie ist. Emilia ist eine Grenzgängerin und musste das für sich ganz klarstellen, bevor sie mehr Platz für Jonas machen kann. Was mir schon beim ersten Lesen des Drehbuchs sehr gut gefallen hat, war die Entscheidung, sie sofort ehrlich sein zu lassen. Keine Heimlichkeiten und feiges Getue. Sie ist mutig und transparent, das mag ich sehr.

Sie drehen nicht nur in der Sächsischen Schweiz vor faszinierender Kulisse, sondern sind auch häufiger für Dreharbeiten an den schönsten Orten der Welt unterwegs. Welchen Einfluss hat der Drehort auf Ihre Arbeit?

Ja, das ist wirklich ein großes Geschenk meines Berufes! Wenn man eine Biologin und Verhaltensforscherin von Wildtierarten spielt, hilft es ungemein, tatsächlich in dieser unfassbaren Landschaft zu stehen, sich davon mitnehmen zu lassen. Diesem riesigen, perfekt eingespielten ‚Organismus‘ zuzusehen und quasi Gast dort zu sein, verdeutlichet einem sehr schnell, warum dieser Ort schützenswert ist, warum Emilia und Jonas so sehr für den Erhalt der Natur kämpfen und auch, warum sich zwei so freiheitsliebende Menschen dort hingezogen fühlen. Wenn ein Drehort so intensiv ‚mitspielt‘, ist das ein großes Geschenk.

Was haben Sie in Zeiten von Corona am meisten vermisst?

Ich bin ein sehr körperlicher Mensch – also ganz egoistisch: anfassen! Ohne nachzudenken umarmen, ins Gesicht fassen, durch die Haare wuscheln, Hände halten, anlehnen, all das. Dafür musste in der Sächsischen Schweiz komplett mein Quarantäne-Buddy Philipp herhalten.

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