Fragen an Katharina Schüttler

Karla (Katharina Schüttler) kann nicht mehr: Eine Patientin muss sie aufwecken.
Karla kann nicht mehr: Eine Patientin muss sie aufwecken. | Bild: ARD Degeto / Boris Laewen

Zu Beginn erlebt man, wie schwierig es für die Seewalds ist, in der Großstadt eine ausreichend große und erschwingliche Wohnung zu finden. Wie sehr hat Sie bei der Drehbuch-Lektüre dieses Thema angesprochen?

Es ist erschreckend, wie rasant die Mieten in den Großstädten in die Höhe geschossen sind. Immer mehr Familien ziehen aus der Stadt raus, weil sie sich die Mieten für eine adäquate Wohnung nicht mehr leisten können. Das Thema beschäftigt mich natürlich, weil es uns alle betrifft und Auswirkungen auf die Lebensqualität in den Städten hat. Wohnraum sollte immer bezahlbar sein. Es geht schlichtweg um ein menschliches Grundbedürfnis.

Als Karla müssen Sie ordentlich mit anpacken und diverse Pannen und Probleme meistern. Welche Charaktereigenschaften helfen Karla, mit den enormen Herausforderung zurechtzukommen?

Karla ist patent, sie zögert nicht lange. Sie ist ein sehr positiver und bestärkender Mensch. Karla handelt gerne, sie liebt es, Lösungen zu finden – zuweilen auch ungewöhnliche. Wenn man keinen Garten hat, kann man sich eben in einer Kiste mit Flaschenzug am Fenster einen kleinen Garten selber basteln und dort seine Tomaten anbauen. Das ist Karlas große Stärke: Kein Hindernis ist groß genug, als dass man es nicht überwinden könnte.

Was macht die Anbahnung eines guten nachbarschaftlichen Verhältnisses zu Rufus und Lisbeth eigentlich so schwer? Sind die beiden Nachbarn zu verschroben oder haben die Seewalds es einfach verpasst, sich ordentlich vorzustellen?

Lisbeth und Rufus haben recht tragische Biografien. In ihrem Schmerz und durch die komplizierten Umstände haben sie sich zurückgezogen und sich ihrer Umwelt verschlossen. Das sind natürlich nicht die besten Voraussetzungen für ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis zu der neuen Familie aus der Stadt. Es ist berührend zu erleben, wie die Kinder ihre anfänglichen Berührungsängste im Laufe der Geschichte überwinden und mit ihrer offenen, vertrauenden Art, Lisbeths und Rufus' Herzen öffnen und so schließlich alle zusammenbringen.

Lisbeth und Rufus werden von Angela Winkler und Peter Franke verkörpert, die beide auf eine lange Film- und Bühnenkarriere zurückblicken können. Wie war die Zusammenarbeit?

Mit zwei so großartigen Schauspielern wie Angela Winkler und Peter Franke zusammenarbeiten zu dürfen, war ein Geschenk. Ich habe beide als sehr zugewandt und liebevoll erlebt. Mit einer bestechenden Leidenschaft für ihre Kunst, ergreifender Präsenz und dabei einer immer humorvollen, leichten Art. Der Dreh hat großen Spaß gemacht, auch wegen des durchweg tollen Ensembles.

In einem witzigen Gastaufritt als nicht aus der Ruhe zu bringender Handwerker mit stoischem Kollegen-Anhang ist Entertainer Olli Schulz in einer Szene mit Ihnen zu sehen – sorgt er auch bei der Arbeit für Lacher oder geht er bierernst an seine Aufgabe heran?

Es war ein großer Spaß, mit Olli Schulz zu drehen, aber auch recht herausfordernd, während des Takes nicht ständig laut zu lachen. Die Szene wurde extra für Olli Schulz geschrieben, so dass sie, zusätzlich zum Dialog, Raum für Improvisation ließ. Mit den verschiedenen, mitunter sehr lustigen Varianten könnte man ein ganzes "Deleted Scenes"-Menü füllen.

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