Fragen an Carolin Zeidler

Die verschlossene Emma (Martha Haberland) spielt mit einem Welpen
Die verschlossene Emma spielt mit einem Welpen | Bild: ARD Degeto / Britta Krehl

Fragen an Carolin Zeidler

In Zeiten von Corona gibt es immer mehr Menschen, die sich aus Einsamkeit einen Hund anschaffen. Wie beurteilen Sie diese Situation und was raten Sie diesen Menschen?

Prinzipiell ist der Gedanke, einem Hund während der Corona Zeit ein Zuhause zu geben, nicht abwegig, gerade wenn man durch die Situation sehr viel Zeit gewonnen hat. Wenn sich jemand schon ausgiebig mit dem Thema Hund auseinandergesetzt hat, schon eine Weile mit guten Züchtern oder dem Tierschutz in Kontakt ist und weiß, welche Rasse zu einem passen könnte und generell gute Bedingungen für einen Hund bieten kann – für den kann die aktuelle Situation den passenden Zeitpunkt darstellen. Sich aus Langeweile oder Einsamkeit heraus ein Tier anzuschaffen, halte ich für leichtsinnig. Denn was passiert nach der Pandemie? Was macht man, wenn man wieder einen Vollzeitjob hat, diversen Freizeitaktivitäten nachgehen und in ferne Länder reisen kann? Die aktuelle Situation geht vorüber, so ein Hund wird aber 15 Jahre alt und möchte auch in einigen Monaten noch Aufmerksamkeit und ein artgerechtes Leben. Kann man ihm das bieten? Auch die Erziehung eines Hundes dauert sehr viel länger, als viele denken. Schafft man sich zum Beispiel einen Welpen an, kann man gut zwei Jahre kalkulieren, bis der Hund „fertig“ ist – wenn es gut läuft. Ist auch nach Covid19 noch jemand da, der sich um ihn kümmert, wenn man zum Beispiel krank ist? Ist man bereit, Geld für Trainerstunden und Hundeschule auszugeben und kann man viel Zeit investieren, wenn der Hund Charakter-Auffälligkeiten zeigt? Ein Hund verändert den Alltag komplett. Dessen sollte man sich bewusst sein. Ich würde jedem raten, sich all diese Themen durch den Kopf gehen zu lassen, sich viel zu informieren und mit Fachleuten unter Züchtern oder aus dem Tierschutz auszutauschen. Denn ein Hund ist ein wunderbarer Wegbegleiter – und das sollte man für ihn auch sein. Und zwar ein ganzes Hundeleben lang.

Worauf muss man bei Dreharbeiten mit Tieren besonders achten, um das Wohl der Hunde nicht zu gefährden?

Das Wohl des Hundes steht an erster Stelle. Das bedeutet vor allem zwei elementare Dinge: Spaß an der Arbeit und viele Ruhepausen. Idealerweise kann man verschiedene Set-ups schon vorher mit dem Hund trainieren und positiv verknüpfen – mit viel Spaß an der Arbeit und natürlich auch vielen Leckerlies. Jetzt ist natürlich nicht alles planbar – viele Situationen entstehen erst beim Dreh, wo es auch mal stressig zu geht und eine bestimmte Szene vorher gar nicht oder unter völlig anderen Bedingungen trainiert wurde. Da ist es wichtig, dass der Hund wesensfest ist und es aus dem Alltag gewohnt ist, neuen Situationen aufgeschlossen entgegen zu sehen, sodass er auch daran seine Freude hat. Hoonah freut sich zum Beispiel jeden Morgen, wenn wir am Set ankommen. Denn das bedeutet, dass sie viele tolle Aufgaben meistern kann und damit natürlich auch viele Leckerlies und Streicheleinheiten kriegt.

Demnächst starten die Dreharbeiten zu Film 5 und 6. Welche neuen Herausforderungen bedeutet das für Ihre Arbeit mit den Hunden am Set?

Die Dreharbeiten zu den ersten Filmen haben uns jedes Mal vor neue Herausforderungen gestellt und es hat uns sehr viel Freude gemacht, im Team Lösungen dafür zu finden. Wir rechnen fest damit, dass wir wieder viele spannende Situationen meistern werden, die sich oft erst vor Ort ergeben. Auch dieses Jahr werden wir wieder neue Schauspieler kennenlernen und es ist immer schön zu sehen, wie Hoonah eine Verbindung zu ihnen aufbaut. Außerdem kommt ein weiterer Hund dazu, mit dem Hoonah viel agieren wird. Die Arbeit mit mehreren Tieren, die ihre eigenen Charaktere und Persönlichkeiten einbringen, bringt nochmal eine ganz neue Dynamik mit. Es wird super spannend zu sehen, wie sich das am Set auswirkt und welche Entwicklungen möglich sind.

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