Fragen an Sebastian Bezzel

Ruben (Sebastian Bezzel) sitzt zwischen den Stühlen: seine Frau Jutta (Julia Brendler) und seine Mutter Lilo können sich nicht leiden.
Ruben sitzt zwischen den Stühlen: seine Frau Jutta und seine Mutter Lilo können sich nicht leiden. | Bild: ARD Degeto / Svenja von Schultzendorff

Herr Bezzel, Sie spielen Ruben, den Sohn von Lilo Martens und von Beruf Brückenbauer. Was gab für Sie den Ausschlag, diese Rolle anzunehmen?

Das Buch hat mir gleich gut gefallen und ich mochte auch auf Anhieb die Figur, die ich spielen sollte: einen Mann, der unter seiner erfolgreichen, dominanten Mutter leidet, einer, der ein ganz anderes Leben als dies führen will. Im Gegensatz zu seiner Mutter zieht Ruben ein eher ruhiges, bürgerliches, fast schon konservatives Leben vor. Er ist nicht besonders ehrgeizig, sondern vielmehr zufrieden mit seinen Brückenbauten und auch damit, dass seine Frau ausschließlich Hausfrau ist. Dieses scheinbar langweilige Leben ist seiner emanzipierten Mutter natürlich ein Dorn im Auge. Natürlich war auch die Tatsache sehr wichtig, dass ich für den Filmsohn von Christiane Hörbiger angefragt wurde. Und dann auch noch so intensiv mit ihr spielen durfte! Der Name Christiane Hörbiger war mir schon ein Begriff, als ich noch ein Kind war. Die Zusammenarbeit mit ihr war sehr schön. Christiane Hörbiger ist ein absoluter Profi. Witziger Weise hatte meine Frau schon einmal mit ihr vor der Kamera gestanden. Vielleicht werden es unsere Kinder auch eines Tages tun.

Lilo mischt sich ständig in das Leben ihres Sohnes ein und hält ihn im Grunde genommen klein. Waren Sie nicht manchmal versucht, sich zu wehren?

Das hätte mir meine Figur nicht erlaubt. Wenn Ruben sich mit einem Satz auflehnt, setzt seine Mutter ihm sofort 20 Sätze entgegen. Folglich zieht er es vor, Auseinandersetzungen mit ihr aus dem Weg zu gehen. Er rollt lieber mit den Augen und verlässt das Zimmer. Dass er sich zu selten wehrt, wirft ihm auch seine Frau vor. Und wenn Ruben mal klare Kante zeigt, dann kommt es eher etwas ungelenk daher.

Also stimmt der Titel "Einmal Sohn, immer Sohn"?

Absolut. Aber nach ganz großen Anstrengungen schafft er es ja doch, sich ein wenig aus dem Windschatten seiner Mutter zu befreien.

Komödien zu spielen ist Ihnen vertraut. Was reizt Sie besonders an diesem Genre?

Für mich ist "Einmal Sohn, immer Sohn" eigentlich keine Komödie. Es geht schließlich um einen harten Mutter-Sohn-Konflikt, bei dem 30 Jahre unter den Teppich gekehrte, unausgesprochene Themen allmählich zum Vorschein kommen. Und das ist für alle Seiten mitunter schmerzhaft. Es handelt sich also um eine durchaus ernsthafte Geschichte. Für diese hat der Autor aber das Genre Komödie gewählt und der Zuschauer empfindet sie auch so. Denn es kommt darauf an, wie wir Schauspieler diese Geschichte erzählen. Wenn man bei einer Komödie versuchen würde, lustig oder besonders schräg zu spielen, ginge das daneben. Man muss die Figur, die man spielt, ernst nehmen. Und die Kunst des Timings beherrschen. Das ist manchmal schwieriger, als einen Krimi zu drehen. Wann sagt man etwas, wo setzt man Pausen, wo Pointen, und wann zeigt man besser gar keine Reaktion? Mit letzterem erzielt man oft mehr komödiantische Wirkung als mit viel Text.

Der Film wurde in Hamburg bei extremen Kältetemperaturen gedreht. Inwieweit war das eine Herausforderung für Sie?

Wir kamen gerade aus dem Urlaub in Thailand zurück, wo es sehr heiß war. Die Umstellung war schon heftig. Die Herausforderung lag für mich aber vielmehr darin, dass ich bis zu dem Zeitpunkt mit keinem der Schauspieler gespielt hatte und auch das Team und der Regisseur für mich neu waren. Ich musste mich also auf viele neue Leute einstellen. Das ging erstaunlich schnell und war eine sehr angenehme Erfahrung.

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