Interview mit Susanna Simon

Die geschäftstüchtige Karin (Susanna Simon) setzt auf maximale Effizienz.
Susanna Simon spielt im Film "Hotel Heidelberg – ... wer sich ewig bindet" die Rolle Karin Berger | Bild: ARD Degeto / Bernd Spauke

Karin Berger gibt sich kühl und karrierebewusst. Dabei ist sie in ihrem tiefsten Inneren verletzt, fühlte sich von ihrem Vater verstoßen. Wie würden Sie Ihre Rolle charakterisieren?

Karin ist Perfektionistin. Was sie anpackt, will sie auch umsetzen – nicht irgendwie, sondern bravourös: 4 Sterne reichen nicht, 5 sind der Maßstab! Sie ist dabei effizient, strategisch und selbstverständlich rund um die Uhr im Einsatz. Das ist ihr ganz persönlicher Lebensplan! Dabei bleibt keine Zeit, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen: mit der schwierigen Beziehung zu ihrem Vater, mit dessen unerwartetem Tod, mit ihrer gescheiterten Ehe, dem nicht erfüllten Kinderwunsch. Doch jetzt hat sie sich entschlossen, gemeinsam mit ihrer Schwester Mascha das "Hotel Heidelberg" zu übernehmen und sich so auch ein Stück weit ihrer Vergangenheit zu stellen.

Karin hat sich vor vielen Jahren in die große Liebe ihrer Schwester Mascha verliebt und ihr den Freund ausgespannt. Doch die Ehe hielt nur kurz. Ist das Freund-Ausspannen nicht grundsätzlich ein No Go?

Sie war damals hingerissen von ihm, weil er so ganz anders war als sie selbst und ihr eine Welt voll Leichtigkeit, soif de vivre und Unbeschwertheit eröffnet hat. Ich kann Karins Verhalten gut verstehen, aber für mich persönlich ist das Freund-Ausspannen ein absolutes No Go!

In Ihrer Rolle sind Sie erfolgreich im Hotel-Management der Luxus-Kategorie aufgestiegen.

Karin Berger ist sehr karrierebewusst. Erfolge geben ihr persönliche Anerkennung und Bestätigung. Sie ist fest davon überzeugt, dass sie, nachdem ihre Ehe gescheitert ist, kein Privatleben mehr braucht – dass ihr Beruf ihr Privatleben ist. Bis sie sich entschließt, zusammen mit Mascha das "Hotel Heidelberg" zu übernehmen und sich so in ein Abenteuer begibt, von dem sie schon ahnt, dass es ihr Leben verändern wird.

Ihre Rolle ist im neuen Hotel-Duo diejenige mit dem Sinn für Zahlen, für das Kaufmännische. Liegt Ihnen das?

Ich persönlich bin sehr froh darüber, wenn mir jemand den Zahlenkram abnimmt. Ich kann mir zwar PIN-Codes und Telefonnummern einigermaßen gut merken, aber das war’s auch schon. Mir fehlt der Ehrgeiz. Zahlen sind mir zu unsinnlich.

Karin misst die Zeit, die die Zimmermädchen pro Zimmer benötigen, mit der Stoppuhr, um Arbeitszeiten zu optimieren und an internationale Hotelstandards anzupassen.

Karin sieht das Hotel unter wirtschaftlichem Aspekt: Wenn es nicht rentabel ist, wird es geschlossen. Und da gehört es schon mal dazu, die Zeit, die die Mädchen zum Putzen eines Zimmers benötigen, mit der Stoppuhr zu messen. Ihrer Meinung nach muss das Hotel erst profitabel gemacht werden, um sich Maschas spielerische Kreativität als besonderen Luxus leisten zu können.

Beim Interieur des Hotels haben Sie und Ihre Filmschwester unterschiedliche Ansichten. Was liegt Ihnen mehr?

Karin bevorzugt beim Interieur elegantes, klassisches Design, während Mascha das Hotel mit einer eher lässigen, sehr persönlichen Note einrichten möchte. Das birgt natürlich Konfliktpotenzial – und tatsächlich bleiben lautstarke Meinungsverschiedenheiten nicht aus ... Ich persönlich fände eine Mischung aus beiden Geschmäckern genau richtig.

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